Mit Wero entsteht in Europa ein neues Bezahlverfahren als Alternative zu US-Diensten wie Paypal. Eine aktuelle Umfrage zeigt, wie unterschiedlich der Dienst in Europa ankommt.
Wero wird bekannter, bleibt aber hinter Platzhirschen zurück
Das europäische Bezahlangebot Wero gewinnt laut einer Erhebung des Beratungsunternehmens BearingPoint an Sichtbarkeit, kann sich gegen etablierte nationale Lösungen und große US-Anbieter jedoch noch nicht durchsetzen. Grundlage sind Daten des Meinungsforschungsinstituts Yougov, das im Dezember Menschen in neun europäischen Ländern befragt hat.
In Frankreich, einem der Kernmärkte neben Deutschland, ist Wero demnach vergleichsweise weit verbreitet. Dort gaben 19 Prozent der 1.052 Befragten an, dass sie Wero hauptsächlich für Geldtransfers zwischen Privatpersonen einsetzen. Die Teilnehmer:innen konnten auch andere Optionen wie Bargeld oder klassische Überweisung nennen.
Deutschland landet im Vergleich auf Platz zwei, bleibt aber deutlich zurück: Nur 4 Prozent der 2.026 hierzulande befragten Personen nutzen Wero vorrangig für private Zahlungen. Die Umfrage zeigt damit, dass Wero zwar europaweit wahrgenommen wird, aber noch keinen Durchbruch geschafft hat.
Nationale Bezahlverfahren dominieren den Alltag
Die Ergebnisse machen klar, dass nationale mobile Bezahldienste bei Zahlungen von Person zu Person derzeit das Bild bestimmen. In der Schweiz liegt etwa Twint mit einem Anteil von 66 Prozent deutlich vorn. In Dänemark erreicht Mobilepay 92 Prozent, in Finnland 61 Prozent. In Schweden dominiert Swish mit 86 Prozent, in den Niederlanden Tikkie mit 71 Prozent.
In Deutschland zeigt sich ein anderes Bild: Hier nutzen die meisten Befragten Paypal als bevorzugten Dienstleister für Zahlungen zwischen Privatpersonen. 56 Prozent gaben an, den US-Anbieter zu verwenden. Für Wero bedeutet das, dass sich der Dienst nicht nur gegen neue europäische Lösungen behaupten muss, sondern auch gegen lang etablierte Anbieter mit großer Verbreitung.
European Payments Initiative setzt auf digitale Souveränität
Hinter Wero steht die European Payments Initiative (EPI), ein Zusammenschluss von Banken und Zahlungsdienstleistern. Ziel ist es, eine eigenständige europäische Alternative zu dominierenden, nicht-europäischen Bezahlangeboten aufzubauen. Wero ist seit Anfang Juli 2024 verfügbar und orientiert sich im Kern an Diensten wie Paypal.
Im Mittelpunkt stehen direkte, mobile Geldzahlungen von Mensch zu Mensch. Inzwischen lässt sich Wero auch bei zahlreichen Händler:innen im Onlinehandel nutzen, ähnlich wie Kreditkarten oder Dienste wie Apple Pay, Google Pay, Paypal, Klarna und weitere vergleichbare Angebote.
BearingPoint-Partner Robert Bosch ordnet die Ergebnisse der Umfrage ein. Moderne digitale Zahlungssysteme gewännen in Europa insgesamt an Bedeutung, erklärt er. Ein wesentlicher Antrieb sei der Wunsch nach einer eigenständigen europäischen Lösung, die bisherige, nicht-europäische Angebote ergänzt oder ersetzt. Dies sei ein wichtiger Schritt hin zu mehr digitaler Souveränität im Zahlungsverkehr.
Via: https://t3n.de


