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EU-Sender fordern: Apple TV und Siri als Gatekeeper einstufen

Europas private Fernsehsender drängen auf strengere EU-Regeln für Smart-TVs und Sprachassistent:innen. Im Fokus stehen dabei auch Apple TV und Siri unter dem Digitale-Märkte-Gesetz (DMA).

Senderverbände nehmen Smart-TV-Plattformen ins Visier

Laut einem exklusiven Bericht von Reuters fordert der Verband der kommerziellen Fernseh- und Streamingdienste in Europa (Association of Commercial Television and Video on Demand Services in Europe, ACT), dass Smart-TV-Plattformen und Sprachassistent:innen als Gatekeeper nach dem DMA eingestuft werden.

ACT argumentiert, dass Google, Amazon, Apple und Samsung mit ihren Smart-TVs und virtuellen Assistent:innen unter die strengsten Digitalregeln der EU fallen sollten, weil ihre Marktmacht stetig wächst. Die Senderverbände wandten sich dazu direkt an EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera.

Dem Verband ACT gehören große Medienunternehmen an, darunter Canal+, RTL, Mediaset, ITV, Paramount+, NBCUniversal, Walt Disney, Warner Bros. Discovery, Sky und TF1 Groupe. Einige dieser Unternehmen kooperieren oder kooperierten mit Apple, etwa über Inhalte für Apple TV.

Unterzeichnet wurde das Schreiben laut Reuters außerdem von weiteren Organisationen, darunter die Association of European Radios (AER), die Europäische Rundfunkunion (EBU), der europäische Verband der Fernseh- und Radiovermarkter (egta), Confindustria Radio Televisioni (CRTV), Televisión Comercial en Abierto (UTECA) und der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP).

Gatekeeper-Vorwurf: Kontrolle über Zugang zu Publikum und Inhalten

Nach Angaben von Reuters warnt ACT, dass eine begrenzte Zahl von Betreiber:innen immer stärker beeinflussen könne, welche Inhalte Nutzer:innen und Unternehmen erreichen. Durch die Kontrolle über den Zugang zum Publikum und die Verbreitung von Inhalten entstehe eine Machtposition, die reguliert werden müsse. Die EU-Kommission solle daher große TV-Betriebssysteme als Gatekeeper einstufen und für eine wirksame Aufsicht sorgen, um Fairness und Wettbewerb sicherzustellen.

Die Lobbygruppe führt aus, dass Apple und andere Anbieter möglicherweise ein Interesse daran hätten, Nutzer:innen im eigenen Ökosystem zu halten und Verlinkungen oder Weiterleitungen vertraglich oder technisch einzuschränken. Solche Argumente werden bereits lange im Zusammenhang mit dem App Store vorgebracht, der schon jetzt unter das DMA fällt.

Apple und die EU ringen seit Längerem um die Umsetzung der App-Store-Regeln im Rahmen des Digitale-Märkte-Gesetzes. Die jüngste Runde vorgeschlagener Änderungen wird seit fast einem Jahr von der EU-Kommission geprüft.

Zugleich konnte Apple in Europa zuletzt einen Erfolg verbuchen: Apple Karten und die Werbedienste des Unternehmens wurden von der EU nicht als Gatekeeper eingestuft, da ihre Nutzung und Marktbedeutung in Europa als gering bewertet wurden.

Virtuelle Assistent:innen als mögliche neue Gatekeeper

Der aktuelle Vorstoß der Senderverbände beschränkt sich nicht auf Smart-TVs. In ihrem Schreiben an die EU äußert ACT laut Reuters auch Bedenken hinsichtlich virtueller Assistent:innen. Genannt werden insbesondere Amazons Alexa und Apples Siri. OpenAI ist demnach im vergangenen Jahr mit einer Beta-Funktion namens Aufgaben für den KI-Chatbot ChatGPT in diesen Bereich eingestiegen.

Wie Reuters berichtet, wurden Sprachassistent:innen bislang nicht als Gatekeeper nach dem DMA klassifiziert. ACT sieht darin eine Regulierungslücke, die es mächtigen KI-Assistent:innen ermögliche, faktisch zu Gatekeepern für Medieninhalte zu werden – etwa über Smartphones, smarte Lautsprecher und Infotainmentsysteme im Auto – ohne den Verpflichtungen des DMA zu unterliegen.

Den vollständigen Bericht von Reuters könnt Ihr unter folgendem Link lesen: zum Reuters-Artikel.

Via: https://9to5mac.com
tTitelbild KI (Zur Illustration)

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Michael Reimann

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