Mit dem neuen iPhone Air stellt Apple das bisher dünnste iPhone vor und zeigt ein radikales neues Design. Doch setzt Apple damit wirklich einen neuen Standard für Smartphones?
Apple setzt auf das dünnste iPhone
Bei der Vorstellung der neuen iPhone 17-Serie stand das iPhone Air im Fokus. Mit einer Dicke von nur 5,6 Millimetern ist es dünner als ein Viertel Zoll und bringt eine neue Richtung in Apples Produktdesign. Obwohl schon früher andere Hersteller dünne Handys entwickelt haben, gibt Apple dem Thema nun durch seine Markenpräsenz einen erneuten Schub. Während das dünne Smartphone als Idee nicht neu ist, gibt es bei Apple besonders viele loyale Nutzer:innen, die auf solche Designs gewartet haben und keine Kompromisse beim Betriebssystem eingehen wollen.
Wie CNET-Reporterin Abrar Al-Heeti berichtet, folgen andere Unternehmen oft den Designentscheidungen von Apple. Als das erste iPhone 2007 erschien, übernahmen viele die Touchscreen-Oberfläche. Ähnlich war es beim Start des iPad oder beim Wegfall des Kopfhöreranschlusses. Es bleibt also die Frage, ob das iPhone Air den Massenmarkt für dünne Geräte öffnet – die aktuellen Expert:innen schließen das aber eher aus. Apple bewirkt laut Analyst:innen aber, dass Nutzer:innen dem dünnen Formfaktor durch die Apple-Legitimation eher vertrauen.
Der Hauptgrund, warum Apple ein besonders dünnes iPhone baut, ist die Annahme, dass die Kundschaft so ein Gerät möchte. Zum Vergleich: Samsung präsentierte vor Kurzem das 5,8mm-dünne Galaxy S25 Edge, dessen Verkaufszahlen aber laut Berichten unter den Erwartungen lagen. Dennoch berichten Tester:innen, dass dünne Geräte sich im Alltag angenehmer anfühlen.
Design, Technik und Zielgruppe
Das iPhone Air ist die größte Designänderung beim iPhone seit langer Zeit. Durch die neue Anordnung der Hardware im oberen Bereich des Gehäuses gelingt der extrem schlanke Aufbau. Laut Nabila Popal von IDC spricht das iPhone Air damit eine neue Zielgruppe an, die auf Design Wert legt, während die Pro-Modelle weiterhin für Benutzer:innen mit Fokus auf Kamera und Akkulaufzeiten gedacht sind.
Analyst:innen sehen verschiedene Rollen für das iPhone Air: Es ersetzt das iPhone 16 Plus mit einer hochwertigeren Alternative und dient als Technologievitrine für neue Apple-Chips wie dem C1X-Modem. Trotz allem erwarten sie nicht, dass dünne Handys plötzlich überall zu finden sind. Auch bei Samsung und Apple stehen diese Modelle mittig im Produktportfolio, bieten also eine spannende, aber nicht radikal neue Option für Kund:innen.
Einschränkungen gibt es jedoch: Das iPhone Air startet bei 999 US-Dollar (1199 Euro) und setzt auf eine einzelne 48-Megapixel-Kamera. Die günstigere iPhone 16E-Reihe oder das Galaxy S25 Edge bieten teilweise mehr Kamerafunktionen. Kompromisse betreffen oft Akku und Kamera: Um dünn zu sein, wird entweder weniger Akkukapazität oder ein einfacheres Kamerasystem verbaut. Apple bietet als Zubehör eine MagSafe-Batterie an, was bei der Präsentation für Heiterkeit sorgte, da dünne Geräte bisher immer auch schwächere Akkulaufzeiten bedeuteten. Apple verspricht „All-Day Battery“, bleibt aber Details zur Kapazität schuldig.
Vorbereitung auf faltbare iPhones?
Für einige Marktbeobachter:innen deutet das iPhone Air bereits auf kommende, faltbare Modelle hin. Apple soll Gerüchten zufolge schon länger an einem „iPhone Flip“ arbeiten. Um ein faltbares iPhone dünn genug zu gestalten, gilt ein schlankes Standardmodell wie das iPhone Air als wichtiger Schritt. Andere Hersteller, wie Samsung mit dem Z Fold 7 oder Oppo mit dem Find N5, zeigen ebenfalls, dass Falt-Handys immer dünner werden. Ein kompaktes Gehäuse soll auch bei zukünftigen Apple-Geräten verhindern, dass zusammengeklappte Modelle zu klobig wirken.
Selbst wenn das iPhone Air kein Kassenschlager wird, nutzt Apple das Modell als Experiment und als Test, wie sehr Nutzer:innen dem dünnen Design vertrauen. Laut Avi Greengart von Techsponential setzen Apple und Mitbewerber immer mehr auf Materialien, eSIMs und energieeffiziente Chips, um trotz kompakter Bauform gute Nutzererlebnisse bieten zu können. Wie gut Apple das gelingt, zeigen erst die nächsten Jahre und folgende Generationen der Air-Reihe.
Via: https://www.cnet.com
