Das französische KI-Start-up Mistral plant ein Infrastrukturprojekt in Milliardenhöhe in Schweden. Damit will das Unternehmen die Basis für eine eigenständige europäische KI-Cloud legen.
Mistral kündigt an, 1,2 Milliarden Euro in digitale Infrastruktur in Schweden zu investieren, darunter Rechenzentren für künstliche Intelligenz. Die Mittel sollen den Aufbau von KI-Rechenzentren, erweiterter Rechenkapazität und lokalisierten KI-Fähigkeiten ermöglichen.
Die Ankündigung erfolgt in einer Phase, in der Europa versucht, die Infrastruktur für schnell wachsende KI-Werkzeuge aufzubauen. Zugleich geht es um technologische Souveränität vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen.
Mistral wurde 2023 gegründet und zählt inzwischen zu den führenden KI-Unternehmen Europas. Im September sammelte das Start-up in einer Finanzierungsrunde 1,7 Milliarden Euro ein und erreichte damit eine Bewertung von 11,7 Milliarden Euro. Der niederländische Chiphersteller ASML steuerte 1,3 Milliarden Euro zu dieser Runde bei.
Zu den Investor:innen von Mistral gehören neben ASML auch Nvidia und Microsoft sowie DST Global, Andreessen Horowitz, Bpifrance, General Catalyst und Index Ventures. CEO Arthur Mensch bezeichnet die Investition als „konkreten Schritt zum Aufbau unabhängiger Fähigkeiten in Europa, die der KI gewidmet sind“.
Mit einem vollständig vertikalen Angebot, bei dem Daten lokal verarbeitet und gespeichert werden, will Mistral nach eigenen Angaben Europas strategische Autonomie und Wettbewerbsfähigkeit stärken. Das Unternehmen sieht darin die Grundlage für eine europäische KI-Cloud, die Industrie, öffentliche Institutionen und Forschungseinrichtungen in großem Maßstab bedienen kann.
Ursprünglich konzentrierte sich Mistral auf den Aufbau großer Sprachmodelle. Inzwischen hat das Unternehmen sein Angebot auf die Infrastruktur erweitert, die für den Betrieb solcher KI-Modelle nötig ist.
Im Juni stellte Mistral den Dienst „Mistral Compute“ vor. Laut Unternehmen bietet er einen integrierten Technologie-Stack mit Grafikprozessoren, Programmierschnittstellen und Diensten wie vollständig verwalteter Plattform-als-Service.
Die nordischen Länder gelten in Europa als besonders geeignete Standorte für Rechenzentren. Sie bieten niedrigere Energiekosten als viele andere Regionen sowie kühlere Temperaturen, was den Betrieb großer Rechenanlagen begünstigt.
Im Juli kündigte OpenAI an, in Norwegen ein KI-Rechenzentrum im Rahmen der Initiative „Stargate“ aufzubauen. Mistral setzt nun ebenfalls auf Nordeuropa und arbeitet im Rahmen der Investition mit dem schwedischen Unternehmen EcoDataCenter zusammen, um umfangreiche KI-Rechenkapazitäten bereitzustellen. Es handelt sich um die erste KI-Infrastrukturinvestition des französischen Start-ups außerhalb des Heimatmarkts.
Die Anlage in Schweden soll 2027 in Betrieb gehen und die Entwicklung sowie den Betrieb der nächsten Generation von Mistrals KI-Modellen unterstützen. Trotz der starken Finanzierung – insgesamt 2,9 Milliarden US-Dollar laut der Plattform Dealroom – liegt Mistral bei den Summen hinter US-Wettbewerbern zurück. OpenAI strebt derzeit eine Finanzierungsrunde von bis zu 100 Milliarden US-Dollar an, während Anthropic im Januar eine Vereinbarung über eine Runde von 10 Milliarden US-Dollar unterschrieben hat.
Via: https://www.cnbc.com
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