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Pornhub fordert Geräte-basierte Altersverifikation von Technologieunternehmen

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Pornhub möchte, dass Apple, Google und Microsoft eine Geräte-basierte Altersverifikation in ihren App-Stores und Betriebssystemen einführen. Das Unternehmen sieht darin eine wirksamere Methode zum Jugendschutz als die bisherigen Ansätze.

Geräte-basierte Kontrolle statt seitenbasierter Altersverifikation

Der Mutterkonzern von Pornhub, Aylo, hat Apple, Google und Microsoft in offenen Briefen dazu aufgefordert, Altersverifikationen zentral auf Geräteebene vorzunehmen. In dem Schreiben betont Anthony Penhale, der leitende Rechtsberater von Aylo, dass seitenbasierte Ansätze bislang gescheitert seien. Sie hätten ihr Ziel, Minderjährige von nicht altersgerechten Inhalten fernzuhalten, verfehlt. Nach Ansicht von Aylo lässt sich eine bessere Lösung durch die Kontrolle direkt auf dem Gerät erreichen. Ist das Alter eines Nutzenden einmal über Smartphone oder Tablet bestätigt, kann diese Altersinformation per Programmierschnittstelle (API) an Erwachsenen-Angebote weitergegeben werden.

Sinkender Traffic durch neue Alterskontrollgesetze

Die Briefe wurden vor dem Hintergrund verschärfter Jugendschutzgesetze in den USA und Großbritannien verschickt. Die Politik verlangt in vielen Regionen, Ausweis oder andere Dokumente hochzuladen, um das Alter nachzuweisen, oft über externe Dienste. Inzwischen haben 25 US-Bundesstaaten entsprechende Vorschriften erlassen. Pornhub hat daraufhin viele Märkte verlassen, in denen diese Gesetze gelten – mit deutlichen Folgen: In Louisiana sank der Pornhub-Traffic nach der Einführung der Alterskontrolle um 80 Prozent, im Vereinigten Königreich fiel er nach Inkrafttreten des Online Safety Act ähnlich stark.

Das Unternehmen kritisiert, dass Identitätsprüfungen über Dritte Datenschutzrisiken bergen und Nutzer:innen stattdessen Seiten nutzen, die keine gesetzlichen Regelungen einhalten. Laut Marketingchefin Alex Kekesi würden Suchanfragen nach alternativen, unregulierten Angeboten deutlich steigen. Sie hofft, dass die Anbieter von Betriebssystemen gemeinsam mit Aylo eine Lösung finden, wie es das neue Digitale Altersbestätigungsgesetz (AB 1043) in Kalifornien vorsieht. Diese im Oktober verabschiedete Regel verpflichtet App-Store-Betreiber dazu, Nutzer:innen bereits vor dem Download altersmäßig zu authentifizieren.

Datenschutz, Wirksamkeit und Kritik an der aktuellen Praxis

Vertreter:innen von Google und Microsoft verweisen auf bestehende Schutzfunktionen. Google-Pressesprecher Karl Ryan betont, man entwickle schon neue Authentifizierungs-Tools wie die API „Credential Manager“ und erlaube ohnehin keine Erwachsenenunterhaltung im Play Store. Microsoft empfiehlt eine dienstspezifische Alterskontrolle auf Basis der jeweiligen Risiken. Apple verweist auf Elternschutzmaßnahmen und standardmäßig aktivierte Filter für Kinderkonten.

Aylo hält die aktuelle Praxis dennoch für gescheitert. Es gebe zu viele Anbieter, um sie einzeln wirkungsvoll zu regulieren. Untersuchungen etwa der New York University und des Phoenix Center zeigen, dass viele Menschen technische Umgehungsmethoden wie VPN nutzen und auf unkontrollierte Seiten ausweichen.

Laut Mike Stabile von der Free Speech Coalition verschieben die aktuellen Altersverifikationsgesetze Nutzer:innen häufig zu illegalen Plattformen – mit negativen Folgen für die legale Industrie. Auch die zunehmende Entanonymisierung des Internets und geplante Verbotsinitiativen wie „Project 2025“ werfen laut Branchenkenner:innen Probleme auf, die über die Erwachsenenunterhaltungsbranche hinausgehen und etwa auch soziale Netzwerke betreffen werden.

Im Gespräch mit Brancheninsider:innen wird deutlich: Die meisten Akteur:innen befürworten einen effektiven Jugendschutz. Kekesi von Pornhub plädiert dafür, dass jedes Gerät standardmäßig kindersicher sein sollte – vollen Zugriff auf Inhalte sollten nur verifizierte Erwachsene erhalten. Pornhub habe in den letzten Jahren transparente Berichte, strengere Verifikationsprozesse und spezielle Hilfesysteme für problematische Suchanfragen eingeführt.

Zahlreiche Tech-Unternehmen, darunter Google, Meta und OpenAI, unterstützen das neue kalifornische Gesetz. Kekesi sieht in dem Ansatz ein mögliches Modell für andere Regionen.

Via: https://www.wired.com
Titelbild: Unsplash

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Tags: Apple, Microsoft, Google, Datenschutz, Jugendschutz, Altersverifikation, Pornoindustrie

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