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JD.com startet Joybuy in Europa und greift Amazon an

JD.com bringt mit Joybuy eine eigene Online-Plattform nach Europa und stellt sich damit direkt dem Wettbewerb mit Amazon. Gleichzeitig grenzt sich der chinesische Konzern von Rivalen wie AliExpress und Temu ab.

Joybuy startet in sechs europäischen Märkten

Der chinesische Onlinehändler JD.com hat am Montag seine seit Langem erwartete europäische Einkaufsplattform Joybuy gestartet. Die internationale Marke geht zunächst in sechs Märkten an den Start, darunter Großbritannien und Deutschland. JD.com setzt dabei auf schnelle Lieferungen und als hochwertig positionierte Produkte, um sich einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen.

Im Unterschied zu Wettbewerbern wie AliExpress und Temu, die ein leichtes Modell mit geringem eigenen Bestand verfolgen und Ware direkt aus China verschicken, betreibt JD.com eigene Lagerhäuser und Logistiknetze vor Ort. So will der Konzern Lieferzeiten möglichst kurz halten. Dieses Modell hat sich in China bereits bewährt, wo JD ein dichtes Logistiknetz für sehr schnelle Zustellungen aufgebaut hat und als Anlaufstelle für internationale Marken wie Apple gilt.

In Europa sollen Kund:innen bei Bestellungen vor 11 Uhr eine Lieferung am selben Tag erhalten. In Großbritannien fallen für Bestellungen über 29 Pfund (rund 34 Euro) keine zusätzlichen Lieferkosten an.

Markenshops und eigenes Warenmodell

Joybuy bietet sogenannte Markenshops von Unternehmen wie L’Oréal Paris und De’Longhi an. Diese Bereiche innerhalb der Joybuy-App sind als gebrandete Flächen angelegt, auf denen Hersteller ihre offiziellen Produkte präsentieren können.

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Mit Joybuy betritt JD.com einen stark umkämpften europäischen E-Commerce-Markt. Dort treffen große Anbieter wie Amazon auf kleinere regionale Plattformen sowie auf Angebote von Alibaba-Tochter AliExpress und Temu-Betreiber PDD. AliExpress und Temu haben bislang vor allem auf günstig bepreiste Produkte gesetzt und nutzen ein Marktplatzmodell, bei dem Drittanbieter ihre Waren über die Plattformen verkaufen.

JD.com versucht nun aufzuholen und setzt dabei auf ein anderes Modell. Joybuy betont, dass ein Großteil der angebotenen Waren im eigenen Besitz des Unternehmens ist. „Wir sind zunächst einmal ein Händler erster Partei, wir sind völlig anders als jeder andere Händler, basierend auf unserem Kundenangebot“, sagte Matthew Nobbs, Geschäftsführer von Joybuy in Großbritannien, im Gespräch mit CNBC. Man betreibe kein Geschäft, das auf Zollfreigrenzen („de minimis“) ausgerichtet sei, so Nobbs weiter. Joybuy verstehe sich in erster Linie als Händler für Marken, das sei der Kern des Geschäfts.

Liefergeschwindigkeit und Abo-Modell JoyPlus

Laut Nobbs befand sich Joybuy mehr als sechs Monate in einer Testphase, bevor die Plattform nun vollständig startet. Neben der kostenlosen Lieferung am selben Tag für Bestellungen über 29 Pfund (rund 34 Euro) führt JD.com in Großbritannien ein monatliches Mitgliedschaftsmodell namens JoyPlus ein. Dieses kostet 3,99 Pfund (rund 4,70 Euro) und bietet unbegrenzte kostenlose Lieferungen. Zum Vergleich: Amazon Prime liegt im Vereinigten Königreich bei 8,99 Pfund (rund 10,60 Euro) pro Monat.

„Die Lieferkette ist die Stärke und der Kern von allem, was wir tun“, betonte Nobbs. Die Lieferung am selben Tag wird allerdings nicht von Beginn an in allen Regionen verfügbar sein, in denen Joybuy startet. JD.com plant jedoch, sein Lagernetz schrittweise auszubauen. Die Lagerkapazitäten sollen nach und nach in Großbritannien und in weiteren Märkten erweitert werden.

Via: https://www.cnbc.com

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Michael Reimann

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