Mehrere Bürgerrechts- und Frauenrechtsorganisationen fordern Apple und Google auf, die Apps von X und xAI aus ihren App-Stores zu entfernen. Der Vorwurf: Beide Konzerne würden an nicht-einvernehmlichen sexuellen Deepfakes mitverdienen.
In offenen Briefen, die am Mittwoch veröffentlicht wurden, kritisiert ein Bündnis von 28 Interessengruppen die Plattform X und den KI-Dienst Grok. Nach Ansicht der Organisationen ist X mit nicht-einvernehmlichen sexuellen Deepfakes überflutet, die klar gegen die Richtlinien von Apple und Google verstoßen, die Apps bleiben jedoch weiterhin in deren Stores verfügbar.
Die Unterzeichner:innen wenden sich direkt an die Vorstandschefs Tim Cook und Sundar Pichai und fordern, X und die Grok-App aus den App-Stores zu entfernen. Beide Unternehmen würden sonst an Inhalten mitverdienen, die strafbar seien und den eigenen Richtlinien widersprächen.
In dem an Apple gerichteten Schreiben heißt es, Grok werde genutzt, um in großem Umfang nicht-einvernehmliche intime Bilder (NCII) zu erzeugen. Dazu zähle auch Material mit sexuellem Kindesmissbrauch (CSAM), also Inhalte, die eine Straftat darstellen und Apples App-Review-Richtlinien direkt verletzen.
Da Grok sowohl in einer eigenen App verfügbar als auch direkt in X integriert ist, fordern die Organisationen Apple auf, den Zugang zu beiden Anwendungen umgehend zu sperren. Ein nahezu identischer Brief ging an Google, das mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert wird.
Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die Frauenrechtsorganisation UltraViolet, die Nationale Organisation für Frauen, Women’s March, MoveOn und Friends of the Earth. Sie sprechen von einer „Massenserie des digitalen Ausziehens“ von Frauen und Minderjährigen auf X. Zivilgesellschaftliche Gruppen würden seit dem Start von Grok vor diesem Missbrauchspotenzial warnen.
Kritik üben die Verbände auch an X’ Entscheidung, die Bildgenerierung und -bearbeitung von Grok nur zahlenden Abonnent:innen vorzubehalten. Dieser Schritt sei ein dünner und unwirksamer Versuch, die digitalen „Ausziehaktionen“ zu stoppen, und führe in Wahrheit nur dazu, dass Missbrauch von NCII auf X monetarisiert werde. Apple und Google würden damit nicht nur NCII und CSAM ermöglichen, sondern auch noch daran verdienen, heißt es in den Schreiben.
Die offenen Briefe sind Teil der Kampagne „Get Grok Gone“, mit der das Bündnis gezielt auf Apple und Google Druck ausüben will. Ziel ist es, die Verbreitung nicht-einvernehmlicher intimer Bilder über X und Grok einzudämmen, indem der Zugang über die großen App-Stores gekappt wird.
Gleichzeitig startet UltraViolet die Initiative „Reclaim the Domain“. Diese breiter angelegte Kampagne richtet sich generell gegen die nicht-einvernehmliche Erstellung und Verbreitung intimer Aufnahmen im Netz. Die Organisationen stellen die App-Store-Betreiber in die Verantwortung, ihre eigenen Richtlinien konsequent anzuwenden und Anwendungen, die aus ihrer Sicht systematisch dagegen verstoßen, zu entfernen.
Via: https://www.theverge.com
Titelbild KI (Zur Illustration)
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