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Gerichtsurteil zu Social-Media-Sucht: Meta und Google haften für Design ihrer Plattformen

Urteil gegen Meta und Google

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Ein Gericht in Los Angeles hat Meta und Google in einem aufsehenerregenden Verfahren für Schäden durch Social-Media-Nutzung verantwortlich gemacht. Das Urteil könnte weitreichende Folgen für die Gestaltung sozialer Netzwerke haben.

Jury sieht verantwortungslose Plattform-Gestaltung

Eine Jury des Superior Court in Los Angeles sprach einer heute 20-jährigen Klägerin insgesamt 6 Millionen US-Dollar (rund 5,6 Millionen Euro) Schadenersatz zu. Meta soll 4,2 Millionen US-Dollar (rund 3,9 Millionen Euro), Google 1,8 Millionen US-Dollar (rund 1,7 Millionen Euro) zahlen. Die Jury stimmte mit 10 zu 2 Stimmen dafür, dass beide Unternehmen fahrlässig gehandelt und nicht ausreichend vor Risiken für Minderjährige gewarnt haben.

Die Klägerin nutzte YouTube nach eigenen Angaben bereits mit sechs Jahren und Instagram ab neun Jahren. Ihre Anwält:innen machten die Plattformen für Angstzustände, Depressionen und Körperbildstörungen verantwortlich. Die Hälfte der zugesprochenen Summe soll konkrete Verluste wie Therapiekosten abdecken, die andere Hälfte sind Strafschadenersatz, der künftiges Fehlverhalten abschrecken soll.

Im Mittelpunkt des Verfahrens stand nicht der konkrete Inhalt der Beiträge, sondern die technische und gestalterische Ausrichtung der Plattformen. Damit umging die Klage den in den USA zentralen Schutz aus Abschnitt 230 des Kommunikationsanstands-Gesetzes von 1996, der Online-Dienste normalerweise vor Haftung für nutzergenerierte Inhalte schützt.

Algorithmen, Endlos-Scrollen und Benachrichtigungen im Fokus

Die Anwält:innen der Klägerin argumentierten, dass Funktionen wie Push-Benachrichtigungen, Endlos-Scrollen, automatisch startende Videos und Schönheitsfilter gezielt auf die Ausschüttung von Dopamin abzielten und insbesondere jüngere Nutzer:innen möglichst lange binden sollten. Dadurch hätten Instagram und YouTube für die Betroffene als „unausweichlich“ gewirkt.

Die Verteidigung von Meta und Google wies die Vorwürfe zurück. Sie verwiesen auf externe Faktoren wie familiäre Probleme, Schwierigkeiten in der Schule und Mobbing als Hauptursachen für die psychischen Belastungen. Zudem führten sie medizinische Unterlagen an, wonach die Klägerin die Plattformen zeitweise positiv für kreative Ausdrucksformen und Entspannung genutzt haben soll.

Meta kündigte an, rechtliche Optionen zu prüfen, Google bestätigte die Absicht, in Berufung zu gehen. Beide Unternehmen bestreiten, ihre Systeme bewusst auf maximalen Verbleib und Engagement ohne Rücksicht auf mögliche negative Auswirkungen ausgelegt zu haben.

Signalwirkung für weitere Klagen und die Branche

Der Fall ist die erste Social-Media-Suchtklage dieser Art, die in den USA tatsächlich vor Gericht verhandelt wurde. TikTok und Snap waren ursprünglich ebenfalls Beklagte, einigten sich jedoch vor Prozessbeginn außergerichtlich. Unabhängig von diesem Verfahren verlor Meta in New Mexico kürzlich eine weitere Klage, in der dem Konzern vorgeworfen wurde, Nutzer:innen nicht ausreichend vor Online-Täter:innen geschützt zu haben.

Meta, Google, TikTok und andere Plattformbetreiber:innen sehen sich in den USA derzeit tausenden ähnlichen Klagen von Jugendlichen, Familien, mehreren Dutzend Generalstaatsanwält:innen der Bundesstaaten und über 1.000 Schulbezirken gegenüber. In Kalifornien sind für dieses Jahr zwei weitere Musterprozesse angesetzt. Weitere Niederlagen könnten den Druck erhöhen, grundlegend über die Gestaltung von Algorithmen, die Monetarisierung von Aufmerksamkeit und Sicherheitsfunktionen für Minderjährige zu verhandeln.

Das aktuelle Urteil macht deutlich, dass Gerichte die technische Architektur und Engagement-Strategien sozialer Netzwerke zunehmend als möglichen Ansatzpunkt für Haftung sehen – und nicht mehr nur die Inhalte, die Nutzer:innen dort veröffentlichen.

Via: www.iClarified.com · www.techradar.com · appleinsider.com
Titelbild KI (Zur Illustration)

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Tags: TikTok, Meta, Algorithmen, Gerichtsverfahren, Google, Jugendliche, USA, Push-Benachrichtigungen, Instagram, Endlos-Scrollen, YouTube, , Snap, Sucht

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