Microsoft reagiert auf anhaltende Kritik an Windows 11 und kündigt mehrere Änderungen an. Im Fokus stehen der Einsatz von Copilot, die Taskleiste und zentrale Systemfunktionen.
Copilot wird in Windows 11 zurückgenommen
In einem Blogeintrag mit dem Titel „Unser Bekenntnis zu Windows‑Qualität“ beschreibt Pavan Davuluri, Executive Vice President für Windows und Geräte, die geplanten Schritte. Demnach hat Microsoft in den vergangenen Monaten umfangreich Rückmeldungen von Benutzer:innen ausgewertet. Laut Davuluri zeigt dieses Feedback, dass viele Menschen Windows intensiv nutzen und konkrete Verbesserungen erwarten.
Microsoft will insbesondere den Einsatz von Künstlicher Intelligenz gezielter gestalten. Davuluri schreibt, Ihr werdet sehen, dass Copilot bewusster und nur dort integriert wird, wo der Nutzen klar und die Umsetzung sorgfältig ist. Als ersten Schritt entfernt das Unternehmen nach eigener Ankündigung „unnötige Copilot-Einstiegspunkte“ aus mehreren System-Apps.
Betroffen sind unter anderem das Tool „Ausschneiden und skizzieren“, die Fotos-App, die Widgets sowie der Editor. Für Windows-Insider:innen sollen die ersten Anpassungen bereits ab diesem Monat ausgerollt werden. Microsoft koppelt die Umsetzung also eng an das bestehende Testprogramm für Vorabversionen.
Mehr Freiheit bei der Taskleiste und optimierter Explorer
Neben Copilot steht die Benutzeroberfläche im Mittelpunkt der Änderungen. Künftig könnt Ihr die Taskleiste wieder flexibler anordnen und nicht mehr nur am unteren Bildschirmrand nutzen. Microsoft plant, die Position auch am oberen Rand sowie an den Bildschirmseiten zu ermöglichen.
Darüber hinaus sollen Updates weniger störend ablaufen. Ihr sollt Eure Geräte künftig herunterfahren oder neu starten können, ohne dazu gleichzeitig eine neue Aktualisierung installieren zu müssen. Damit reagiert Microsoft auf Kritik an erzwungenen Update-Zyklen, die laufende Arbeit unterbrechen.
Auch der Datei-Explorer erhält eine technische Überarbeitung. Das Unternehmen verspricht einen schnelleren Start des Programms, weniger Flackern sowie eine flüssigere Navigation. Zudem sollen alltägliche Dateioperationen zuverlässiger funktionieren. Diese erste Runde von Verbesserungen zielt ausdrücklich auf die Basisfunktionen, die viele von Euch täglich nutzen.
Druck auf Microsoft durch Fehler und Konkurrenz
Die nun angekündigten Korrekturen folgen auf mehrere Probleme mit früheren Aktualisierungen von Windows 11. Im Januar musste Microsoft kurzfristig zwei Notfall-Updates bereitstellen, nachdem ein eigentlich routinemäßiges Sicherheitsupdate gravierende Fehler ausgelöst hatte. Einige PCs ließen sich daraufhin nicht mehr ordnungsgemäß herunterfahren, außerdem wurde Outlook beschädigt.
Der allgemeine Zustand des Betriebssystems hat dazu geführt, dass sich viele Nutzer:innen intensiver mit Linux-Alternativen beschäftigen, darunter Distributionen wie Bazzite. Parallel dazu erhöht auch Apple den Druck auf den klassischen PC-Markt.
Mit dem kürzlich vorgestellten MacBook Neo für 699 Euro bietet Apple ein Notebook an, das derzeit nur wenige PC-Hersteller vergleichbar aufstellen können. Dadurch wirkt Microsofts Dominanz im PC-Segment erstmals seit mehr als zehn Jahren angreifbarer.
