Neben den Quartalszahlen standen beim Earnings Call auch die Herausforderungen der kommenden Monate im Mittelpunkt. Apple rechnet weiterhin mit einer hohen Nachfrage nach seinen Produkten, sieht sich aber gleichzeitig mit Lieferengpässen und deutlich steigenden Preisen für Arbeitsspeicher konfrontiert.
Hohe Nachfrage belastet die Lieferkette
Für das September-Quartal erwartet Apple ein Umsatzwachstum zwischen neun und elf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nach Angaben des Unternehmens wird dieses Wachstum jedoch durch zwei Faktoren gebremst: ungünstige Wechselkurse und eine Verschärfung der bestehenden Lieferengpässe. Betroffen seien vor allem iPhone, Mac und iPad.
Auf Nachfrage der Analyst:innen erklärte Tim Cook, dass die Engpässe vor allem auf die Fertigung der modernen Prozessoren zurückzuführen seien. Die Nachfrage nach iPhone und Mac liege deutlich über den eigenen Erwartungen. Gleichzeitig verfüge die Lieferkette derzeit über weniger Flexibilität als in der Vergangenheit. Apple arbeite daran, zusätzliche Produktionskapazitäten bereitzustellen, stoße dabei aber an Grenzen.
Cook betonte ausdrücklich, dass es sich nicht um Probleme bei einzelnen Zulieferern handle. Vielmehr seien die aktuellen Einschränkungen eine direkte Folge der außergewöhnlich hohen Nachfrage nach den aktuellen Produkten.
Arbeitsspeicher wird deutlich teurer
Ein weiterer Schwerpunkt der Fragerunde waren die stark gestiegenen Preise für DRAM-Speicher. Tim Cook erklärte, dass Apple bereits im März-Quartal höhere Kosten tragen musste als zuvor. Im Juni-Quartal seien die Ausgaben erneut deutlich gestiegen. Für das laufende September-Quartal rechnet das Unternehmen mit einem weiteren Anstieg.
Teilweise könne Apple diese Entwicklung noch durch vorhandene Lagerbestände sowie sinkende Preise anderer Komponenten ausgleichen. Dieser Effekt werde jedoch im Laufe der Zeit nachlassen. Sollte sich die Entwicklung am Speichermarkt fortsetzen, könnten die steigenden DRAM-Preise das Unternehmen künftig stärker belasten.
Finanzchef Kevin Parekh ergänzte, dass die höheren Speicherkosten inzwischen der wichtigste Faktor für die sinkenden Bruttomargen seien. Sowohl der Rückgang gegenüber dem März-Quartal als auch die Prognose für das September-Quartal lasse sich überwiegend mit den gestiegenen Speicherpreisen erklären. Wechselkurse spielten dabei nur eine untergeordnete Rolle.
Apple prüft weitere Speicherlieferanten
Im Zusammenhang mit den steigenden Speicherkosten äußerte sich Apple auch zur Versorgung mit DRAM. Cook verwies darauf, dass der Markt derzeit im Wesentlichen von drei Anbietern geprägt werde. Zusätzliche Lieferanten könnten nach Einschätzung des Unternehmens vor allem die Versorgungssicherheit verbessern. Ob sich dadurch auch die Preise positiv entwickeln würden, ließ Cook offen. Apple prüfe derzeit verschiedene Möglichkeiten.
Auch zu den zuletzt diskutierten Halbleiterwerken in den USA nahm Cook Stellung. Apple bezieht nach eigenen Angaben bereits mehr als 100 Millionen Komponenten aus Arizona. Die aktuellen Lieferengpässe stünden jedoch nicht im Zusammenhang mit diesen Fertigungsstätten, sondern seien ausschließlich auf die unerwartet hohe Nachfrage nach iPhone und Mac zurückzuführen.
