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Narwal V40 Station – Wenn der Roboter-Spezialist plötzlich Hand anlegt

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Ich habe die Narwal V40 Station nun ein paar Wochen intensiv ausprobiert. Narwals Einstieg in dieses Segment kann überzeugen, aber lest selbst.

Wir kennen Narwal. Wer sich in den letzten Jahren auch nur ansatzweise mit dem Thema Smart Home und automatisierter Bodenpflege beschäftigt hat, kam an diesem Namen nicht vorbei. Mit dem „Flow“ –hier mein ausprobiert Test- hat das Unternehmen gezeigt, dass sie Saugroboter bauen können, die nicht nur technisch versiert sind, sondern auch optisch eine ganz eigene, fast schon sanfte Designsprache sprechen. Doch nun liegt etwas anderes auf meinem Tisch – oder besser gesagt, es steht in meinem Wohnzimmer. Narwal wagt den Schritt weg vom reinen Roboter hin zum handgeführten Akku-Staubsauger. Der Narwal V40 Station ist da. Und er kommt nicht allein, sondern bringt sein eigenes „Zuhause“ mit.

Ist das nur ein weiterer Dyson-Klone in der unendlichen Flut chinesischer Haushaltshelfer? Oder schafft es Narwal, die Intelligenz ihrer Roboter in einen Stielstaubsauger zu transferieren? Ich habe den V40 Station ausgepackt, aufgebaut und im Alltag auf Herz und Nieren geprüft. Und ich kann vorwegnehmen:

Es gibt Details, die habe ich so bei der Konkurrenz noch nicht gesehen – und das meine ich im besten Sinne.

Ausgepackt: Ein Turm voller Überraschungen

Schon beim Auspacken wird klar: Hier geht es nicht nur um einen Staubsauger, hier geht es um ein System. Der Karton ist wuchtig, und das hat einen Grund. Neben dem eigentlichen Handgerät, das mit rund 1,8 Kilogramm erfreulich leicht ausfällt, schält sich die namensgebende Station aus der Verpackung.

Designtechnisch bleibt sich Narwal treu. Alles ist in einem cleanen silbergrau gehalten, abgesetzt mit grauen und silbernen Elementen. Das wirkt modern, passt gut in helle Wohnungen und erinnert ein wenig an die Designphilosophie, die wir auch aus Cupertino kennen – wenn auch mit einem spürbaren Unterschied bei den Materialien.

Beim ersten Anfassen fällt nämlich auf: Es ist viel Kunststoff. Das Handteil wirkt solide verarbeitet, es knarzt nichts, aber dieses kühle, schwere Gefühl von eloxiertem Aluminium, das manch ein Premium-Hersteller bietet, fehlt hier ein wenig. Es ist „gutes“ Plastik, widerstandsfähiges ABS, aber man merkt, wo der Preispunkt herkommt.

Die Montage ist selbsterklärend. Klick, klack, fertig. Das Rohr ist teleskopierbar – ein Feature, das ich bei vielen Konkurrenten mit fester Rohrlänge oft vermisse. So können sowohl kleinere als auch größere Personen ergonomisch arbeiten. Im Lieferumfang finden wir neben der motorisierten Hauptbürste auch eine Milbenbürste für Polster, eine Fugendüse und einen Möbelpinsel. Aber wo hin damit? Und hier spielt Narwal seinen ersten großen Trumpf aus, noch bevor wir den ersten Krümel gesaugt haben. Die Station ist nicht nur Ladestation und Absaugstation, sie ist auch ein Schrank. Auf der Rückseite lässt sich eine Klappe öffnen, in der alle Zubehörteile ihren festen Platz haben. Kein Beutel, der im Schrank verstaubt, keine Düsen, die magisch verschwinden. Alles ist im Gerät verstaut. Das sorgt für einen extrem aufgeräumten Look. Eine Clean Desk Policy für den Hausflur, wenn man so will und das ein Detail, das mich als Ordnungsfanatiker sofort abholt.

Die Daten: Doppelte Power und intelligente Station

Werfen wir einen Blick unter die Haube, denn Narwal verspricht hier Leistungswerte, die aufhorchen lassen. Der bürstenlose Motor dreht mit bis zu 120.000 Umdrehungen pro Minute und erzeugt eine Saugleistung von 220 AirWatt (AW) beziehungsweise rund 27.000 bis 28.000 Pascal. Das sind Werte, die sich im oberen Mittelfeld bis hin zur Oberklasse bewegen. Um diese Leistung auf die Straße – pardon, auf das Parkett – zu bringen, setzt der Narwal V40 auf eine intelligente Schmutzerkennung. Ein Sensor im Luftstrom analysiert permanent die Partikeldichte und regelt die Saugkraft automatisch hoch oder runter. Das kennen wir schon von Tineco oder Dyson, und es ist erfreulich, dass dieses Feature hier Standard ist.

Doch der wirkliche „Gamechanger“ in den technischen Daten ist die Energieversorgung. Narwal legt dem V40 nicht einen, sondern gleich zwei Akkus bei. Das ist in dieser Preisklasse absolut keine Selbstverständlichkeit. Und es wird noch besser: Die Station hat einen dedizierten Ladeslot für den zweiten Akku. Während der Sauger also vorne in der Station parkt und lädt, wird der Ersatzakku oben in der Station ebenfalls geladen. Das Ergebnis ist eine theoretische Laufzeit von bis zu 120 Minuten (2x 60 Minuten im Eco-Modus). Realistisch, und da müssen wir ehrlich sein, reden wir im Auto-Modus eher von gut 30 bis 40 Minuten pro Akku. Aber mit einem schnellen Wechsel („Hot Swap“) kommt man so locker durch ein ganzes Einfamilienhaus, ohne Zwangspause.

Die Station selbst beherbergt einen 3-Liter-Staubbeutel. Laut Narwal reicht das für bis zu 100 Tage, bis man ihn wechseln muss. Das Filtersystem ist dabei komplett geschlossen und HEPA-zertifiziert (H13), was Allergiker freuen dürfte. Neun Stufen der Filtration sorgen dafür, dass die Luft, die hinten rauskommt, sauberer ist als die Raumluft. Ein kleines Display am Handteil informiert über den Akkustand und den Modus – schlicht, funktional, nicht überladen.

Auch wenn Narwal eine UVP von 449 Euro aufruft, findet sich der Narwal V40 Station bei Amamzon für 379 Euro.

Im Alltag: Saugen, andocken, vergessen?

Genug der Theorie. Wie schlägt sich der Narwal V40, wenn der Alltag zuschlägt – mit Hundehaaren, Kaffeepulver und dem Schmutz, den man nach einer Woche Urlaub in der Wohnung vorfindet?

Die Handhabung ist exzellent. Durch das geringe Gewicht des Handteils und das Gelenk an der Bodendüse lässt sich der V40 extrem wendig um Stuhlbeine und Ecken zirkeln. Der „Trigger“ zum Starten muss nicht permanent gedrückt gehalten werden – ein Segen für den Zeigefinger bei längeren Sessions. Einmal drücken an, einmal drücken aus.

Die Saugleistung auf Hartböden ist tadellos. Der V40 schnappt sich alles, von feinem Staub bis zu groben Cornflakes, meist schon im ersten Zug. Der Automatik-Modus reagiert dabei durchaus spürbar, auch wenn er manchmal eine Gedenksekunde braucht, um bei einem Teppich hochzuregeln. Apropos Teppich: Hier leistet die Walze gute Arbeit und zieht ordentlich Schmutz aus den Fasern.

Doch hier kommen wir zu meinem ersten Kritikpunkt: Die Beleuchtung. Narwal verbaut an der Front der Bodendüse weiße LEDs. Das ist nett und hilft unter dem Sofa, aber wer einmal einen Sauger mit grünem Laser oder einer dedizierten Stauberkennungs-Leuchte genutzt hat, wird hier enttäuscht sein. Das weiße Licht ist recht schwach und macht den Staub auf hellen Fliesen bei weitem nicht so sichtbar wie die Laser-Konkurrenz. Das wirkt ein wenig wie Technik von gestern.

Ein zweiter Punkt, der im Alltag auffiel, ist das Thema Haare. Narwal verspricht eine Anti-Tangle-Technologie. In meinem Test mit längeren Haaren und Tierfell zeigte sich jedoch, dass die Physik sich nicht so leicht austricksen lässt. Es gibt keinen internen Kamm, der die Haare aktiv zerschneidet oder abstreift. Nach dem Saugen fanden sich also durchaus ein paar Haare um die Bürstenrolle gewickelt, die man manuell entfernen musste. Das Lösen der Bürste geht zwar werkzeuglos und einfach, aber „wartungsfrei“ ist die Bürste nicht.

Kommen wir zum Highlight: Die Rückkehr zur Station. Das Einsetzen erfordert anfangs etwas Zielwasser, bis der Sauger in die Ladekontakte rutscht. Dann aber passiert die Magie. Je nach Einstellung (automatisch oder manuell per Knopfdruck) startet die Absaugung. Und holla, die Station hat Kraft! Mit einem durchaus lauten Rauschen wird der Behälter des Handstaubsaugers leergesaugt. Der Prozess ist laut, aber kurz. Das Ergebnis ist überzeugend: Der Behälter im Sauger ist danach blitzblank, selbst feiner Staub im Vorfilter wird gut entfernt. Für mich ist das der größte Komfortgewinn. Man kommt nach Hause, saugt kurz durch, stellt das Gerät ab und hat keinen Kontakt mehr mit dem Schmutz. Der 3-Liter-Beutel in der Station schließt zudem hygienisch ab.

Die Integration des Zubehörs in die Station erweist sich im Alltag als genial. Man muss mal eben die Fußleisten absaugen? Klappe hinten auf, Fugendüse raus, Klick, fertig. Danach wieder rein. Nichts liegt herum. Das Teleskoprohr ist praktisch, allerdings fehlt ihm ein Gelenk in der Mitte, um unter tiefen Möbeln zu saugen, ohne sich bücken zu müssen – ein Feature, das man in dieser Preisklasse mittlerweile öfter sieht.

Fazit

Der Narwal V40 Station ist ein beeindruckendes Debüt im Bereich der Akku-Staubsauger. Narwal hat sich nicht darauf beschränkt, einfach nur einen Motor an ein Rohr zu schrauben, sondern hat sich Gedanken über den gesamten Workflow der Reinigung gemacht.

Die größte Stärke dieses Systems ist zweifellos die Station. Die Kombination aus Laden, Absaugen, Zubehör-Aufbewahrung und dem parallelen Laden des zweiten Akkus ist in dieser Konsequenz und zu diesem Preis fast konkurrenzlos. Apropos Preis: Mit einem Straßenpreis, der oft deutlich unter der 400-Euro-Marke liegt, greift Narwal hier die Premium-Konkurrenz aggressiv an. Man bekommt ein Komplettpaket, für das man woanders oft das Doppelte zahlt.

Natürlich gibt es Kompromisse. Die Materialanmutung ist eher zweckmäßig als luxuriös, die weißen LEDs an der Düse sind kein Ersatz für moderne Staub-Laser, und die Bürste ist nicht immun gegen lange Haare. Wer jedoch einen zuverlässigen, ausdauernden (danke, Zweit-Akku!) und vor allem hygienischen Partner für den Alltag sucht und keine Lust hat, nach jedem Saugen den Staubbehälter über der Mülltonne auszuklopfen, der bekommt hier ein „Rundum-sorglos-Paket“.

Für Apple-Nutzer, die Design und Funktionalität schätzen, aber nicht bereit sind, Mondpreise zu zahlen, ist der Narwal V40 ein „ausprobiert“-Kandidat mit einer klaren Empfehlung. Er macht das Saugen vielleicht nicht zum Hobby, aber er nimmt ihm den größten Teil des Schreckens

Der Narwal Flow wurde uns von Narwal für diesen Test zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an den Hersteller.

Zu den Links:
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Bilder Autor und Narwal

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Tags: Selbstreinigung, HEPA-Filter, Tierhaare, Tineco, Smart Home, Narwal V40 Station, Akkusauger, Staubsauger mit Absaugstation, Dyson Alternative, Haushaltsgeräte

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