Google bringt seine AI Edge Galerie erstmals offiziell auf den Mac und erweitert damit die On-Device-Nutzung eigener Sprachmodelle. Gleichzeitig startet mit Gemma 4 12B ein neues Modell sowie das Diktier- und Bearbeitungstool AI Edge Eloquent für macOS.
Gemma-Modelle lokal auf dem Mac ausführen
Mit der AI Edge Galerie für macOS können Nutzer:innen eine Auswahl von Googles Gemma-Sprachmodellen vollständig lokal auf ihren Rechnern ausführen. Die App, die es zuvor bereits für das iPhone gab, steht nun als kostenloser Direktdownload auf der Google-Website für den Mac bereit. Google betont, dass die lokale Ausführung von großen Sprachmodellen mehrere Vorteile bietet: Die Modelle funktionieren offline, verbessern den Datenschutz, weil Daten auf dem Gerät bleiben, und reagieren häufig schneller als cloudbasierte Dienste.
Die AI Edge Galerie unterstützt verschiedene Gemma-4- und Gemma-3n-Modelle, darunter Gemma‑4‑12B‑it, Gemma‑4‑E2B‑it, Gemma‑4‑E4B‑it, Gemma‑3n‑E2B‑it und Gemma‑3n‑E4B‑it. Neu hinzu kommt Gemma 4 12B, ein multimodales Modell, das laut Google „agentische“ KI-Funktionen direkt auf Alltags-Laptops bringen soll. Dafür reicht ein System mit mindestens 16 GB Grafikspeicher oder gemeinsam genutztem Speicher aus, womit alle modernen Apple-Laptops außer dem MacBook Neo unterstützt werden.
Gemma 4 12B kann lokal Python-Skripte generieren und ausführen, etwa für Datenanalysen. Google zeigt Beispiele, in denen das Modell Code erstellt, um Datensätze auszuwerten und Diagramme aus Rohdaten zu generieren. In einer weiteren Demonstration erzeugt das Modell Code für ein 3D-Objekt und korrigiert sich dabei selbst. Google sieht Einsatzfelder bei lokaler Datenanalyse, Programmieraufgaben und komplexeren, agentenartigen Workflows. Veröffentliche Leistungsdaten zeigen, dass Gemma 4 12B auf einem MacBook Pro mit Apple-M4-Chip lokal läuft.
AI Edge Eloquent: Diktieren und Bearbeiten auf dem Gerät
Parallel zur Galerie bringt Google AI Edge Eloquent auf den Mac. Die App für Diktat und Textbearbeitung läuft vollständig auf dem Gerät und benötigt keine Internetverbindung. Nutzer:innen können Eloquent per frei wählbarer Tastenkombination systemweit starten und in jeder Mac-App verwenden. Die Software schreibt diktierten Text nicht nur nieder, sondern kann ihn auch nachträglich glätten und umformulieren, um die Verständlichkeit zu erhöhen.
Zum Start unterstützt KI Edge Eloquent nur Englisch, weitere Sprachen sollen folgen. Nutzer:innen können einen bevorzugten Schreibstil wählen und eigene Wörter hinzufügen, um ein individuelles Vokabular aufzubauen. Die macOS-Version transkribiert außerdem lokal Audio- und Videodateien. KI Edge Eloquent ist als kostenloser Download für Mac und iPhone verfügbar.
Sprachbearbeitung per Stimme und lokale Entwickler-Endpunkte
Eine neue Funktion namens Sprachbearbeitung erweitert Eloquent um sprachgesteuerte Textänderungen. Hier kommt Gemma 4 12B zum Einsatz: Nutzer:innen können Text markieren und per gesprochener Anweisung umstrukturieren oder übersetzen lassen, etwa mit Befehlen wie „diese Notizen in eine Management-Zusammenfassung umstrukturieren“ oder „das ins Hindi übersetzen“. Laut Google verbessert Gemma 4 12B die Gesamtqualität der Sprachbearbeitung im Vergleich zu früheren Modellen um 60 Prozent und folgt Anweisungen präziser.
Für Entwickler:innen hat Google außerdem LiteRT‑LM erweitert. Ein neuer Befehl zum Bereitstellen ermöglicht es, Gemma 4 12B über lokale, zu OpenAI kompatible Endpunkte anzusprechen. So lassen sich die Modelle in Drittanbieter-Werkzeuge und -Frameworks integrieren, während Daten auf dem eigenen Gerät bleiben und Workflows auch offline funktionieren. Die KI Edge Galerie und KI Edge Eloquent stehen ab sofort kostenlos für macOS auf der Google-Website bereit.
Via: www.iClarified.com · appleinsider.com
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