Apple steht immer wieder im Fokus, wenn es um mögliche Firmenübernahmen geht. Interne Berichte zeigen jetzt, wie unterschiedlich die Führungsriege unter Tim Cook und Eddy Cue bei diesem Thema denkt.
Laut einem Artikel von The Information gab es bei Apple wiederholt Diskussionen um große Übernahmen. Eddy Cue, Senior Vice President of Services, gilt als Befürworter großer Zukäufe, während Tim Cook als CEO diese Pläne öfter ablehnte. Cue soll unter anderem dafür geworben haben, dass Apple die Firmen Tesla und Netflix übernimmt. Tim Cook stoppte diese Pläne jedoch jeweils. Personen, die eng mit Cue arbeiteten, berichten, dass er immer dann, wenn Apple Lücken im Produktportfolio sieht, auf Übernahmen setzt. So sprach sich Cue in der Vergangenheit stark für den Kauf von Tesla und Netflix aus. Cook lehnte diesen Vorschlag nach Einschätzung mehrerer Insider beide Male ab.
Über einen möglichen Kauf von Tesla durch Apple wurde in der Vergangenheit schon häufiger diskutiert. 2024 berichtete die New York Times über Gespräche zwischen beiden Unternehmen. Elon Musk sagte zudem, er habe Tim Cook kontaktiert, um einen Verkauf von Tesla an Apple während schwieriger Zeiten der Model-3-Entwicklung anzusprechen. Cook habe jedoch das Gespräch abgelehnt. Medien wie das Wall Street Journal berichteten außerdem, Cook habe selbst ein Kaufangebot für Tesla gemacht – unter der Bedingung von Musk, dass er künftig CEO von Apple werde. Beide, Cook und Musk, dementierten dieses Gerücht.
Apple investierte in der Vergangenheit viele Milliarden in die Entwicklung eines eigenen Elektroautos, stellte das Projekt aber Ende Februar 2024 endgültig ein. Der Kauf von Netflix blieb ebenfalls Gerücht – es gibt keine belegbaren Informationen über konkrete Gespräche. Dennoch wurde das Thema mehrfach von Analyst:innen diskutiert. Einmal konnte Eddy Cue Tim Cook doch überzeugen: 2014 übernahm Apple die Kopfhörer-Firma Beats für drei Milliarden US-Dollar. Laut The Information war Cues Überzeugungskraft dabei ausschlaggebend, obwohl es innerhalb von Apple Zweifel gab.
Beim Kauf der Musikerkennungs-App Shazam entschied Apple sich für einen ganz anderen Bewertungsansatz. 2018 übernahm Apple für rund 400 Millionen US-Dollar Shazam. Der Preis wurde laut Bericht festgelegt, nachdem Adrian Perica, Vice President of Corporate Development, berechnete, wie viel Apple für Musikdienst-Werbung innerhalb von Shazam bezahlte. Diese nüchterne Strategie unterscheidet sich von der vieler Tech-Konzerne, die hohe Summen ausgeben, nur weil Firmen bei Investor:innen und in Medien als vielversprechend gelten.
Aktuell setzt sich Cue erneut für eine größere Übernahme ein. Dieses Mal sollen KI-Unternehmen wie Perplexity oder Mistral im Fokus stehen. Es bleibt abzuwarten, ob Tim Cook diesmal dem Vorschlag folgt. Noch ist offen, ob Apple damit sein Portfolio in Richtung Künstliche Intelligenz entscheidend erweitern wird.
Die interne Debatte bei Apple zeigt: Während sich einige Führungskräfte wie Cue für Zukäufe starkmachen, hält Cook an einer zurückhaltenden Übernahmepolitik fest. Was meint ihr: Sollte Apple in Zukunft offensiver bei Übernahmen agieren? Diskutiert gern in den Kommentaren.
Via: https://9to5mac.com
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