Die EU-Kommission geht dem Verdacht nach, dass Meta den Zugang von konkurrierenden KI-Chatbots zu WhatsApp beschränkt. Die Wettbewerbshüter prüfen nun ein mögliches Kartellrechtsverfahren.
Vorgehen gegen Meta wegen KI-Chatbots
Die Europäische Kommission hat ein förmliches Wettbewerbsverfahren gegen Meta eingeleitet. Dabei steht die Frage im Raum, ob der Konzern seine Marktmacht missbraucht, um Anbieter:innen von Künstlicher Intelligenz auf WhatsApp auszusperren. Meta bietet neben WhatsApp auch Facebook und Instagram an. Die Brüsseler Behörde sieht Hinweise darauf, dass Meta mit einer Änderung der Nutzungsbedingungen ausschließlich den eigenen KI-Assistenten auf WhatsApp zulässt. Drittanbieter, deren Hauptgeschäft auf KI-Anwendungen beruht, sollen dadurch von der Nutzungsschnittstelle ausgeschlossen werden.
EU-Kommissarin Teresa Ribera betont, dass alle europäischen Bürger:innen und Unternehmen Zugang zu den Vorteilen technologischer Fortschritte haben sollten. Ziel der Behörde ist es nach eigenen Angaben, zu verhindern, dass marktbeherrschende Digitalunternehmen innovative Wettbewerber verdrängen.
Meta verteidigt Vorgehen – Kritik von Datenschützer:innen
Meta weist die Vorwürfe der EU zurück. Ein Sprecher von WhatsApp erklärt, dass die Einführung externer Chatbots systemische Belastungen verursachen könne, da die Plattform darauf nicht ausgelegt sei. Datenschützer:innen äußerten zuletzt Bedenken bezüglich Metas eigenem KI-Assistenten. Sie warnen davor, dass die Einführung von Meta AI zu einer Aufweichung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung führen könnte.
Meta gestattet weiterhin den Einsatz von KI für unterstützende Funktionen, etwa für automatisierte Kundenservice-Anfragen über WhatsApp. Die gezielte Ausgrenzung von Unternehmen, die sich schwerpunktmäßig mit Künstlicher Intelligenz befassen, bleibt jedoch bestehen.
Weitere Ermittlungen und mögliche Folgen
Für das laufende Prüfverfahren der EU gibt es keine festgelegte Frist. Sollte sich der Verdacht der Wettbewerbsverzerrung bestätigen, drohen Meta erhebliche Bußgelder. Erst im April hatte die EU-Kommission Meta wegen anderer Verstöße auf Facebook und Instagram zu einer Geldstrafe von 200 Millionen Euro verdonnert.
Auch in Italien laufen derzeit Untersuchungen gegen Meta. Die dortigen Behörden prüfen, ob Nutzer:innen von WhatsApp gezwungen werden, den KI-Assistenten zu nutzen, ohne diese Funktion deaktivieren zu können. Diese Ermittlungen sind von der Untersuchung der EU-Kommission unabhängig.
Die Debatte um faire Wettbewerbsbedingungen in digitalen Märkten und den Schutz der Nutzer:inneninteressen bleibt damit weiter im Fokus der europäischen Behörden.
Via: https://www.tagesschau.de
Titelbild: KI (Zur Illustration)
