Die anhaltende Speicherkrise treibt weiter die Preise für Arbeitsspeicher und PCs nach oben. Nun trifft es auch den bislang günstigen Einplatinenrechner Raspberry Pi besonders hart.
Gleichzeitig gibt es erste Anzeichen, dass die extremen Preissteigerungen bei DDR5-RAM zumindest vorübergehend aussetzen könnten.
DDR5-Preise stagnieren nach drastischen Anstiegen
Das deutsche Technikportal 3D Center beobachtet regelmäßig die Entwicklung der RAM-Preise im deutschen Einzelhandel. Laut einer Auswertung, auf die VideoCardz hinweist, scheinen die zuletzt massiven Preissprünge bei DDR5-Modulen aktuell zu pausieren.
Im Zeitraum von Mitte Januar bis Anfang Februar 2026 sind die Preise von 20 verschiedenen DDR5-Produkten bei deutschen Händlern im Durchschnitt nur um 0,1 Prozent gestiegen. Das steht in deutlichem Kontrast zu den Vormonaten, in denen DDR5 deutlich teurer geworden ist.
Von Oktober auf November 2025 legten die beobachteten Module im Schnitt um 49 Prozent zu. Im Dezember 2025 folgte ein weiterer Sprung um 93 Prozent, bevor im Januar 2026 nochmals ein Plus von 27 Prozent hinzukam. Schon dieser letzte Wert deutete an, dass sich der Preisanstieg etwas verlangsamt. Die aktuellen Zahlen von 3D Center deuten nun auf eine vorläufige Preisstagnation im Februar hin.
Vorsicht vor verfrühtem Optimismus
Aus diesen Daten auf einen dauerhaften Wendepunkt zu schließen, wäre jedoch verfrüht. Grundlage ist ein einzelner Bericht, der nur einen Ausschnitt des Marktes in einem Land betrachtet. Zudem können extrem starke Preissprünge rein marktwirtschaftlich nicht unbegrenzt anhalten, weil Käufer:innen bei als überzogen empfundenen Preisen ihre Nachfrage zurückfahren.
Genau das scheint bei besonders teuren RAM-Kits mit hoher Kapazität bereits zu passieren, deren Preise sich zuletzt teilweise stabilisiert haben. Das ist zumindest ein kleiner Lichtblick in einer Phase, die insgesamt von deutlichen Verteuerungen geprägt ist.
Marktanalyst:innen rechnen dennoch weiterhin mit steigenden Kosten. Das Analysehaus TrendForce erwartet, dass die Preise für DRAM im ersten Quartal 2026 noch einmal um etwa 50 Prozent oder etwas mehr anziehen werden.
Raspberry Pi 4 und 5 deutlich teurer durch RAM-Kosten
Die hohen RAM-Preise wirken sich inzwischen direkt auf verschiedene Produktkategorien aus. Besonders sichtbar wird das beim Raspberry Pi, der als kompakter und erschwinglicher Einplatinenrechner gilt, nun aber deutlich an Preis verliert.
Jüngst angekündigte Preiserhöhungen betreffen Modelle des Raspberry Pi 4 und Raspberry Pi 5 mit mehr als 2 GB Arbeitsspeicher. Besonders stark steigen die Preise bei den leistungsstärksten Varianten mit 16 GB RAM.
Diese Topmodelle verteuern sich um 60 US‑Dollar (rund 55 Euro). Das Flaggschiff Raspberry Pi 5 mit 16 GB kostet damit nun 205 US‑Dollar (rund 190 Euro). Verglichen mit dem Einführungspreis ist das ein Anstieg um 70 Prozent und damit nahe an einer Verdopplung.
Damit entfernt sich der Raspberry Pi zunehmend vom Image des sehr günstigen Bastelrechners. Herstellerseitig gibt es allerdings wenig Spielraum, solange der Einkauf von Arbeitsspeicher selbst deutlich teurer geworden ist.
Via: https://www.techradar.com
Titelbild: RaspberryPI

