OpenAIs neue Sora-App hat für große Aufmerksamkeit gesorgt. Nach dem Start fluteten zahlreiche Nachahmer den App Store – und einige sind bis heute verfügbar.
Nachdem OpenAI in der vergangenen Woche seine exklusive Video-Generator-App Sora als Einladungsversion für Mobilgeräte vorgestellt hat, erschienen innerhalb kurzer Zeit viele dubiose Anwendungen im Apple App Store. Diese Apps bezeichneten sich ebenfalls als „Sora“ oder „Sora 2“ und bezogen sich direkt auf das populäre neue KI-Modell von OpenAI. Trotz des bekannten Markennamens und laufender Markenrechte schafften es zahlreiche dieser Apps durch Apples Prüfprozess und wurden öffentlich gelistet. Appfigures, eine Plattform für App-Analyse, ermittelte, dass nach dem offiziellen Launch mehr als ein Dutzend entsprechender Apps veröffentlicht wurden. Über die Hälfte nutzte gezielt die Bezeichnung „Sora 2“, um Suchanfragen und das Interesse der Nutzer:innen gezielt abzugreifen.
Viele dieser Fälschungen waren bereits vorher im App Store vertreten, allerdings oft unter anderen Namen. Sie passten ihren Namen nach dem Sora-Launch an, um vom Hype rund um die KI-App zu profitieren. Auch auf Google Play gab es vergleichbare „Sora“-Imitate. Die Nachahmer-Apps erzielten gemeinsam rund 300.000 Installationen; über 80.000 Downloads erfolgten unmittelbar nach dem Start der echten Sora-App. Zum Vergleich: Die offizielle Sora-App kam innerhalb kurzer Zeit auf eine Million Downloads. Nahezu alle „Fake“-Apps erhielten kurz nach der Sora-Einführung ein Update, das sie noch stärker auf die Suchbegriffe und Bedürfnisse der Nutzer:innen ausrichtete.
Unklar bleibt, wie es diese Imitate an Apples Kontrolle vorbeischafften. Laut Appfigures hat Apple zwar inzwischen viele dieser Eindringlinge aus dem Store entfernt, einige blieben jedoch online. Die bekannteste und wohl erfolgreichste Nachahmung trug den Titel „Sora 2 – AI Video Generator“ und generierte allein nach dem offiziellen Launch mehr als 50.000 Installationen.
Oft handelte es sich bei diesen Apps nicht um brandneue Anwendungen, sondern um bereits existierende Programme, die lediglich umbenannt wurden. Die Entwickler:innen passten die Beschreibung und das App-Icon an, um die erhöhte Nachfrage gezielt auszunutzen und Nutzer:innen zu überzeugen. In der Summe brachten die „Fake Soras“ mehr als 160.000 US-Dollar (rund 151.000 Euro) ein – ein durchaus lukratives Geschäft für eine kurze Lebensdauer der Apps.
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung sind weiterhin einige Sora-Apps im Store zu finden. „PetReels — Sora for Pets“ zum Beispiel verzeichnete zwar nur wenige hundert Installationen, blieb aber bestehen. Die App „Viral AI Photo Maker: Vi-sora“ versuchte durch eine Namensähnlichkeit davon zu profitieren, erzielte jedoch ebenso wenig nennenswerte Zugriffszahlen. Die App „Sora 2 – Video Generator Ai“ hingegen schaffte es auf über 6.000 Downloads. Insgesamt brachten die noch verfügbaren Apps laut Analysen keine überragenden Zahlen, allerdings sorgt ihre Präsenz weiterhin für Verwirrung unter Nutzer:innen.
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