https://www.apple.com/de/newsroom/2022/12/apple-launches-self-service-repair-in-europe/
Apple, Microsoft und andere Hersteller erhöhen die Preise, während KI den Markt für Speicherbausteine durcheinanderbringt. Für viele von Euch wird Neuanschaffen damit zur schlechten Option.
Stattdessen rückt ein Prinzip in den Vordergrund, das aus einer ganz anderen Zeit stammt: reparieren, erhalten und gezielt aufrüsten, wo es sich lohnt.
Apple hat die Preise für eine breite Palette an Geräten deutlich angehoben, darunter iPads, Macs und Heimgeräte wie Apple TV, HomePod und Vision Pro. Die Steigerungen liegen laut Berichten bei rund 18 bis knapp 33 Prozent, selbst generalüberholte Geräte sind betroffen. Ein Beispiel ist das MacBook Neo, das erst in diesem Jahr auf den Markt kam und nun teurer wird.
Parallel dazu ziehen auch Spielekonsolen an. Microsoft erhöht weltweit die Preise für Xbox-Modelle, wobei die Varianten mit 512 Gigabyte und 1 Terabyte Speicher je nach Ausstattung um 100 bis 150 US‑Dollar (rund 93 bis 140 Euro) teurer werden. Gleichzeitig stellt der Konzern die 2‑Terabyte-Version ein. Für Spieler:innen wird der Einstieg in aktuelle Hardware damit spürbar kostspieliger.
Im Hintergrund steht ein weiterer Treiber: der Markt für Arbeitsspeicher. Die Nachfrage nach RAM wächst durch den Ausbau von KI-Rechenzentren stark, was sich auf die Preise auswirkt. In Analysen ist bereits von einer „RAM-Krise“ die Rede, die PC- und Konsolen-Gaming belastet und Hardware insgesamt verteuert.
In dieser Lage rückt die Frage in den Fokus, welche Reparaturen und Aufrüstungen sich wirklich rechnen. Bei klassischen PCs gehören Arbeitsspeicher, SSDs und teilweise auch Netzteile oder Grafikkarten zu den typischen Komponenten, die sich relativ einfach tauschen lassen. Nutzer:innen können so ältere Systeme für Alltagsaufgaben und viele Spiele weiter nutzen, ohne komplett neu zu investieren.
Bei Konsolen ist der Spielraum kleiner, aber auch hier gibt es Möglichkeiten. Interne oder externe Speichererweiterungen können reichen, um ein Gerät noch einige Zeit sinnvoll zu betreiben. Angesichts steigender Konsolenpreise gewinnt das an Bedeutung, zumal neue Modelle teils nur bei der Speicherausstattung variieren.
Im Apple-Ökosystem sind Optionen traditionell stärker eingeschränkt. Nach den jüngsten Preiserhöhungen werden aber Reparaturen von iPads und Macs interessanter, ebenso der gezielte Kauf von Geräten, die noch offizielle Updates erhalten. Während OLED-Monitore laut Marktbeobachtungen derzeit kaum von den KI-bedingten Preissteigerungen betroffen sind, verteuern sich Speicher und andere Komponenten deutlich stärker.
Rechte auf Reparatur spielen hier eine wachsende Rolle. Vorgaben zum „Right to Repair“ sollen dafür sorgen, dass Hersteller Ersatzteile und Unterlagen bereitstellen. In der Praxis begrenzen Apple und andere Anbieter den Zugang jedoch häufig, etwa durch Designentscheidungen oder Software-Sperren, sodass unabhängige Werkstätten und DIY-Reparaturen nicht immer alle Optionen ausschöpfen können.
Zwischen teuren Neugeräten und eingeschränkten Aufrüstpfaden hilft eine einfache Orientierungshilfe. Reparatur lohnt sich vor allem dann, wenn die Kosten deutlich unter dem Preis eines vergleichbaren Ersatzgeräts liegen und weiterhin Software-Updates oder kompatible Spiele zu erwarten sind. Austausch von RAM, SSD oder Akku kann hier entscheidend sein.
Der Gebrauchtkauf bietet sich an, wenn Ihr gezielt nach Modellen mit noch langer Update-Versorgung sucht oder beim Umstieg auf eine andere Plattform Kosten sparen wollt. Auch der Markt für generalüberholte Geräte bleibt interessant, obwohl Hersteller wie Apple inzwischen selbst dort höhere Preise verlangen.
Leasing-Modelle oder Abonnements können eine Option sein, wenn Ihr regelmäßig aktuelle Hardware benötigt oder hohe Einmalzahlungen vermeiden möchtet. Allerdings koppeln Euch solche Modelle oft stärker an einen Anbieter, der zugleich bei Preisen und KI-Funktionen das Tempo vorgibt.
Unabhängig vom Weg gilt das alte Prinzip „Make do and mend“ in moderner Form: Geräte so lange wie möglich sinnvoll nutzen, gezielt reparieren und nur dort aufrüsten, wo es technisch und finanziell trägt.
Via: www.engadget.com · www.cnet.com · www.techradar.com
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