In London endet ein iPhone-Diebstahl für einige Betroffene nicht mit dem Verlust des Geräts. Nach dem Klau folgen Droh-SMS – ein zweiter Angriff auf Daten und Konto.
Wir fassen zusammen, wie Täter vorgehen könnten, welche Apple-Funktionen im Fokus stehen und welche Schutzmaßnahmen Ihr jetzt prüfen solltet.
Vom Straßenraub zur digitalen Erpressung
Berichte aus London zeigen: Nach dem Diebstahl eines iPhones erhalten Betroffene später bedrohliche SMS. Die Täter setzen die Opfer unter Druck, um an weitere Informationen oder Zugänge zu kommen. Laut der New York Times wurden in der britischen Hauptstadt in den vergangenen Jahren zehntausende Smartphones gestohlen, für einige Betroffene war der Geräteklau nur der Anfang.
Im Zentrum steht dabei der Apple-Account mit ihren verknüpften Daten. Wer Zugriff darauf bekommt, kann persönliche Informationen einsehen, Geräte verwalten und im schlimmsten Fall auch auf Finanzdaten zugreifen. Zusätzlich sind Kontakte und Bewegungsdaten interessant, weil sie sich zur Einschüchterung oder zur weiteren Erpressung nutzen lassen.
Welche Daten im Fokus stehen – und welche Schutzfunktionen helfen
Für Angreifer:innen sind mehrere Bereiche besonders relevant: Zugang zum Apple-Account, gespeicherte Kontakte, Standortverlauf und Geräteverwaltung. Die Kombination daraus macht ein gestohlenes iPhone deutlich wertvoller als reine Hardware.
Apple bietet verschiedene Funktionen, mit denen Ihr das Risiko senken könnt. Wichtig ist zunächst ein robuster Code für das iPhone selbst. Ein längerer numerischer Code oder ein alphanumerisches Passwort ist deutlich schwerer zu erraten als eine kurze vier- oder sechsstellige PIN. Zusätzlich kann ein separater PIN für bestimmte Aktionen helfen, etwa wenn Apple Funktionen anbietet, bei denen sensible Einstellungen nochmals abgesichert werden.
Für den Apple-Account selbst empfiehlt sich ein Wiederherstellungsschlüssel, sofern Ihr die Funktion nutzen wollt und die damit verbundenen Risiken einschätzen könnt. Dieser Schlüssel ersetzt andere Wiederherstellungswege und muss sicher aufbewahrt werden. Wer ihn verliert, hat möglicherweise selbst keinen Zugriff mehr auf den Account. Ebenfalls zentral ist der Schutz vor Änderungen an sicherheitsrelevanten Einstellungen direkt am Gerät.
Apple bietet außerdem die Funktion „Schutz für gestohlene Geräte“ (Stolen Device Protection). Sie soll verhindern, dass bestimmte sicherheitsrelevante Änderungen ohne zusätzliche Hürden vorgenommen werden, wenn sich das iPhone nicht an bekannten Orten befindet oder bestimmte Bedingungen nicht erfüllt sind. Aktiviert Ihr diese Funktion, erschwert Ihr es Angreifer:innen, nach einem Diebstahl Euren Apple-Account-Einstellungen zu manipulieren.
Unabhängig davon solltet Ihr regelmäßige Backups einplanen, etwa über iCloud oder lokal per Computer. So reduziert Ihr den Schaden, falls Ihr ein Gerät verliert oder es gestohlen wird, weil sich zumindest Daten wiederherstellen lassen.
Die ersten 60 Minuten nach Verlust oder Diebstahl
Wenn Ihr den Verlust eines iPhones bemerkt, zählt jede Minute. Sichert zuerst Euren Apple-Account, etwa indem Ihr das Passwort ändert. So verhindert Ihr, dass ein möglicher Zugriff auf das Gerät direkt in den Account durchgereicht wird.
Als Nächstes solltet Ihr das iPhone über die „Wo ist?“-Funktion als verloren markieren oder, falls nötig, eine Fernlöschung anstoßen. Beides setzt voraus, dass Ihr die entsprechenden Funktionen vorher aktiviert habt und Euch in Euren Account einloggen könnt.
Informiert anschließend Euren Mobilfunkanbieter und lasst die SIM-Karte sperren, um Missbrauch über SMS oder Anrufe zu vermeiden. Je nach Situation kann zudem eine Anzeige bei der Polizei sinnvoll sein, insbesondere wenn weitere Straftaten im Raum stehen.
Erhaltet Ihr im Anschluss Droh-SMS, solltet Ihr nicht auf Forderungen eingehen und keine zusätzlichen Informationen preisgeben. Stattdessen könnt Ihr die Nachrichten dokumentieren und an die zuständigen Behörden weitergeben.
Via: www.nytimes.com
