OpenAI baut sein Geschäft mit Unternehmenskund:innen aus und setzt dabei auf enge Kooperationen mit großen Beratungshäusern. Im Mittelpunkt steht die neue Unternehmensplattform Frontier.
Frontier-Allianzen mit vier Beratungsgesellschaften
OpenAI hat bekannt gegeben, mehrjährige Partnerschaften mit vier Beratungsfirmen einzugehen, um die KI-Plattform Frontier in Unternehmen einzuführen. Das Unternehmen spricht von „Frontier-Allianzen“ mit Accenture, der Boston Consulting Group, Capgemini und McKinsey & Company. Finanzielle Details zu den Vereinbarungen wurden nicht genannt.
Lan Guan, Chief AI and Data Officer bei Accenture, sieht in den Frontier-Allianzen ein Beispiel dafür, wie Produktunternehmen, Beratungsfirmen und Strategieberatung zusammenarbeiten sollten, um den Einsatz von KI zu beschleunigen. Sie bezeichnet den aktuellen Zeitpunkt als Wendepunkt und betont, dass es nun darum gehe, Unternehmenskund:innen zu helfen, den tatsächlichen Wert von KI zu realisieren.
OpenAI steht im Wettbewerb mit Anbieter:innen wie Google und Anthropic und versucht, sich Nutzer:innen und Marktanteile zu sichern. In den vergangenen Monaten hat das Unternehmen verstärkt versucht, Unternehmenskunden zu gewinnen. Finanzchefin Sarah Friar sagte im Januar gegenüber CNBC, dass Unternehmen derzeit etwa 40 Prozent des Geschäfts von OpenAI ausmachen, dieser Anteil aber bis Jahresende näher an 50 Prozent liegen dürfte.
Frontier als intelligente Schicht für Unternehmenssysteme
Frontier wurde Anfang des Monats vorgestellt und soll als intelligente Schicht dienen, die unterschiedliche Systeme und Daten innerhalb einer Organisation miteinander verbindet. Die Plattform soll es Unternehmen erleichtern, KI-Agenten zu verwalten, bereitzustellen und zu entwickeln. Diese Agenten können eigenständig Aufgaben im Auftrag von Nutzer:innen erledigen.
Die Beratungspartner:innen sollen Kund:innen von OpenAI dabei unterstützen, ihre Strategie zu definieren und KI-Agenten schneller in produktive Arbeitsabläufe zu integrieren. Denise Dresser, Chief Revenue Officer von OpenAI, sagte gegenüber CNBC, Frontier verbinde die Grundlagen mit tiefgehender Umsetzungskompetenz vor Ort, um Unternehmen bei der tatsächlichen Einführung zu unterstützen.
Dresser erklärte weiter, OpenAI habe sich für die Zusammenarbeit mit Beratungsfirmen entschieden, weil diese bereits enge Beziehungen zu Unternehmen und tiefes Verständnis für deren Abläufe hätten. Zudem sei die Nachfrage nach KI deutlich höher, als ein einzelnes Unternehmen allein bedienen könne.
Skalierung durch zertifizierte Teams und enge Zusammenarbeit
Fernando Alvarez, Chief Strategy and Development Officer bei Capgemini, sagte, OpenAI setze auf die Frontier-Allianzen, um seine Technologie in großem Umfang auszurollen. Die Aufgabe sei nicht einfach, sonst hätte OpenAI dies allein erledigt, so Alvarez. Die Partnerschaften seien eine Anerkennung dafür, dass es gemeinsamer Anstrengungen bedürfe.
Die Beratungsfirmen arbeiten eng mit den sogenannten „forward-deployed engineers“ von OpenAI zusammen. Diese Ingenieur:innen verfügen über tiefgehende technische Expertise und sind direkt in verschiedenen Unternehmen eingebunden. Parallel dazu bauen die Beratungsunternehmen eigene Teams auf und investieren in „dedizierte Fachbereiche“, die auf OpenAI-Technologie zertifiziert werden sollen.
Laut OpenAI erhalten diese Teams Einblick in die Produkt-Roadmap, Zugang zu technischen Ressourcen und Unterstützung durch die Produkt- und Forschungsteams des Unternehmens. So sollen die Partner:innen in die Lage versetzt werden, Frontier-Lösungen in Kundenprojekten zu planen, umzusetzen und im laufenden Betrieb zu begleiten.
Via: https://www.cnbc.com