In Frankreich bleibt Apples Funktion zur App-Tracking-Transparenz unverändert bestehen. Ein Gericht hat die Forderungen einer Werbeallianz nach weiteren Sanktionen und Änderungen zurückgewiesen.
Werbebranche scheitert mit Klage gegen Apple
Die App-Tracking-Transparenz wurde 2021 eingeführt und rief weltweit sofort Widerstand von Werbetreibenden hervor. In Frankreich zog 2023 eine Werbeallianz vor Gericht, nachdem die Wettbewerbsbehörde Apple bereits wegen angeblicher Wettbewerbsverstöße im Zusammenhang mit der Funktion mit einer Geldbuße belegt hatte.
Wie die französische Wirtschaftszeitung La Tribune berichtet, wollten die Verbände mit ihrer Klage zusätzliche Strafen über die bereits verhängte Geldbuße hinaus erreichen. Außerdem sollte Apple gezwungen werden, die App-Tracking-Transparenz anzupassen oder zu entfernen.
Die Allianz argumentierte, die Funktion zerstöre ihre Möglichkeiten, Nutzer:innen gezielt mit Werbung anzusprechen, und habe zu einem Einbruch der Werbeleistung von „nahezu 50 Prozent“ geführt. Das Gericht folgte dieser Argumentation nicht und entschied zugunsten von Apple.
Zur französischen Werbeallianz gehörten Alliance Digitale, IAB France, GESTE, MMA France, SRI und UDECAM.
So funktioniert die App-Tracking-Transparenz
Die datenschutzorientierte Funktion blendet in iOS, iPadOS und Co. einen Hinweis ein, wenn eine App Nutzer:innen über andere Apps und Websites hinweg verfolgen möchte. Ihr könnt dann entscheiden, ob Ihr das Tracking zulasst oder verbietet. Laut Apple ist die Mehrheit der Nutzer:innen dazu übergegangen, Tracking zu untersagen.
Apple begrüßte die Gerichtsentscheidung in einer Stellungnahme. Das Unternehmen erklärte, das Urteil weise „diese unbegründeten Vorwürfe“ zurück. Die Funktion sei von Nutzer:innen weltweit angenommen worden und werde von Datenschutzbefürworter:innen sowie Datenschutzbehörden, darunter in Frankreich, positiv bewertet. Apple betonte zudem, man werde weiterhin starken Schutz für die Privatsphäre der Nutzer:innen unterstützen.
Im Betriebssystem gibt es zusätzlich einen zentralen Schalter unter „Einstellungen → Datenschutz & Sicherheit → Tracking“. Wenn Ihr dort „Apps erlauben, Tracking anzufordern“ deaktiviert, erscheinen die Abfragen nicht mehr. In diesem Fall findet auch kein Tracking statt, weder durch Drittanbieter-Apps noch durch Apple-Apps.
Apple weist darauf hin, dass das eigene Geschäftsmodell nicht auf der Auswertung persönlicher Nutzerdaten basiert und das Unternehmen daher vom Wegfall von Tracking-Einnahmen nicht betroffen ist.
Ermittlungen belasten vor allem Meta
Die französischen Untersuchungen rund um die App-Tracking-Transparenz förderten weitere Details zutage. So wurde bekannt, dass Meta versucht haben soll, die Vorgaben zu umgehen, und zugleich die Wirksamkeit eigener Werbeanzeigen überhöht dargestellt habe.
Von allen beteiligten Unternehmen scheint Metas Werbegeschäft am stärksten unter der App-Tracking-Transparenz zu leiden. Die Ermittlungen konnten allerdings keine unzulässige Bevorzugung von Apple im eigenen Ökosystem nachweisen. Damit setzte sich am Ende die Sicht durch, dass Nutzer:innen eine echte Wahl beim Umgang mit ihren Daten haben sollen.
Ob die betroffenen Werbeverbände gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegen oder andere Schritte prüfen, ist derzeit offen.
Via: https://appleinsider.com
Titelbild: Screenshot / Apfeltalk
