RCS-Nachrichten können schnell zur Spam-Schleuder werden – auf iPhone wie Android. Mit einem einfachen Schritt haltet ihr eure Nachrichten-App deutlich sauberer.
Die Lösung hat allerdings Konsequenzen für den Komfort beim Schreiben, je nachdem, wie stark ihr RCS tatsächlich nutzt.
Warum RCS-Nachrichten zur Spam-Falle werden
RCS ist wie SMS und iMessage nicht vor Werbenachrichten und unerwünschten Business-Chats geschützt. Ihr könnt Nachrichten von Unternehmen bekommen, bei denen ihr euch nie angemeldet habt.
Um das zu stoppen, müsst ihr die RCS-Funktion komplett deaktivieren – zumindest auf Android. Wie stark euch das einschränkt, hängt davon ab, wie ihr Nachrichten verschickt.
Wenn Apples Nachrichten-App oder die Google-Nachrichten-App auf eurem Android-Smartphone eure zentrale Kommunikationsplattform ist, wirkt sich das Abschalten von RCS deutlich aus. Die Qualität und der Funktionsumfang eurer Chats werden spürbar reduziert.
Ohne RCS werden Fotos beim Schreiben zwischen iPhone und Android nicht mehr in hoher Qualität übertragen. Sticker und Reaktionen können unpassend dargestellt werden, Gruppenchats verlieren an Komfort, und Lesebestätigungen sowie Tippindikatoren fehlen.
In Regionen wie Europa, Asien oder Afrika, in denen vor allem Dienste wie WhatsApp, Line, Viber oder Telegram dominieren, fällt der Verzicht auf RCS dagegen oft kaum auf. Wer ohnehin fast alles über diese Apps abwickelt, merkt die Einschränkungen meist nicht.
Der Vorteil: Ihr könnt euch damit einen Großteil unerwünschter Werbenachrichten sparen. Bedenkt aber, dass klassische SMS- und iMessage-Spam, Betrugsversuche und andere Werbe-SMS weiterhin eintreffen können. Diese vollständig auszuschalten, ist in der Praxis kaum realistisch.
RCS-Werbenachrichten auf iPhone und Android stoppen
Um Werbe-RCS-Nachrichten zu unterbinden, müsst ihr auf iOS und Android unterschiedliche Schritte gehen. Auf dem iPhone könnt ihr RCS-Business-Nachrichten gezielt abschalten oder RCS gleich komplett deaktivieren. Auf Android schaltet ihr die RCS-Chats in der Nachrichten-App ab.
Eine Familie mit mehreren SIM-Karten beim selben Mobilfunkanbieter zeigt, wie deutlich das wirken kann: Alle Familienmitglieder erhielten identische Werbe-RCS-Nachrichten von Unternehmen wie GAP, Scapia, Superdry und ähnlichen Marken – obwohl niemand dort Kund:in war.
Nachdem auf einem iPhone RCS-Business-Nachrichten deaktiviert wurden, auf einem anderen iPhone RCS vollständig ausgeschaltet wurde und auf den Android-Geräten die RCS-Chats deaktiviert wurden, hörten diese Werbenachrichten auf. Die unerwünschten Promotions kamen nicht mehr an.
Ihr könnt also durch konsequentes Abschalten von RCS-Funktionen auf euren Geräten viele dieser RCS-basierten Werbebotschaften vermeiden. Probiert es aus und beobachtet, ob sich das Spam-Aufkommen in euren Chats verringert.
Weniger Spam durch bewussten Umgang mit der Telefonnummer
Ein zusätzlicher, einfacher Schutz: Gebt eure Handynummer nicht bei jedem Dienst und jeder App an. Tragt sie nur ein, wenn es wirklich nötig ist.
Dieser kleine Schritt kann das Aufkommen von Spam-Nachrichten und unerwünschten Anrufen deutlich reduzieren. Je weniger Dienste eure Nummer kennen, desto seltener landet sie in Verteilerlisten für Werbung.
Wenn ihr die RCS-Funktionen nach Bedarf deaktiviert und gleichzeitig sparsamer mit eurer Telefonnummer umgeht, könnt ihr eure Nachrichten-Apps auf iPhone und Android spürbar aufräumen. So bleibt der Posteingang übersichtlicher, auch wenn sich SMS- und iMessage-Spam damit nicht vollständig ausschalten lassen.
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Titelbild KI (Zur Illustration)
