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„Bist du tot?“: iOS‑App schützt alleinlebende Menschen in China

iOS‑App Bist du tot

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In China sorgt eine ungewöhnlich benannte iOS‑App für Aufmerksamkeit: „Bist du tot?“ richtet sich an Menschen, die allein leben und im Notfall Hilfe brauchen. Die App führt derzeit die Charts im chinesischen App Store an.

Ein täglicher Check‑in als digitale Lebenszeichen‑Kontrolle

Die App mit dem offiziellen Namen Demumu, lokal „Si-le-ma“ genannt, funktioniert als eine Art digitale „Totenmannschalter“-Lösung. Nutzer:innen drücken einmal täglich einen großen Check‑in‑Button, um zu signalisieren, dass es ihnen gut geht. Bleibt dieser tägliche Check‑in aus, sendet die App automatisch eine Nachricht an eine zuvor hinterlegte Notfallkontaktperson und fordert sie auf, nach dem oder der Nutzer:in zu sehen.

Demumu wurde im Mai 2025 veröffentlicht und hat sich inzwischen in China etabliert. Der chinesische Name „Si-le-ma“ klingt ähnlich wie „E-le-ma“, eine bekannte Lieferdienst-App, deren Name „Hast du Hunger?“ bedeutet. „Bist du tot?“ überträgt dieses Prinzip auf die Frage nach dem Wohlergehen von alleinlebenden Menschen.

Die App kostet 8 Yuan (1 US‑Dollar / 0,92 Euro) und richtet sich ausdrücklich an Personen, die ohne Mitbewohner:innen leben. Sie soll sicherstellen, dass diese auch dann Hilfe erhalten können, wenn sie aus irgendeinem Grund nicht mehr erreichbar sind.

Demumu
Demumu
Preis: 0,99 €

Ergänzung zu Apples Notfallfunktionen

Apple bietet in iOS und auf der Apple Watch bereits mehrere Sicherheitsfunktionen an, etwa Sturzerkennung oder Notrufoptionen. Mit der Funktion „Mitteilung“ in iOS 17 können Nutzer:innen ihren Standort beim Reisen mit Kontakten teilen und im Notfall eine automatische Benachrichtigung auslösen. Allerdings existiert in iOS bislang keine integrierte Funktion, die explizit auf einen täglichen Check‑in setzt, wie es Demumu tut.

Die App schließt damit eine Lücke für Nutzer:innen, die nicht nur unterwegs, sondern im Alltag regelmäßig eine Art digitales Lebenszeichen senden möchten. Sie setzt bewusst auf eine sehr einfache Bedienung mit nur einer zentralen Aktion pro Tag.

Einfache App, ernstes Thema

Hinter dem makaberen Namen steht ein ernstes Problem. Wie die chinesische Zeitung Global Times berichtet, könnten in China bis 2030 rund 200 Millionen Einpersonenhaushalte existieren. Für diese Menschen, ob freiwillig allein lebend oder aus Umständen heraus, kann eine digitale Absicherung wichtig sein.

In chinesischen sozialen Medien wird die App vor allem für introvertierte Menschen oder Personen in verletzlichen Lebenslagen genannt, etwa bei Depressionen. Sie soll als eine Art digitale „Lebenslinie“ dienen. Eine Nutzerin oder ein Nutzer wird mit den Worten zitiert: „Wenn ich allein sterbe, wer wird dann meine Leiche abholen?“

Die Sorge, im Notfall ohne Hilfe zu bleiben, hat bereits eine eigene Branche für persönliche Alarmgeräte und medizinische Notrufsysteme entstehen lassen, vor allem für ältere Menschen. Demumu überträgt dieses Konzept in Form einer günstigen Smartphone‑App und vermeidet dabei die sozialen Assoziationen klassischer medizinischer Hilfsmittel.

Die Entwickler:innen planen, die App künftig stärker auf ältere Nutzer:innen auszurichten. Mehr als ein Fünftel der chinesischen Bevölkerung ist über 60 Jahre alt, was einen großen potenziellen Markt für ähnliche Anwendungen darstellt. Für diese Zielgruppe sind Varianten des Konzepts vorgesehen, vermutlich mit weniger ironischem Namen.

Via: https://appleinsider.com
Titelbild: Screenshot

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Tags: Alleinlebende, Apple, iOS, App Store, Sicherheit, China, Notruf, Demumu

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