Apple passt sein Security Bounty Programm an und erhöht das höchste Kopfgeld deutlich. Im November verdoppelt das Unternehmen die Prämie für schwerwiegende Schwachstellen von 1 auf 2 Millionen US-Dollar (rund 1,88 Millionen Euro).
Das aktualisierte Security Bounty Programm von Apple legt einen Schwerpunkt auf besonders gefährliche Sicherheitslücken, die mit Söldner-Spyware vergleichbar sind. Wer sogenannte Exploit-Ketten findet, die ohne Nutzer:innen-Interaktion agieren, kann ab November die Rekordprämie von bis zu 2 Millionen US-Dollar (ca. 1,88 Millionen Euro) erhalten. Noch höhere Zahlungen sind möglich: Wer zum Beispiel kritische Schwachstellen in Beta-Software entdeckt oder Apples Schutzmodus Lockdown aushebelt, kann sogar Prämien von über 5 Millionen US-Dollar (etwa 4,7 Millionen Euro) erhalten. Lockdown Mode ist eine weiterentwickelte Sicherheitsarchitektur für Safari, die Nutzer:innen noch besser vor komplexen Angriffen schützen soll.
Apple weitet die erhöhte Belohnung auch auf weitere Angriffsformen aus. Der Fund einer Exploit-Kette, die lediglich einen Klick der Benutzer:innen auf einer schädlichen Website erfordert, wird ab sofort mit bis zu 1 Million US-Dollar (rund 940.000 Euro) vergütet. Zuvor lag die Prämie bei maximal 250.000 US-Dollar. Angriffe, die die physische Nähe zum Gerät benötigen, sind jetzt ebenfalls mit bis zu 1 Million US-Dollar dotiert, statt wie bisher mit 250.000 US-Dollar. Auch für Angriffe, bei denen Hacker:innen direkten Zugriff auf gesperrte Geräte erhalten müssen, wurde die Maximalprämie verdoppelt und beträgt jetzt 500.000 US-Dollar (rund 470.000 Euro). Forscher:innen, die nachweisen, wie schädlicher Code über WebContent zusammen mit einem Sandbox-Escape ausgeführt werden kann, erhalten nun bis zu 300.000 US-Dollar (etwa 282.000 Euro).
Laut Ivan Krstić, Apples Vice President für Security Engineering und Architecture, hat das Unternehmen seit Einführung und Ausbau des Sicherheitsprogramms bereits mehr als 35 Millionen US-Dollar an über 800 Forscher:innen ausgezahlt. Besonders hohe Einzelprämien bleiben allerdings selten, jedoch vergab Apple bereits mehrfach 500.000 US-Dollar an einzelne Finder:innen. Apple betont in seiner Mitteilung, dass bisher beobachtete Angriffe auf iOS-Systemebene ausschließlich auf Söldner-Spyware zurückzuführen sind, die meist von staatlichen Akteuren genutzt wird und gezielt Einzelpersonen angreift. Mit neuen Sicherheitsfunktionen wie dem Lockdown Mode und der Memory Integrity Enforcement, die Speicher-Korruptions-Lücken erschweren, will Apple den Angriffsschutz weiter ausbauen. Dennoch passen Cyberkriminelle ihre Techniken ständig an, weshalb Apple mit den erhöhten Prämien gezielt hochqualifizierte Forscher:innen motivieren möchte, die kritischen Schutzmechanismen des Betriebssystems noch wirksamer abzusichern.
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