DDR6-Arbeitsspeicher soll erst zwischen 2028 und 2029 in den Handel kommen, doch CXMT und seine Zulieferkette bereiten sich bereits intensiv darauf vor. Ziel ist es, sich frühzeitig Marktanteile zu sichern und den Abstand zu Samsung und SK hynix zu verkleinern.
Von DDR4 und DDR5 zu komplexen DDR6-Mehrlagendesigns
Bei der Fertigung von DDR4- und DDR5-Speicher kommt CXMT bislang ohne besonders aufwendige Produktionsverfahren aus. Beide Standards setzen auf Substrate mit einer einzelnen oder wenigen Lagen, ohne dass die Ausbeute spürbar leidet. Zwar liegt die DDR5-Leistung von CXMT laut früheren Berichten noch hinter den Varianten von SK hynix bei identischen Taktraten zurück, dennoch drängt das Unternehmen nun entschlossen in Richtung DDR6.
Für diesen Übergang holt sich CXMT Unterstützung aus der eigenen Zulieferkette. Laut einem Bericht von ETNews gehört Haesung DS, ein großer Hersteller von Gehäusesubstraten, neuerdings zu den Partnern von CXMT. Das Unternehmen soll im ersten Quartal 2026 die jüngsten Qualitätsqualifikationstests seines Kunden für DDR5-Gehäusesubstrate erfolgreich bestanden haben. Bislang kamen bei der Produktion von DDR4 und DDR5 kostengünstige Verfahren zum Einsatz, insbesondere die sogenannte Rolle-zu-Rolle-Methode.
Mit DDR6 plant Haesung DS nun den Wechsel auf ein neues Plattenverfahren. Dieses soll mehrlagige Designs für kommenden Arbeitsspeicher ermöglichen und gleichzeitig die Produktionseffizienz aufrechterhalten. Theoretisch ließe sich DDR6 auch weiterhin mit der Rolle-zu-Rolle-Methode herstellen. Allerdings sinken Rentabilität und Effizienz, je mehr Schaltlagen integriert werden, weshalb der Plattenansatz als die langfristig sicherere Lösung gilt.
Wettlauf mit Samsung und SK hynix um den DDR6-Markt
Während Samsung und SK hynix bereits an DDR6-Speicher arbeiten, steht CXMT unter erheblichem Zeitdruck. Der chinesische Hersteller will rechtzeitig zur erwarteten Markteinführung zwischen 2028 und 2029 eine wettbewerbsfähige Technologie anbieten. In der Lieferkette ist der Name CXMT dennoch schon jetzt deutlich präsenter, was nicht nur an den eigenen Produktplänen liegt.
Grund dafür ist die anhaltende Knappheit bei DRAM-Chips. Viele Unternehmen erhalten derzeit nicht die benötigten Liefermengen, was CXMT als zusätzlichen Anbieter interessant macht. Die Nachfrage nach alternativen Quellen steigt, weniger wegen technologischer Spitzenleistungen, sondern vor allem, um das Lieferrisiko zu senken und Abhängigkeiten zu verringern.
Apple testet CXMT-Speicher und erhöht den Druck
Apple soll nach Berichten derzeit eine mögliche Zusammenarbeit mit CXMT prüfen und bereits erste DRAM-Chips der Chines:innen testen. Für CXMT ist das ein starkes Signal, die Entwicklung von DDR6 zu beschleunigen, um für potenzielle Großkund:innen attraktiv zu bleiben. Konkrete Angaben, wann die DRAM-Produktion in China für den Massenmarkt starten wird, enthält der Bericht allerdings nicht.
Derzeit bleibt also offen, ob CXMT seine geplante Umstellung auf das Plattenverfahren rechtzeitig und im gewünschten Umfang umsetzen kann. Fest steht nur, dass der Übergang zu mehrlagigen DDR6-Substraten einen erheblichen Eingriff in die bestehende Fertigung bedeutet. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob CXMT damit tatsächlich zu einer ernsthaften Konkurrenz für Samsung und SK hynix im DDR6-Segment wird.
Via: https://wccftech.com
