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ChatGPT erschüttert: Software-Branche verliert an Wert

KI-Agent in ChatGPT Apple erster echter Konkurrent

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In der Tech-Branche sorgt Künstliche Intelligenz für fundamentale Veränderungen. Führende Anbieter von Unternehmenssoftware stehen unter massivem Druck durch KI-Modelle wie ChatGPT.

Rasante Kursverluste bei SaaS-Unternehmen

Für viele Investor:innen von Software-as-a-Service-Firmen (SaaS) ist die Stimmung aktuell niedergeschlagen. Das berichten Stimmen aus dem Silicon Valley, wo diese Unternehmen über Jahre als besonders zukunftssichere Investments galten. Inzwischen jedoch geraten etablierte Anbieter wie Salesforce, Workday oder ServiceNow durch die wachsende Bedeutung leistungsfähiger KI-Modelle unter Druck. Ein besonderer Grund: Unternehmen können mithilfe großer Sprachmodelle (LLM) jetzt viel leichter individuelle Software-Lösungen für ihren Bedarf entwickeln.

Die Kurse bekannter Softwareanbieter haben jüngst deutlich nachgegeben: Salesforce verlor innerhalb eines Jahres 29,09 Prozent an Wert. Workday gab um 15,27 Prozent nach, ServiceNow um 21,37 Prozent. Jonathan Siddharth, Geschäftsführer von Turing, äußerte in einem Podcast, dass das klassische SaaS-Modell praktisch am Ende sei. Früher mussten spezialisierte Softwarelösungen von promovierten Informatiker:innen über Monate hinweg entwickelt werden – heute reichen laut Siddharth oft einige KI-Anwendungen aus, um vergleichbare Ergebnisse in viel kürzerer Zeit zu erzielen.

Ein Vorteil dieser neuen, KI-basierten Software ist die leichte Anpassbarkeit an spezifische Branchen wie Finanzen, Gesundheitswesen oder Recht. Besondere Stärken zeigt KI beispielsweise bei der Auswertung unterschiedlicher, unstrukturierter Datenquellen im Versicherungsbereich.

AI-Agenten – bisher wenig überzeugend

Viele SaaS-Anbieter reagieren auf die neue Bedrohungslage, indem sie eigene sogenannte KI-Agenten einführen. Sie versprechen Unternehmen Effizienzsteigerungen, indem Aufgaben wie Beratung, Recruiting oder HR-Management mit intelligenten digitalen „Mitarbeiter:innen“ erledigt werden. Allerdings offenbaren Brancheneinblicke, dass die angebotenen Lösungen oft sehr ähnlich sind und kaum echten Mehrwert gegenüber der Konkurrenz bieten.

So hat beispielsweise Salesforce einen Beratungsagenten eingeführt, während der Datenbankspezialist Snowflake einen Vertriebsagenten anbietet. Laut Ryan Teples, Strategiechef von 1-800Accountant, führt das aktuelle Überangebot an ähnlichen KI-Agenten dazu, dass viele Unternehmen größere Anschaffungen erst einmal aufschieben.

Eine Ursache für die Gleichförmigkeit liegt darin, dass die meisten Anbieter auf dieselben Modelle von KI-Entwicklern wie OpenAI, Anthropic oder Google zurückgreifen. Die Anpassungen der Anbieter bleiben in vielen Fällen oberflächlich, während die Grundfunktionalität gleich bleibt. Außerdem müssen SaaS-Firmen pro Nutzung der jeweiligen KI-API Gebühren an die Entwicklerunternehmen zahlen, was die Gewinnspannen zusätzlich belastet.

Weiterhin Herausforderungen und Chancen

Dennoch sehen einige Stimmen auch neue Möglichkeiten für die Anbieter. So betont ein Bericht von Bessemer Venture Partners, dass der umfassende Zugriff auf Nutzungsdaten weiterhin ein Wettbewerbsvorteil sei. Je besser eine Software die Arbeitswelt ihrer Kund:innen versteht, desto schwieriger sei es, sie durch neue KI-Anwendungen zu ersetzen.

Auf Dauer werde auch die Pflege und Weiterentwicklung individueller Software-Lösungen eine Herausforderung bleiben. Selbst wenn es leichter wird, eigene Programme zu erstellen, sei der langfristige Betrieb für viele kleine und mittlere Unternehmen nur schwer zu stemmen, so der Investor Harry Stebbings. Gerade Betriebe ohne eigene IT-Kompetenz werden voraussichtlich auf etablierte Lösungen zurückgreifen müssen.

Via: https://www.hankyung.com
Titelbild KI (Zur Illustration)

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Tags: KI, Salesforce, chatGPT, Software-as-a-Service, Unternehmenssoftware, Workday, ServiceNow

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