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Die Welt wünscht sich einen neuen iPod

Tangara

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Audio-Nostalgie ist gerade allgegenwärtig – und nicht nur kabelgebundene Ohrhörer stehen im Fokus. Mit ihnen kehrt auch ein alter Star zurück: der König aller MP3-Player, der iPod.

Offiziell ist der iPod seit 2022 eingestellt, doch inoffiziell erlebt er ein deutlich spürbares Comeback. Dafür könnt Ihr Euch auch bei Euren Smartphones und den darauf laufenden Apps bedanken.

iPod-Comeback auf dem Gebrauchtmarkt

Der iPod ist tatsächlich zurück, zumindest gemessen am Interesse. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, sind Gebrauchtportale wie eBay voll mit Angeboten für iPods. Back Market, eine Plattform für gebrauchte und generalüberholte Elektronik, meldet seit 2024 einen Anstieg der iPod-Verkäufe um 48 Prozent.

Auch jenseits harter Zahlen taucht der iPod wieder vermehrt auf – sichtbar und im übertragenen Sinn. Digitale Audioplayer sind wieder eine eigene Gerätekategorie, neue Modelle erscheinen in vielen Formen: als Geräte im Kassettenrekorder-Look, als große funktionale Rechtecke oder als winzige MP3-Player aus Kunststoff. Keines dieser Geräte besitzt das ikonische Click Wheel, aber die Idee dahinter bleibt: ein dediziertes Gerät, das fast ausschließlich Eure Musik transportiert.

Parallel dazu versuchen manche, das iPod-Gefühl auf das Smartphone zu holen, etwa mit einem „iPod-Generator“-Projekt. Andere kombinieren klassische iPods mit AirPods Max – inklusive Kabel. Der iPod inspiriert auch neue Produkte, etwa ein angekündigtes KI-Gadget zweier ehemaliger Apple-Mitarbeiter, die dem Magazin Wired erzählten, der iPod Shuffle habe das Design stark beeinflusst. All das ist allerdings nur die Oberfläche im Vergleich zu den vielen Menschen, die alte iPods tatsächlich aufbereiten – für sich selbst, für den Weiterverkauf oder aus Sehnsucht nach einer Zeit, in der man Musik unterwegs hören konnte, ohne gleichzeitig E-Mails auf dem Handy zu bekommen.

Das Interesse an iPods ist nicht völlig neu, Modding und Wiederverkauf gibt es schon lange. Inzwischen wirkt es aber, als sei ein Kipppunkt erreicht. Reine Nostalgie erklärt diesen Trend nur teilweise – ein weiterer Faktor ist das Streaming.

Zwischen Nostalgie und Streaming-Müdigkeit

Nostalgie spielt eine wichtige Rolle bei der neuen iPod-Beliebtheit. Besonders die Generation Z lässt sich von den frühen 2000er-Jahren inspirieren, ob bei Mode oder Technik. Kaum ein Gerät steht so sehr für diese Zeit wie der iPod.

Der Technik-Analyst Anshel Sag von Moor Insights & Strategy sieht das wachsende Interesse am iPod schon länger kommen. Zum einen erlebt kabelgebundenes Audio ein Revival, vor allem die EarPods, Apples kabelgebundene Ohrhörer vor den AirPods. Sie sind günstig und bieten eine höhere Klangqualität als viele kabellose Ohrhörer der Mittelklasse.

Gleichzeitig feiern Schallplatten und CDs ein Comeback. Sie stärken den Wunsch, Musik zu besitzen, statt sie nur über Streaming-Dienste zu leihen. Dieses Bedürfnis nach Eigentum steht im Kontrast zu Abomodellen.

Beim Streaming spüren viele den schleichenden Kostenanstieg. Spotify hat seine Preise im Januar erneut angehoben und verlangt nun 13 US-Dollar (rund 12,00 Euro) im Monat. 2023 stieg der Preis von 9,99 US-Dollar (rund 9,20 Euro) auf 10,99 US-Dollar (rund 10,10 Euro), 2024 dann auf 11,99 US-Dollar (rund 11,00 Euro). Apple Musik ist mit 11 US-Dollar (rund 10,20 Euro) nur minimal günstiger.

Mit jeder Erhöhung wächst der Druck durch die Summe aller Streaming-Abos. Viele reagieren darauf, indem sie ihre Dienste grundsätzlich hinterfragen oder kündigen. Sag erklärt, dass Nutzer:innen bei jeder Preissteigerung neu darüber nachdenken, wofür sie eigentlich zahlen – Musikdienste eingeschlossen.

Laut Sag ist die jüngere Generation zudem sensibler dafür, wie Künstler:innen an Streaming verdienen. Manche wollen deshalb kein Abo mehr bezahlen, weil sie die Vergütung der Musiker:innen als unfair empfinden. Stattdessen kaufen sie Musik direkt bei den Künstler:innen und spielen sie dann auf dem iPod oder einem anderen Player ab.

Der Wunsch nach Kontrolle und Unabhängigkeit

Zum iPod-Revival trägt auch die wachsende Ablehnung des Smartphones als Dauerbegleiter bei. Viele sehnen sich nach Erlebnissen ohne Handy, und ein iPod ermöglicht genau das. Sag betont, dass Geräte wie iPods, CDs oder Schallplatten Unabhängigkeit versprechen, besonders für Menschen, die das Bedürfnis haben, wieder etwas Greifbares zu besitzen.

Gefragt seien Geräte, die nicht an eine dauerhafte Streaming-Verbindung gekoppelt sind, überall gut klingen und bei denen Ihr die Kontrolle über das Musikerlebnis behaltet. All diese Punkte machen den Reiz von iPods derzeit wieder aus.

Sag spricht von einem „perfekten Sturm“ verschiedener Entwicklungen. Einen einzelnen Grund für das Comeback gibt es nicht, und vielleicht war die Faszination für den iPod ohnehin nie ganz verschwunden. Dass neue iPods noch einmal in Serie produziert werden, erscheint unwahrscheinlich – und möglicherweise ist das auch besser so. Neue Modelle wären wohl eng an Apple Musik gebunden.

Via: https://gizmodo.com

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Tags: Gen Z, digitale Audioplayer, Apple, Spotify, iPod, EarPods, Streaming, Nostalgie, MP3 Player, Apple Musik

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