Im Mordprozess gegen Lindsay Clancy setzen die Staatsanwält:innen verstärkt auf digitale Spuren aus iPhone und Apple Watch. Gesundheitsdaten, Suchverläufe und Nachrichten sollen ihre Handlungen und ihren Zustand vor dem Tod ihrer drei Kinder nachzeichnen.
Digitale Forensik im Mittelpunkt der Anklage
Die ehemalige Kreißsaalpflegerin Lindsay Clancy steht in Massachusetts wegen des mutmaßlichen Mordes an ihren drei Kindern im Jahr 2023 vor Gericht, gefolgt von einem Suizidversuch. Am letzten Tag der Beweisaufnahme durch die Staatsanwaltschaft wurden Daten aus der Apple Watch, Telefonprotokollen und Internet-Suchverläufen präsentiert.
Digitalforensiker Ian Whiffin vom Unternehmen Cellebrite, das für das Extrahieren von Daten aus iPhones bekannt ist, sagte für die Anklage aus. Laut einem Bericht von Eonline ging es in seiner Aussage unter anderem um Clancys Suchverläufe. Demnach recherchierte sie vor den Taten und dem Suizidversuch zu Medikamenten und Wirkstoffen wie „how quickly does wellbutrin work for depression“ und „ketamine for suicidal ideation“. Am Tag der Tat selbst fanden sich Suchanfragen zu „Kids miralax“ und „CVS pharmacy“.
Auch die Telefonaktivität wurde vor Gericht thematisiert. Whiffin erklärte, Clancys iPhone sei zuletzt um 17:13 Uhr am 24. Januar 2023 entsperrt worden. Um 17:33 Uhr ging ein unbeantworteter Anruf ihres inzwischen getrennt lebenden Ehemanns Patrick ein. Wenige Minuten später wurde ein ausgehender Anruf von 14 Sekunden Dauer an Patrick registriert, der möglicherweise erfolgt ist, während das iPhone gesperrt war. Ein weiterer unbeantworteter Anruf von Patrick folgte um 18:09 Uhr.
Apple-Watch- und Health-Daten unter der Lupe
Whiffin beschrieb außerdem Daten der Apple Watch, die in der Apple-Health-App auf dem iPhone gespeichert sind. Demnach zeigte die letzte aufgezeichnete Herzfrequenz 57 Schläge pro Minute, was im Prozess als eher niedriger Wert für Clancy eingeordnet wurde. Außerdem wurden zwei gestiegene Stockwerke um 17:03 Uhr und um 17:33 Uhr protokolliert.
Verteidiger Kevin Reddington stellte die Interpretation dieser Daten in Frage, insbesondere mit Blick auf die Zeitpunkte, zu denen die Geräte keine weiteren Informationen mehr aufzeichneten. Laut seiner Darstellung stoppte die Apple Watch die Datenaufzeichnung um 17:23 Uhr, das iPhone um 17:38 Uhr. Reddington verwies vor Gericht, wie NBC10 Boston berichtet, darauf, dass die Stufenzählung plausibel sei, da das iPhone schon lange eigenständig Schritte und Höhenänderungen registriert – also auch ohne Apple Watch. Einige Werte seien „etwas daneben“ gewesen, erklärte er, die Herzfrequenz sei von der Apple Watch erfasst worden, die Schrittzählung hingegen sowohl von der Apple Watch als auch vom iPhone.
Nachrichten und Notizen als weiterer Belegstrang
Der Einsatz von iPhone- und Apple-Watch-Daten im Prozess beschränkt sich nicht auf die nun verhandelten forensischen Details. Bereits in der dritten Prozesswoche wurden die letzten Textnachrichten von Lindsay an Patrick im Gericht verlesen. Stunden vor den abendlichen Ereignissen fragte sie ihn, ob er Take-out-Essen wolle. Patrick erkundigte sich zudem nach dem Mittagsschlaf des acht Monate alten Callan. Lindsay antwortete: „It was just a short nap.“
Die Staatsanwaltschaft deutet die Unterhaltung über Essen so, dass Lindsay Patrick mit einem Besorgungsweg aus dem Haus schicken wollte, um allein mit den Kindern zu sein. Zusätzlich wurden Notizen aus der Notizen-App des iPhones thematisiert, die in den Monaten vor der Tat entstanden. In einer davon schrieb Clancy, sie sei „a touch anxious“ und habe eine:n Psychiater:in um Zoloft gebeten. In derselben Notiz heißt es weiter: „That’s when everything started going downhill.“ Die Notiz wurde zuletzt am 23. Januar, also einen Tag vor den Taten, verändert.
Der Prozess läuft weiter.
Hinweis: Dieser Beitrag ist eine automatisch erstellte Zusammenfassung mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Eine redaktionelle Prüfung fand nicht statt.
Via: appleinsider.com
