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Euro-Office: Europäische Office-Suite startet als Desktop-App

Euro-Office verlässt den reinen Browserbetrieb und kommt in den nächsten Wochen als eigenständige Desktop-Anwendung auf mehrere Plattformen. Die Suite soll damit näher an klassische Bürosoftware heranrücken.

Nextcloud Office kommt für Windows, Linux und Apple-Silicon-Macs

Nextcloud hat im Rahmen der Vorstellung von Nextcloud Hub 26 Summer am 16. September 2026 in Valencia eine native Desktop-App für Euro-Office angekündigt. Die bislang überwiegend browserbasierte Lösung wird damit zu einer lokal installierbaren Anwendung, die dennoch eng mit der Cloud verzahnt bleibt.

Die neue App trägt den Namen „Nextcloud Office“ und erscheint für eine Reihe von Betriebssystemen. Unterstützt werden Windows und Linux, jeweils in Varianten für x64- und ARM64-Prozessorarchitekturen. Für macOS ist ausschließlich eine Version für Apple-Silicon-Rechner mit ARM64-Chips vorgesehen, ältere Intel-Macs bleiben außen vor.

Ein zentrales Merkmal ist die Kombination aus lokaler Bearbeitung und Synchronisation mit der Nextcloud-Plattform. Dokumente lassen sich direkt auf dem jeweiligen Gerät bearbeiten, während Änderungen in Echtzeit mit der Cloud abgeglichen werden. So können Nutzer:innen der Desktop-App gemeinsam mit Anwender:innen der Web-Version an denselben Dateien arbeiten.

Darüber hinaus ermöglicht die Anwendung die Bearbeitung im Offline-Betrieb. Dokumente können wahlweise lokal oder direkt auf dem Server gespeichert werden. Laut Entwickler:innen bringt die neue Version zudem Verbesserungen bei Dokumentenverwaltung und Verarbeitungsgeschwindigkeit im Vergleich zur ersten Web-Ausgabe, die Anfang 2026 erschienen ist.

Open Source, Lizenzstreit und Dateikompatibilität

Euro-Office positioniert sich als kostenlose Open-Source-Alternative zu etablierten Büro-Suiten wie Microsoft Office. Die Suite deckt die üblichen Bereiche Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationen ab. Technische Grundlage ist der Quellcode von Onlyoffice, auf dessen Basis am 9. Juni 2026 die erste stabile Version von Euro-Office veröffentlicht wurde.

Rund um dieses Fundament sind jedoch Spannungen in der Entwicklergemeinschaft entstanden. Onlyoffice wirft den Verantwortlichen von Euro-Office vor, gegen die Bedingungen der Lizenz AGPLv3 verstoßen zu haben. Als Folge dieser Auseinandersetzung hat Onlyoffice die aktive Partnerschaft mit Nextcloud ausgesetzt.

An dem Ziel, eine eigenständige Suite zu betreiben, hält das Euro-Office-Projekt dennoch fest. Dabei wird eine hohe Kompatibilität zu Microsoft-Formaten wie .docx, .xlsx und .pptx sowie zum Open Document Format (ODF) angestrebt. Beobachter:innen betonen jedoch, dass komplexe Dateien, etwa mit Pivot-Tabellen, aktuell noch eine Schwachstelle der Lösung darstellen.

Digitale Souveränität und europäische Infrastruktur

Hinter Euro-Office steht ein Zusammenschluss europäischer IT-Unternehmen. Neben Nextcloud gehören dazu unter anderem Ionos, Open-Xchange und der E-Mail-Dienst Tuta. Das Konsortium verfolgt das Ziel, eine produktive Arbeitsumgebung zu schaffen, bei der die Kontrolle über die eigenen Daten gewahrt bleibt.

Sämtliche Informationen werden in Rechenzentren innerhalb Europas gespeichert. Damit soll die Lösung den Anforderungen an Datenschutz und digitale Souveränität genügen, insbesondere für öffentliche Einrichtungen und Bildungseinrichtungen.

Bereits heute wird Euro-Office von ersten Institutionen aus diesen Bereichen genutzt. Das niederländische Konsortium Surf und das Land Schleswig-Holstein haben an der Entwicklung mitgewirkt und setzen die Suite bereits produktiv ein.

Mit der kommenden Desktop-App wächst der Funktionsumfang weiter. Unter anderem wird die Unterstützung eigener Schriftarten ergänzt, zudem sollen erweiterte Sicherheitsfunktionen integriert werden, um professionellen Ansprüchen zu genügen. Der Download der neuen Anwendung soll in den nächsten Wochen freigeschaltet werden.

Via: https://www.ad-hoc-news.de

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Michael Reimann

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