Der Boom rund um Künstliche Intelligenz sorgt für eine überraschende Folge: Speicher wird knapp – und damit steigen die Speicherpreise. Das trifft inzwischen direkt auf die Preise für PCs, Konsolen und Notebooks durch.
Große Betreiber von Cloud- und KI-Infrastruktur setzen derzeit massiv auf neue Rechenzentren. Für diese Anlagen kaufen sie enorme Mengen an Arbeitsspeicher und Flash-Speicher ein, um KI-Modelle zu trainieren und bereitzustellen. Genau diese Nachfrage verknappt die verfügbaren Speicherchips am Weltmarkt und treibt die Preise nach oben.
Apple begründet die jüngsten Preissteigerungen bei iPads, Macs und Heimgeräten mit gestiegenen Kosten für Speicherbausteine. Laut einem Bericht von CNET reichen die Erhöhungen von rund 18 bis fast 33 Prozent und betreffen auch generalüberholte Geräte. Der Konzern verweist auf die stark wachsende Nachfrage nach RAM und Flash für KI-Datenzentren als zentrale Ursache.
Parallel dazu melden weitere Medien, dass Apple den Fokus seiner kommenden M‑Chips stärker auf KI-Funktionen legt. Engadget berichtet, Apple könne bei Pro- und Max-Varianten der M6-Generation aussetzen und direkt auf M7 setzen, die besonders für lokale KI-Verarbeitung optimiert werden sollen. Auch dafür wird zusätzliche, schnelle Speicherkapazität benötigt.
Neben klassischen Notebooks geraten insbesondere Gaming-PCs und Spielekonsolen ins Visier der Speicherknappheit. Techradar macht die gleiche Entwicklung, die Apple für seine Preisschritte anführt, für eine „RAM-Krise“ im Gaming-Sektor verantwortlich. Wenn Rechenzentren Speicher im großen Stil einkaufen, bleiben für Gaming-Hersteller weniger Reserven zu vertretbaren Konditionen.
Das wirkt sich inzwischen spürbar auf Konsolenpreise aus. Laut TechCrunch erhöht Microsoft die Preise für alle Xbox-Modelle weltweit, nachdem Apple zuvor seine Hardware verteuert hat. Ab 1. August sollen die Konsolen je nach Speicherausstattung um 100 bis 150 US‑Dollar (rund 93 bis 140 Euro) teurer werden, die 2‑Terabyte-Variante wird komplett eingestellt. Auch hier steht die Speicherkapazität im Zentrum der Anpassungen, denn mehr interner Speicher bedeutet höhere Kosten in einem angespannten Markt.
Gleichzeitig zeigen Berichte wie bei The Verge, dass es generell „keine gute Zeit“ sei, einen neuen Computer zu kaufen. Steigende Preise für zentrale Komponenten wie Arbeitsspeicher und Flash-Speicher erschweren attraktive Angebote, weil Hersteller höhere Einkaufskosten weitergeben müssen.
Nicht alle Produktkategorien sind gleichermaßen vom KI-getriebenen Speicherboom betroffen. Techradar verweist etwa auf OLED-Monitore, die derzeit vergleichsweise günstig zu haben sind. Diese Displays benötigen im Vergleich zu High-End-PCs oder Konsolen deutlich weniger teuren RAM oder Flash und sind daher weniger direkt von der aktuellen Preiswelle erfasst.
Wenn Ihr mit begrenztem Budget plant, lohnt es sich, Anschaffungen zu priorisieren. Komponenten ohne großen Speicherbedarf, etwa viele Monitore oder Eingabegeräte, zeigen sich bislang deutlich preisstabiler. Dagegen sind Geräte, die viel schnellen Speicher integriert haben, besonders anfällig für Aufschläge, darunter Gaming-PCs, Konsolen und leistungsstarke Laptops.
Wer ein bestehendes Setup nutzt, kann zudem genauer abwägen, welche Upgrades wirklich nötig sind. In manchen Fällen reicht es, eine vorhandene Konsole oder einen Laptop länger zu verwenden und nur gezielt in Zubehör zu investieren. Damit vermeidet Ihr, die volle Wucht der aktuellen Speicherpreise zu spüren, während KI-Rechenzentren den Markt weiter aufmischen.
Via: www.cnet.com · www.techradar.com · www.engadget.com
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