Apples erstes faltbares iPhone, vorläufig „iPhone Ultra“ genannt, soll deutlich teurer als aktuelle Pro-Modelle werden – und dennoch mehrere vertraute iPhone-Funktionen nicht bieten. Neue Bilder von Dummy-Modellen deuten nun auf insgesamt fünf mögliche Einschnitte hin.
Dummy-Modelle zeigen veränderte Tasten und fehlenden Action Button
Die jüngst von Sonny Dickson und Vadim Yuryev veröffentlichten Fotos von Attrappen des iPhone Ultra legen nahe, dass zwei bisher wenig beachtete Funktionen fehlen könnten: MagSafe und der Action Button. Solche Dummy-Einheiten ersetzen echte Geräte vor allem bei Zubehörhersteller:innen, die schon vor der Vorstellung passgenaue Hüllen und anderes Zubehör fertigen müssen und deshalb präzise Maße und Aussparungen benötigen.
Auf allen gezeigten Dummy-Modellen sitzen die Lautstärketasten nicht wie gewohnt an der linken Seite, sondern an der Oberkante des Geräts, nach rechts versetzt – ähnlich wie beim iPad mini. Dieses Detail tauchte zuerst beim Weibo-Leaker „Instant Digital“ auf, der behauptet, die Hauptplatine liege beim Ultra auf der rechten Seite. Um keine Kabel quer über das Display zur linken Geräteseite zu führen, sollen die Lautstärkeregler daher nach oben verlegt werden, was den internen Platz optimal ausnutzen soll.
Auf den Bildern sind sowohl Ein/Aus-Taste als auch Lautstärketasten an ihrem neuen Ort gut zu erkennen, der Action Button fehlt hingegen vollständig. Sollte sich das bestätigen, wäre das iPhone Ultra das erste aktuelle iPhone ohne Action Button oder Stummschalter. Apple hatte den Action Button mit dem iPhone 15 Pro als Ersatz für den klassischen Stummschalter eingeführt und seitdem auf allen verfügbaren iPhone-Modellen verbaut.
Hinweise auf Verzicht auf MagSafe, Face ID und Tele-Kamera
Die Dummy-Modelle des Falt-iPhones wurden gemeinsam mit Attrappen des iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max gezeigt. Bei diesen High-End-Dummys sind wie üblich deutlich Vertiefungen für das interne MagSafe-Magnetarray zu erkennen, damit Hersteller:innen ihre Zubehörprodukte exakt ausrichten können. Solche Aussparungen fehlen bei den faltbaren iPhone-Attrappen jedoch komplett, was darauf hindeutet, dass das Gerät ohne MagSafe auskommen könnte.
Dieser Verzicht ist nicht gesichert, wirkt angesichts der erwarteten Bauhöhe von nur 4,5 Millimetern aber plausibel. Das iPhone Ultra soll damit das bislang dünnste iPhone werden, wodurch der Platz für Magnetringe knapp sein könnte. Aus demselben Grund gilt es als wahrscheinlich, dass im Ultra auch kein Platz für das TrueDepth-Kamerasystem bleibt, das für Face ID benötigt wird und sich aktuell in der Dynamischen Insel befindet.
Stattdessen soll Apple beim Ultra wieder auf Touch ID setzen. Zuletzt kam Touch ID 2022 im iPhone SE der dritten Generation zum Einsatz, dort als Merkmal eines günstigeren Modells. Das iPhone 7 von 2016 war das letzte Flaggschiff-iPhone mit Touch ID. Ein reines Touch-ID-System in einem künftigen Spitzenmodell wäre daher ein Novum.
Die Dummy-Bilder bestätigen außerdem zahlreiche Berichte, wonach das iPhone Ultra nur zwei Kameras auf der Rückseite erhalten soll. Erwartet werden Weitwinkel- und Ultraweitwinkel-Kamera, ähnlich wie beim iPhone 17. Eine dritte Telefoto-Kamera wie bei den Pro-Modellen wäre damit nicht vorhanden.
Nur eSIM und hohe Einstiegspreise trotz Abstrichen
Frühere Gerüchte gehen zudem davon aus, dass das iPhone Ultra keinen Einschub für physische SIM-Karten bekommt und ausschließlich mit eSIM funktioniert – ähnlich wie das iPhone Air. Damit würde das Ultra wohl auf folgende Merkmale verzichten:
- Face ID/TrueDepth-Kamera
- Telefoto-Kamera/dritte Rückkamera
- MagSafe
- Action Button
- Physischer SIM-Kartenschacht
Das iPhone Air verzichtet bereits auf Ultraweitwinkel- und Telefoto-Kamera, SIM-Kartenschacht und Stereo-Lautsprecher. Mit extrem schlankem Design, Titanrahmen und Glasrückseite soll sich das iPhone Ultra beim Äußeren stark am iPhone Air orientieren. Entsprechend sind ähnliche funktionale Abstriche bei Marktstart im Laufe dieses Jahres möglich. Konkrete Hinweise, dass das Ultra auf Stereo-Lautsprecher verzichtet, gibt es nicht, angesichts der übrigen Designkompromisse lässt sich das aber nicht ausschließen.
Der kolportierte Einstiegspreis des iPhone Ultra liegt je nach Bericht unterschiedlich, soll aber nicht unter 1.999 US‑Dollar (rund 1.870 Euro) starten. Zum Vergleich: Das iPhone 17 Pro beginnt bei 1.099 US‑Dollar (rund 1.030 Euro) und bietet alle Funktionen, die beim Ultra fehlen könnten. Angesichts des deutlich höheren Preises dürften die möglichen Einschnitte beim Ultra für Diskussionen sorgen. Das Gerät soll gemeinsam mit iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max im Herbst vorgestellt werden.
