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Handyvertrag top, Netz flop? So hilft euch die Mess-App der Bundesnetzagentur

Auf dem Papier verspricht der Handyvertrag hohe Geschwindigkeiten, in der Praxis lädt selbst eine Website im Schneckentempo. Die offizielle Mess-App der Bundesnetzagentur soll genau diesen Widerspruch sichtbar machen.

Was die Mess-App leistet – und warum sie wichtig ist

Die Bundesnetzagentur stellt eine eigene Smartphone-App bereit, mit der ihr die tatsächliche Geschwindigkeit eurer Mobilfunkverbindung messen könnt. Damit sollt ihr realistische Werte bekommen, statt Euch nur auf Werbeaussagen der Provider zu verlassen. Die App misst unter anderem Download- und Uploadrate sowie die Reaktionszeit des Netzes und dokumentiert die Ergebnisse. So entsteht ein objektives Bild, wie gut euer Tarif im Alltag wirklich funktioniert.

Die gesammelten Daten sind nicht nur für euch persönlich interessant, sondern fließen auch in die öffentliche Diskussion über Funklöcher, den Ausbau von 5G und Fragen der Netzneutralität ein. Wenn viele Nutzer:innen ihre Messungen teilen, lassen sich regionale Unterschiede und problematische Bereiche im Netz besser erkennen. Das gibt Politik und Behörden eine Grundlage, um den Ausbau der Infrastruktur gezielter einzufordern.

So sammelt ihr verwertbare Messdaten gegen Unterleistungen

Damit Messungen gegenüber dem Provider Gewicht haben, solltet ihr strukturiert vorgehen. Führt die Tests zu unterschiedlichen Tageszeiten durch und wiederholt sie an mehreren Tagen. Wichtig ist, dass ihr unter möglichst typischen Nutzungsbedingungen messt, also etwa dort, wo ihr regelmäßig arbeitet, streamt oder telefoniert. Die App speichert die Ergebnisse und ordnet sie dem jeweils genutzten Mobilfunknetz zu, sodass ihr später belegen könnt, wie oft und wie stark die Leistung von den vertraglich zugesicherten Werten abweicht.

Kommt dabei wiederholt heraus, dass eure Verbindung deutlich langsamer ist als im Tarif zugesagt, könnt ihr aus diesen Nachweisen Ansprüche ableiten. In Frage kommen etwa eine Minderung des Entgelts oder – bei gravierenden und dauerhaften Problemen – eine außerordentliche Kündigung des Vertrags. Die App hilft euch, eine belastbare Datengrundlage aufzubauen, statt euch nur auf subjektive Eindrücke zu stützen. So seid ihr in der Lage, gegenüber eurem Anbieter konkreter aufzutreten und könnt auf dokumentierte Messergebnisse verweisen.

Relevanz für Apple-Nutzer:innen mit eSIM und 5G-iPhones

Für viele von euch ist das Mobilfunknetz längst mehr als nur ein Kanal für Messaging und gelegentliches Surfen. Wer mit dem iPhone im Homeoffice arbeitet, regelmäßig den persönlichen Hotspot nutzt oder unterwegs in hoher Qualität streamt, ist auf stabile Bandbreite angewiesen. Das gilt besonders, wenn ihr bereits auf eSIM-only-Modelle umgestiegen seid und euch nicht mehr mit einer physischen SIM-Karte in ein anderes Netz retten könnt. Auch 5G-iPhones entfalten ihren Nutzen erst dann, wenn das entsprechende Netz vor Ort tatsächlich leistungsfähig ist.

Mit der Mess-App der Bundesnetzagentur könnt ihr gezielt prüfen, ob euer 5G-Tarif im Alltag hält, was versprochen wurde. Fällt eure Verbindung trotz moderner Hardware und hoch beworbenem Tarif immer wieder deutlich ab, lassen sich diese Abweichungen dokumentieren. Das ist nicht nur im Streitfall mit dem Provider hilfreich, sondern zeigt zugleich, wo der theoretische 5G-Ausbau und die praktische Erfahrung auseinanderklaffen. Je mehr von euch diese Möglichkeiten nutzen, desto klarer wird sichtbar, wo das Netz tatsächlich ausgebaut werden muss.

Wichtiger Hinweis: Die neue Mess-App ist nicht zu verwechseln mit der schon verfügbaren App der Bundesnetzagentur. Hier bei uns bekommt ihr den Link zu neuen Version. Diese ist für einen Nachweis die richtige.

Entwickler: zafaco
Preis: Kostenlos

Via: t3n.de

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Michael Reimann

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