Jony Ive und Sam Altman arbeiten offenbar an einem eigenen KI-Hardwareprojekt, das gezielt die Rolle der AirPods angreifen soll. Ein bekannter Leaker aus der Lieferkette liefert erste, noch vage Details.
„Sweetpea“: Audio-Gadget hinter dem Ohr statt im Ohr
Der Leaker „Smart Pikachu“, der bereits in der Vergangenheit unveröffentlichte Apple-Produkte korrekt beschrieben haben soll, berichtet von einem neuen KI-Gerät des OpenAI-Chefs Sam Altman und des früheren Apple-Designchefs Jony Ive. Das Projekt trägt intern den Codenamen „Sweetpea“ und wird als „spezielles Audioprodukt“ beschrieben, das die AirPods ersetzen soll.
Laut den Angaben handelt es sich um zwei pillenförmige Module, die in einer eiförmigen Transport- und Ladebox aufbewahrt werden. Im Einsatz sitzen die kleinen Geräte nicht im Ohr wie klassische In-Ear-Kopfhörer, sondern hinter dem Ohr und erinnern eher an ein diskretes Headset oder ein Hörstück. Welche Funktionen Sweetpea im Detail bieten soll, ist bislang nicht bekannt. Naheliegend wären Telefonie- und Audiowiedergabe, doch konkrete technische Daten fehlen derzeit.
Auf Herstellungsseite soll der Auftragsfertiger Foxconn bereits eingebunden sein. Demnach wurde Foxconn angewiesen, sich bis zum vierten Quartal 2028 auf insgesamt fünf Geräte aus dem Projekt vorzubereiten. Es ist unklar, um welche weiteren Produkte es sich dabei handelt, bekannt ist nur, dass Sweetpea als erstes Gerät der Reihe geplant sein soll.
KI-Assistent im Fokus und potenziell eigenständig nutzbar
Auch ohne offizielle Bestätigung liegt nahe, dass bei Sweetpea ein KI-Sprachassistent auf Basis von ChatGPT im Mittelpunkt steht. Über integrierte Mikrofone und Spracheingaben könnte das System Anrufe starten, Audio abspielen oder Befehle an ein verbundenes Smartphone weitergeben. Damit würde das Gerät zunächst vieles abdecken, was heutige drahtlose Ohrhörer bereits leisten.
Smart Pikachu berichtet zudem von einem besonders leistungsfähigen Chipsatz. Ziel sei ein Smartphone-ähnlicher 2-Nanometer-Prozessor, wobei ein Exynos-Chip als Favorit gilt. Zusätzlich soll ein eigener Spezialchip entwickelt werden, mit dem sich iPhone-Aktionen durch Sprachbefehle an Siri ersetzen lassen. Das deutet darauf hin, dass Sweetpea nicht nur als einfaches Zubehör gedacht ist, sondern zumindest teilweise eigenständig agieren und bestimmte Aufgaben eines Smartphones übernehmen könnte.
Ob Nutzer:innen sich auf ein solches Konzept einlassen, bleibt offen. Drahtlose In-Ear-Kopfhörer sind etabliert, vergleichsweise günstig zu produzieren und bieten Funktionen wie aktive Geräuschunterdrückung, die insbesondere in Großstädten oder im Flugzeug wichtig ist. Ein System hinter dem Ohr müsste deutliche Zusatzfunktionen bieten, um einen Wechsel attraktiv zu machen.
Weitere Geräte geplant – inklusive „Heimgerät“ und Stift
Sweetpea soll laut Leaker nur der Anfang des gemeinsamen Hardwareprojekts von Altman und Ive sein. Im Anschluss könnten weitere, teils ungewöhnliche Geräte folgen. Genannt werden ein „Heimgerät“ sowie ein Stift, zu denen es allerdings noch keine näheren technischen Informationen gibt. Auch diese Produkte würden wohl stark auf KI-Funktionen setzen.
Als groben Zeitrahmen nennt Smart Pikachu eine mögliche Vorstellung von Sweetpea rund um den September. Ob dieser Termin gehalten wird und wie weit die Entwicklung tatsächlich fortgeschritten ist, bleibt unklar. Sicher ist nur: Sollte das Gerät tatsächlich mit einem 2-Nanometer-Chip ausgestattet sein, wäre es leistungsfähig genug, um weit über ein klassisches Audiozubehör hinauszugehen – und damit direkt mit etablierten Formen von Wearables und Smartphones zu konkurrieren.
Wie erfolgreich der Versuch wird, mit KI-Hardware das Smartphone oder etablierte Ohrhörer zu verdrängen, ist völlig offen. Gescheiterte Ansätze wie die Ai-Anstecknadel von Humane zeigen, dass der Markt zwar neugierig, aber nicht grenzenlos aufnahmefähig für experimentelle KI-Gadgets ist.
Via: https://gizmodo.com
