Der PhotoGIMP-Splashscreen von Diolinux in der GIMP-Benutzeroberfläche.
Wer Adobes Abo-Modell satt hat, kann auf Gimp umsteigen. Mit PhotoGimp passt Ihr die Oberfläche von Gimp so an, dass sie Photoshop sehr ähnlich sieht.
In der Kreativbranche gehört Adobes Creative Cloud zur Standardausstattung vieler Produktionsfirmen und Studios. Photoshop ist dabei eines der zentralen Werkzeuge für Design und Fotografie.
Viele von Euch möchten aber nicht dauerhaft die monatlichen Gebühren für das komplette Paket zahlen. Selbst das Einzelabo für nur eine Anwendung ist vergleichsweise teuer und läppert sich über die Zeit.
Wer aus dem Abo aussteigen will, muss sich nach Alternativen umsehen. Davon gibt es zwar reichlich, doch damit taucht schnell ein neues Problem auf: Beim Wechsel lernt Ihr eine komplett neue Anwendung.
Auf dem Mac oder unter iPadOS stehen Euch etwa Procreate, Pixelmator Pro und andere Kreativwerkzeuge zur Verfügung, meist deutlich günstiger als Adobes Angebote. Entscheidet Ihr Euch für einen Wechsel, beginnt jedoch eine Lernphase, in der Ihr vertraute Arbeitsabläufe neu aufbauen müsst – in einer anderen Benutzeroberfläche.
Erschwerend kommt hinzu, dass viele Photoshop-Profis zahllose Tastenkürzel im Muskelgedächtnis haben. Gerade selten genutzte Funktionen liegen oft auf ganz anderen Kürzeln als in alternativen Programmen. Bis Ihr wieder mit gewohnter Geschwindigkeit arbeitet, vergeht Zeit – und genau dieser Aufwand schreckt viele vor dem Ausstieg aus Photoshop ab.
PhotoGimp ist ein Ansatz für alle, die von Photoshop auf das komplett kostenlose Gimp wechseln wollen, das für „GNU Bildbearbeitungsprogramm“ steht. Gimp ist ein plattformübergreifender, kostenloser Bildeditor für macOS, Windows und Linux. Die Software ist leistungsfähig und quelloffen, Ihr könnt den Quellcode also einsehen und verändern.
Wie andere Alternativen hat auch Gimp eine deutlich andere Oberfläche als Photoshop. Werkzeuge und Symbole sitzen an ungewohnten Stellen, sodass Ihr Euch erst orientieren müsst. Genau hier setzt PhotoGimp an: Es handelt sich um einen Patch für Gimp, der speziell für Umsteiger:innen von Photoshop gedacht ist.
Statt eine komplett neue Oberfläche zu erlernen, passt PhotoGimp die Gimp-Oberfläche an. Zwar entspricht sie nicht eins zu eins Photoshop, aber Layout und Werkzeuganordnung orientieren sich deutlich an der bekannten Photoshop-Struktur. Zusätzlich kümmert sich PhotoGimp um Tastenkürzel: Die in PhotoGimp hinterlegten Kürzel entsprechen denen der Windows-Version von Photoshop, nur dass Ihr die Steuerungstaste durch die Befehlstaste auf dem Mac ersetzt.
Gimp wird dadurch nicht plötzlich zu einer perfekten Photoshop-Kopie. Der Patch reduziert vor allem die Sucherei nach Funktionen und verkürzt die Umgewöhnungszeit, ohne die Arbeitsweise von Gimp selbst zu verändern. Ein Wundermittel ist PhotoGimp nicht, aber es hilft, die Lücke zwischen Wissen und Muskelgedächtnis beim Umstieg zu verkleinern.
Die Einrichtung ist recht unkompliziert, erfordert aber Zugriff auf den Ordner „Application Support“ in Eurem Benutzerverzeichnis unter „Library“. Nach der Installation von Gimp solltet Ihr zuerst ein Backup des zugehörigen Ordners in „Application Support“ anlegen, da PhotoGimp viele Dateien darin ersetzt. Ihr könnt Gimp zwar jederzeit neu installieren, ein Backup spart aber Zeit und Aufwand.
Um Gimp auf dem Mac zu installieren, ladet Ihr zunächst die aktuelle stabile Version von der offiziellen Website herunter, passend für Apple-Silicon- oder Intel-Macs. Öffnet anschließend das DMG und zieht Gimp im erscheinenden Fenster in den Programme-Ordner.
Startet Gimp aus dem Programme-Ordner und bestätigt gegenüber Gatekeeper, dass Ihr die aus dem Internet geladene App öffnen wollt. Lasst Gimp einmal vollständig starten, schließt das Programm danach wieder – dieser Schritt ist nötig, damit PhotoGimp korrekt arbeiten kann.
Ladet nun PhotoGimp von GitHub herunter und entpackt die ZIP-Datei. Öffnet im Finder Euren Benutzerordner und navigiert zu „Library/Application Support/GIMP“. Dort findet Ihr einen Unterordner mit einer Versionsnummer, etwa „3.2“. Diesen Ordner kopiert Ihr als Sicherung an einen anderen Ort.
Anschließend benennt Ihr den entpackten PhotoGimp-Ordner so um, dass er zur Gimp-Versionsnummer passt. Ist der Gimp-Ordner also „3.2“, ändert Ihr den PhotoGimp-Ordner „3.0“ entsprechend in „3.2“. Kopiert diesen umbenannten PhotoGimp-Ordner nun in den gleichnamigen Gimp-Ordner und bestätigt beim Kopieren, dass bestehende Dateien „Ersetzt“ oder „Zusammengeführt“ werden sollen.
Öffnet Ihr Gimp nun erneut, seht Ihr beim Start einen geänderten Ladebildschirm von PhotoGimp und anschließend ein Layout, das Photoshop recht vertraut wirkt. Ab diesem Punkt könnt Ihr eine kostenlose Alternative zu Photoshop ausprobieren, ohne lange nach den wichtigsten Werkzeugen und Funktionen suchen zu müssen.
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