Ein nasses iPhone schnell in eine Schüssel mit trockenem Reis zu legen, gilt vielen als bewährter Rettungstrick. Tatsächlich schadet Ihr Eurem Gerät damit eher, als dass Ihr es schützt.
Entscheidender ist, wie Ihr richtig reagiert, wenn Euer iPhone mit Wasser in Kontakt kommt – und was Ihr unbedingt lassen solltet.
Warum Reis Eurem iPhone schadet
Im Netz kursiert seit Jahren der Tipp, ein wassergeschädigtes Smartphone einfach in ungekochten Reis zu legen und abzuwarten. Die Idee dahinter: Reis soll die Feuchtigkeit im Gerät aufsaugen.
Das klingt nachvollziehbar, funktioniert aber in der Praxis nicht und kann sogar Probleme verursachen. Legt Ihr Euer iPhone in trockenen Reis, können winzige Reiskörner oder Staubpartikel in den USB‑C‑Anschluss gelangen. Dort verstopfen sie die Kontaktpins und beeinträchtigen die Verbindung.
Dazu kommt: Nimmt der Reis Feuchtigkeit aus dem Anschluss auf, kann er eine klebrige Schicht hinterlassen, die den Port zusätzlich blockiert. Der vermeintliche Rettungstrick macht den USB‑C‑Anschluss damit eher unbrauchbar.
So robust ist Euer iPhone tatsächlich
Das Risiko für den USB‑C‑Port ist auch deshalb wichtig, weil Ihr Euch um den Rest des Geräts meist weniger sorgen müsst. Moderne iPhones sind darauf ausgelegt, eine gewisse Menge Flüssigkeit wegzustecken.
Es ist also nicht mehr wie früher, als ein Sturz ins Wasser schnell das komplette Innere geflutet und das Handy dauerhaft zerstört hat. iPhones ab Modell 12 können bis zu 30 Minuten in Wasser mit einer Tiefe von bis zu 6 Metern überstehen. Regen oder ein kurzer Tauchgang reichen normalerweise nicht, um sie sofort zu ruinieren.
Allerdings nimmt die Wasserbeständigkeit mit der Zeit ab. Dichtungen altern, normale Abnutzung und leichte Sturzschäden können die Versiegelung beeinträchtigen. Salzwasser und Chlor belasten das Gerät außerdem stärker als Süßwasser. Trotzdem gilt: Reis ist keine sinnvolle Lösung.
Hinweis „Flüssigkeit in USB‑C‑Anschluss“: Das ist zu tun
Viele von Euch stoßen auf das Thema, weil das iPhone meldet: „Flüssigkeit im USB‑C‑Anschluss erkannt“. Diese Warnung erscheint, wenn Ihr ein USB‑C‑Zubehör anschließt und das Gerät Feuchtigkeit im Port registriert.
In diesem Zustand lädt das iPhone nicht. Ihr solltet das Kabel sofort abziehen und keinen Stecker einführen, solange der Anschluss noch feucht ist. Ein Ladevorgang mit Restfeuchte im USB‑C‑Port kann die Kontakte korrodieren lassen und dauerhafte Schäden verursachen. Darauf weist auch Apple in einem Support‑Dokument hin.
Kabelloses Laden ist dagegen unproblematisch. Ihr könnt Euer iPhone auf ein MagSafe‑Ladegerät legen, auch wenn es nass ist – wichtig ist nur, dass nichts in den USB‑C‑Anschluss gesteckt wird.
Nasses iPhone richtig trocknen – ganz ohne Reis
Wenn Euer iPhone nass geworden ist, hilft vor allem Ruhe und Geduld. Die empfohlene Vorgehensweise braucht Zeit, lässt sich aber leicht umsetzen.
Zuerst solltet Ihr das Gerät sorgfältig abwischen. Anschließend haltet Ihr das iPhone mit USB‑C‑Port und Lautsprechern nach unten und klopft es vorsichtig gegen Eure Hand, damit überschüssige Flüssigkeit herauslaufen kann. Danach legt Ihr es an einen trockenen Ort mit etwas Luftzirkulation, damit die Feuchtigkeit langsam verdunsten kann.
Bis der Anschluss vollständig getrocknet ist, können bis zu 24 Stunden vergehen. Auch in dringenden Fällen empfiehlt Apple mindestens 30 Minuten Wartezeit, bevor Ihr wieder ein Kabel einsteckt. Erscheint die Meldung „Flüssigkeit erkannt“ erneut, war Eure Pause deutlich zu kurz. In einer echten Notlage lässt sich diese Warnung zwar übergehen, das geschieht aber auf eigenes Risiko.
Einige Maßnahmen solltet Ihr unbedingt vermeiden: Verwendet keinen Föhn und keine andere externe Wärmequelle, um das Trocknen zu beschleunigen. Auch Druckluft im USB‑C‑Port kann schaden. Ebenso tabu sind Wattestäbchen oder zusammengefaltete Papiertücher im Anschluss, weil Ihr damit Bauteile beschädigen könnt.
Für all diese empfohlenen Schritte gilt: Sie kommen ganz ohne Reis aus. Wenn Euer iPhone nass wird, solltet Ihr also nicht hektisch zur Küchenschublade laufen. Lasst das Gerät vom Strom getrennt, trocknet es äußerlich ab und gebt ihm genügend Zeit. Reis gehört auf den Teller, nicht in die iPhone‑Rettung.
Weitere Details findet Ihr direkt bei Apple in der Anleitung dazu, was bei einem Flüssigkeitshinweis auf dem iPhone zu tun ist.
