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Apple vs. Epic: App-Store-Gebühren-Streit landet erneut vor dem Supreme Court

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Apple und Epic Games liefern sich seit Jahren einen Rechtsstreit um App-Store-Gebühren und externe Bezahlsysteme. Nun steuert der Konflikt erneut auf den Obersten Gerichtshof der USA zu.

Hintergrund: Fortnite, Anti-Steering-Regeln und 27-Prozent-Gebühr

Der Streit begann 2020, als Epic Games in Fortnite ein eigenes Bezahlsystem einführte, um die App-Store-Gebühren von Apple zu umgehen, woraufhin Apple das Spiel aus dem App Store entfernte. In einem Verfahren 2021 stellte das zuständige Gericht fest, dass Apple kein Monopol habe, verpflichtete das Unternehmen aber, Entwickler:innen zu erlauben, Nutzer:innen per Link auf externe Bezahlmöglichkeiten im Web zu verweisen. Diese sogenannte Anti-Steering-Injunction galt nicht nur für Epic, sondern für alle Entwickler:innen in den USA.

Apple setzte die Vorgabe um, erlaubte Links zu externen Zahlungen und senkte die Provision auf Käufe über diese Links von 30 auf 27 Prozent, bzw. von 15 auf 12 Prozent. Gleichzeitig argumentierte das Unternehmen, die Gebühr sei keine Zahlungsabwicklungsgebühr, sondern eine Vergütung für Plattformleistungen wie Hosting, Auffindbarkeit, Software und Entwicklertools. Epic Games und andere Entwickler:innen kritisierten, dass durch zusätzliche Gebühren von Zahlungsdienstleistern praktisch kein Kostenvorteil entstehe und Apple damit die gerichtliche Anordnung unterlaufe.

Im April 2025 kam das Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien zu dem Schluss, dass Apple die einstweilige Verfügung verletzt habe und sich in „vorsätzlicher“ Missachtung befinde. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers untersagte Apple daraufhin, irgendeine Gebühr auf Käufe zu erheben, die über externe Links abgewickelt werden. Die Neunte Instanz bestätigte diese Einschätzung im Dezember 2025, befand aber, die Reaktion gehe zu weit, und schlug vor, Apple solle eine „angemessene“ Provision verlangen dürfen. Die konkrete Höhe sollte das Bezirksgericht festlegen.

Apple kontert mit Supreme-Court-Strategie und beantragt Aufschub

Apple legte gegen die Entscheidungen mehrfach Berufung ein und beantragte sowohl eine erneute Anhörung durch das ursprüngliche Dreiergremium als auch eine Überprüfung durch den gesamten Spruchkörper der Neunten Instanz. Beide Anträge wurden am 30. März 2026 abgelehnt. Damit blieb Apple nur der Gang zum Supreme Court. Schon 2024 hatten sowohl Apple als auch Epic versucht, den Obersten Gerichtshof einzuschalten, der damals jedoch keine der beiden Eingaben annahm.

In einem neuen Schriftsatz vom 3. April kündigt Apple nun an, den Supreme Court erneut anzurufen und beantragt zugleich, die Umsetzung der Entscheidung der Neunten Instanz auszusetzen. Konkret will Apple verhindern, dass das Bezirksgericht bereits eine neue Provisionshöhe für externe Zahlungen festlegt, bevor der Supreme Court über eine mögliche Befassung entschieden hat. Apple verweist darauf, dass es seine App-Store-Gebührenstruktur nicht mehrmals grundlegend ändern möchte, falls eine spätere Entscheidung des Supreme Court die aktuellen Vorgaben aufhebt.

Derzeit dürfen Entwickler:innen zwar Links zu Webshops und anderen externen Bezahlwegen setzen, Apple erhebt auf darüber abgewickelte Käufe aber keine Provision mehr – eine Folge des Contempt-Beschlusses. Diese gebührenfreie Übergangsregelung möchte Apple beibehalten, bis über die weitere Rechtslage endgültig entschieden ist. Die Neunte Instanz hat Apples Antrag auf Aussetzung zunächst stattgegeben, womit die Umsetzung der unteren Gerichtsentscheidung vorerst pausiert ist.

Streit um „Geist“ der Verfügung, Reichweite und mögliche Folgen

Inhaltlich will Apple vor dem Supreme Court vor allem die Verurteilung wegen zivilrechtlicher Missachtung und die Reichweite der einstweiligen Verfügung angreifen. Das Unternehmen argumentiert, die Neunte Instanz habe ihre Entscheidung am „Geist“ der Anordnung ausgerichtet, statt am konkreten Wortlaut, der keine expliziten Vorgaben zu Provisionshöhen enthalte. Aus Sicht von Apple steht dies im Widerspruch zu anderen Bundesgerichten, die für eine Missachtung klare und eindeutige Verstöße verlangen.

Außerdem kritisiert Apple, dass die Anti-Steering-Injunction für alle Entwickler:innen landesweit gelte, obwohl der Rechtsstreit ursprünglich nur zwischen Apple und Epic Games geführt wurde. Apple hält die 27-Prozent-Gebühr weiterhin für einen angemessenen Ausgleich für die Nutzung seiner Plattform. Epic bezeichnet die Anträge dagegen als Verzögerungstaktik, um dauerhafte Grenzen für die Erhebung aus ihrer Sicht „ungerechtfertigter Gebühren“ auf Drittzahlungen zu verhindern, und hat seinerseits beantragt, die gewährte Aussetzung zu überprüfen.

Sollte die Neunte Instanz Apples Wunsch nach einer längeren Pause vollständig entsprechen, ruht das Verfahren zur Festlegung einer neuen Gebühr, bis der Supreme Court über eine Annahme des Falls entscheidet. Lehnt der Supreme Court die Befassung ab, bleibt die Entscheidung der Neunten Instanz in Kraft und das Bezirksgericht kann die Provision bestimmen. Nimmt der Supreme Court den Fall an, könnte er die Missachtungsentscheidung und die Vorgaben zur Gebührenhöhe bestätigen, abändern oder vollständig aufheben. Das Ergebnis beeinflusst direkt, wie Apple den App Store monetarisiert und welche Konditionen Entwickler:innen für Zahlungen außerhalb des App Stores erwarten können.

Via: appleinsider.com · www.macrumors.com · www.engadget.com · www.iClarified.com · techcrunch.com · 9to5mac.com
Titelbild KI (Zur Illustration)

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Tags: Supreme Court, Epic Games, Fortnite, App-Store-Gebühren, externe Zahlungen, Anti-Steering, Neunte Instanz, Apple, App Store

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