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Apple verschiebt smarte Brille wegen Datenschutz – Bericht

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Apple nimmt seine geplante smarte Brille vom Zeitplan für das Weihnachtsgeschäft. Stattdessen soll die Vorstellung früher erfolgen, um mehr Zeit für Datenschutzfunktionen zu gewinnen.

Laut einem Bericht von Mark Gurman bei Bloomberg will Apple die Brille nun bereits zur Entwickler:innenkonferenz WWDC im Juni präsentieren – und nicht wie zuvor erwartet im Herbst. Der Verkaufsstart ist demnach vor Ende 2027 geplant. Apple habe auf eine Anfrage zu dem Bericht zunächst nicht reagiert.

Datenschutzbedenken rund um smarte Brillen

Auslöser für die Terminverschiebung sind laut Gurman weit verbreitete Sorgen, dass smarte Brillen heimliche Videoaufnahmen im Alltag erleichtern. Bereits angebotene Modelle wie die Brille von Meta mit integrierter Kamera werden kritisch gesehen, weil sie in Restaurants, an Stränden, in Fitnessstudios oder auf der Straße zur unbemerkten Aufzeichnung genutzt werden könnten.

Metas Brille besitzt zwar eine Leuchtanzeige, die aktive Aufnahmen kennzeichnen soll, einige Träger:innen entfernen diese jedoch, ohne die Aufnahmefunktion zu deaktivieren. Meta erklärt in einer FAQ, dass die Kameras deaktiviert würden, wenn Träger:innen versuchen, die Leuchte zu entfernen oder zu verdecken. In der Praxis kann die Anzeige jedoch bei starkem Sonnenlicht schwer zu erkennen sein, und technische Schutzmaßnahmen lösen nicht die Grundfrage, wann und wo gefilmt werden darf.

Auch Samsung hat angekündigt, Datenschutzaspekte bei seinen gemeinsam mit Warby Parker und Gentle Monster entwickelten smarten Brillen zu berücksichtigen. Parallel dazu reagieren Behörden und Unternehmen: In allen Gerichtsgebäuden des Bundesstaats New York sowie in einigen Gerichten in Kalifornien und Wisconsin sind smarte Brillen inzwischen verboten. Verbote gelten außerdem auf manchen Comic-Conventions sowie in Toiletten und Casinos auf Kreuzfahrtschiffen von Royal Caribbean. Instagram will Inhalte entfernen und Konten sperren, wenn Videos aus smarten Brillen gegen Richtlinien verstoßen.

Apple setzt auf lokale KI und sichtbare Aufnahme

Vor diesem Hintergrund arbeiten Ingenieur:innen und Designer:innen der Vision-Hardwaregruppe von Apple laut Gurman mit klarer Priorität am Datenschutz. Die Brille soll demnach voraussichtlich keine Gesichtserkennung enthalten. Außerdem sollen KI-Funktionen direkt auf dem Gerät ausgeführt werden, statt Daten an Apple-Server zu senden.

Um die Sorge vor unerwünschten Aufnahmen bei Apple-Kund:innen zu verringern, plant das Unternehmen laut Gurman wahrscheinlich eine gut sichtbare Hardware-Anzeige für aktive Aufnahmen, ähnlich wie bei Metas Brille. Für Apple sei die Verzögerung strategisch unproblematisch, sagte der Technik-Analyst Paolo Pescatore gegenüber CNET. Er verweist auf die Apple Watch, die zunächst als Ergänzung zum iPhone gestartet sei und sich Schritt für Schritt zu einem wichtigen Bestandteil des Apple-Ökosystems entwickelt habe. Smarte Brillen könnten seiner Einschätzung nach einen ähnlichen Weg nehmen, während der Druck auf Apple wachse, eine glaubwürdige Lösung für Datenschutzfragen zu präsentieren.

Was über Apples smarte Brille bekannt ist

Die Brille soll intern unter dem Codenamen „N50“ entwickelt werden und mehreren Berichten zufolge in unterschiedlichen Gestellformen erscheinen: unter anderem große und schmale rechteckige Rahmen sowie große und kleine ovale oder runde Varianten. Geplant ist eine KI-gestützte Siri, mit der Träger:innen telefonieren, Textnachrichten senden und Musik abspielen können. Die Akkulaufzeit soll laut Gurman für einen ganzen Tag reichen.

Über die integrierten Kameras soll Siri die Umgebung analysieren und mithilfe von KI Informationen einblenden. Denkbar wären Navigationshinweise beim Spaziergang durch eine fremde Stadt oder die Erkennung von Gebäuden oder Vogelarten auf Zuruf.

Apple habe laut Gurman auch erwogen, auf eine Kamera ganz zu verzichten, um den Verdacht heimlicher Aufnahmen auszuräumen, und dafür sogar einen Prototyp entwickelt. Diskutiert werde außerdem eine Variante, bei der die Kamera zwar verbaut bleibt, aber keine Fotos oder Videos aufnimmt, sondern ausschließlich Daten für KI-Funktionen wie bei den in Entwicklung befindlichen AirPods mit Kamera liefert. Dieses Szenario hält Gurman jedoch für eher unwahrscheinlich, da viele Nutzer:innen smarte Brillen vor allem für Video- und Fotoaufnahmen von Familie, Freund:innen und Urlaubsansichten einsetzen möchten.

Via: https://www.cnet.com

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Tags: smarte Brille, Smart Glasses, Apple, Samsung, Siri, WWDC, Datenschutz, KI, Mark Gurman, Meta

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