Das junge Unternehmen PrismML komprimiert große Sprachmodelle so stark, dass sie auf dem iPhone laufen könnten. Damit rücken deutlich leistungsfähigere KI-Funktionen direkt auf dem Gerät in Reichweite.
PrismML verkleinert Sprachmodelle ohne Leistungseinbußen
PrismML spezialisiert sich darauf, große Sprachmodelle mathematisch so zu verkleinern, dass sie deutlich weniger Speicherplatz benötigen. Nach Angaben des Unternehmens lässt sich das 54‑Gigabyte‑Modell Qwen 3.6 auf nur noch 4 Gigabyte reduzieren, ohne dass die Leistungsfähigkeit des Modells beeinträchtigt wird.
Für Apple ist dieses Thema besonders relevant. Der Konzern bevorzugt es, große Sprachmodelle nicht auf Servern, sondern direkt auf den Geräten der Benutzer:innen auszuführen. Bislang scheiterte das jedoch oft an der schieren Datenmenge, die leistungsstarke Modelle benötigen. Laut einem Bericht des US‑Magazins The Information hat Apple PrismML inzwischen als möglichen Partner identifiziert, um diese Hürde zu überwinden.
Milliarden Parameter auf dem iPhone
Das Modell Qwen 3.6 ist so groß, weil es über 27 Milliarden Parameter verfügt. Diese hohe Zahl erlaubt anspruchsvollere Aufgaben als bei kleineren Modellen. Üblicherweise arbeiten Modelle auf Smartphones nur mit wenigen Milliarden Parametern, was ihre Fähigkeiten deutlich begrenzt.
PrismML soll es gelungen sein, Qwen 3.6 so zu komprimieren, dass es auf einem iPhone lauffähig ist. Das geschrumpfte Modell soll komplexe Chat‑Interaktionen und anspruchsvolle logische Schlussfolgerungen ermöglichen. Außerdem kann es vollständig autonome Agenten antreiben, die Aufgaben eigenständig ausführen.
Apple arbeitet bereits daran, Modelle für den Einsatz auf dem iPhone zu verkleinern. In der Praxis war die Performance dabei jedoch ein Problem. Die Technologie von PrismML soll diese Einschränkung nicht haben, was das Startup für Apple besonders interessant macht.
Gespräche mit Apple, aber keine Garantie
Angesichts dieser Ausgangslage ist es wenig überraschend, dass Apple aufmerksam geworden ist. Dem Bericht zufolge hat das Unternehmen bereits Gespräche mit PrismML geführt. Dabei soll es darum gegangen sein, wie die Kompressionstechnologie von PrismML dazu beitragen könnte, fortschrittlichere KI‑Funktionen auf das iPhone zu bringen.
Ob es zu einer konkreten Zusammenarbeit kommt, ist jedoch offen. Selbst im Fall einer Partnerschaft ist derzeit unklar, wann iPhone‑Nutzer:innen und Besitzer:innen von Siri‑fähigen Geräten von den möglichen Fortschritten profitieren könnten. Konkrete Zeitpläne oder Produkte wurden bisher nicht genannt.
