Zum diesjährigen Welt-Emoji-Tag steht das nächste große Emoji-Update im Fokus. Eine Abstimmung zeigt nun, auf welches Symbol sich Nutzer:innen weltweit am meisten freuen.
Emoji 18.0: Neue Symbole im Anmarsch
Im September 2026 soll der Unicode-Standard Emoji 18.0 verabschiedet werden. Schon jetzt gibt es eine Entwurfs-Liste mit 19 neuen Emoji-Empfehlungen. Nutzer:innen konnten darüber abstimmen, welches davon sie am liebsten verwenden würden.
Zu den neuen Vorschlägen gehört ein „zerspringendes Gesicht“. Außerdem sind zwei neue Gesten geplant: ein Daumenzeichen nach links und ein Daumenzeichen nach rechts, jeweils mit Unterstützung für verschiedene Hauttöne. Ergänzt werden sie durch ein „Monarchfalter“-Emoji, das sich klar vom bisherigen allgemeinen Schmetterling unterscheidet.
Ebenfalls auf der Liste stehen eine Essiggurke als eigenständiges Symbol, getrennt von der bisherigen Gurke, sowie ein Leuchtturm. Ein Meteor wird künftig getrennt vom bestehenden Kometen-Emoji dargestellt. Zudem ist ein Radiergummi vorgesehen, ausdrücklich zum Entfernen von Bleistiftmarkierungen auf Papier, sowie ein Kescher mit Stiel, wie er etwa zum Fangen von Insekten genutzt wird.
Weitere Details zu diesen Entwurfskandidaten sind in einem Blogbeitrag der Vorsitzenden des Unicode-Emoji-Unterausschusses und Emoji-Verantwortlichen bei Google, Jennifer Daniel, nachzulesen.
Abstimmung: Zerspringendes Gesicht liegt vorn
Auf Basis von mehreren Hundert Stimmen wurde nun das Ergebnis der Umfrage veröffentlicht. Das „zerspringende Gesicht“ wurde zum meist erwarteten Emoji 2026 gewählt. Auf Platz zwei folgt die Essiggurke, auf Platz drei der Meteor. Der „Monarchfalter“ landet auf Rang vier, gefolgt vom Leuchtturm auf Platz fünf.
Die Abstimmung ist nicht Teil des offiziellen Genehmigungsprozesses. Sie dient lediglich dazu, ein Stimmungsbild einzufangen, welche Entwürfe Nutzer:innen am liebsten verwenden würden.
Unicode wird Emoji 18.0 voraussichtlich im September 2026 freigeben. Frühestens gegen Ende des Jahres könnten die neuen Symbole auf ersten Plattformen auftauchen. Realistischer ist jedoch, dass sie überwiegend Anfang 2027 auf den Geräten der Nutzer:innen ankommen.
Das zeigt auch der bisherige Ablauf bei Emoji 17.0: Im September 2025 veröffentlichte Google erste Vorschauen über seine Noto-Color-Emoji- und Noto-Emoji-Schriftseiten. Im November 2025 integrierte Discord Unterstützung in das GitHub-Repository des von ihnen mitbetreuten Twemoji-Ablegers. Am 6. März 2026 führte WhatsApp Emoji 17.0 unter Android ein, am 24. März 2026 folgte Apple mit iOS 26.4. Samsung lieferte die Unterstützung am 25. März 2026 mit One UI 8.5 aus, im März 2026 zog Google für Android nach. Am 24. Juni 2026 brachte JoyPixels sein Update 11.0 mit entsprechender Unterstützung. Facebook und Microsoft hatten zu diesem Zeitpunkt noch keine Emoji-17.0-Unterstützung umgesetzt.
Überraschungssieger mit kurzer Vorgeschichte
Interessant ist, dass das Sieger-Emoji ursprünglich gar nicht für den Zeitraum 2026/2027 vorgesehen war. Als die Kandidat:innen für Emoji 18.0 am 8. Januar erstmals vorgestellt wurden, war an der betreffenden Stelle noch ein „Smiley-Gesicht mit zusammengekniffenen Augen“ geplant, nicht das zerspringende Gesicht.
Weniger als zwei Wochen später änderte sich das. Vor der ersten Sitzung des Unicode-Technikkomitees 2026 empfahl die Unicode-Arbeitsgruppe für Emoji-Standard und Forschung, diesen Vorschlag auszutauschen. Der Codepunkt U+1FAEB sollte von „Gesicht mit zusammengekniffenen Augen“ in „zerspringendes Gesicht“ umbenannt werden, da das ursprüngliche Konzept noch genauer geprüft werden müsse, bevor es kodiert werden kann.
Diese Aktualisierung wurde anschließend in der finalisierten Entwurfs-Liste übernommen. Damit war es bereits das zweite Jahr in Folge, in dem eine Emoji-Empfehlung während der öffentlichen Prüfphase geändert wurde. Zuvor war im Jahr davor der Apfelkern aus dem Entwurf für Emoji 17.0 entfernt worden.
Das bedeutet: Das Emoji, auf das Ihr Euch in der Umfrage am meisten gefreut habt, stand erst seit wenigen Monaten auf der Entwurfs-Liste, als die Abstimmung endete.
