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Apple übernimmt tschechisches Materialforschungs-Unternehmen PlasmaSolve

Das Logo von MatSight by PlasmaSolve auf weißem Hintergrund.

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Apple hat im April das tschechische Materialforschungs-Unternehmen PlasmaSolve s.r.o. übernommen. Ein Dokument der Europäischen Kommission macht den Zukauf jetzt offiziell.

Übernahme in Brünn und Fokus von PlasmaSolve

Die Übernahme lief über eine Apple-Tochtergesellschaft, die vollständige Kontrolle über das in Brünn ansässige Unternehmen übernommen hat. Gleichzeitig wechselten mehrere Mitarbeiter:innen von PlasmaSolve zu Apple. PlasmaSolve wurde 2016 von Adam Obrusnik gegründet und spezialisierte sich auf Software für Beschichtungsprozesse.

Kernprodukt von PlasmaSolve war MatSight, eine Software, die Hersteller:innen bei der Planung und Optimierung von Prozessen der physikalischen Gasphasenabscheidung (Physical Vapor Deposition, PVD) und der plasmaunterstützten chemischen Gasphasenabscheidung (Plasma-Enhanced Chemical Vapor Deposition, PECVD) unterstützt. Diese Verfahren kommen vor allem bei dünnen Beschichtungen von Bauteilen zum Einsatz.

MatSight: Digitale Zwillinge für Beschichtungssysteme

MatSight kombiniert Modelle aus Physik, Chemie und maschinellem Lernen, um digitale Zwillinge plasmaunterstützter Beschichtungsanlagen zu erstellen. Auf dieser Basis lassen sich Anlagen und Prozesse simulieren, bevor sie in der realen Fertigung zum Einsatz kommen. Die Technologie ist für Apple besonders relevant, da der Konzern PVD bereits heute zur Beschichtung verschiedener Gehäuse und Komponenten einsetzt. So entstehen widerstandsfähige Schutz- und Dekorschichten auf Geräten.

Die Übernahme legt nahe, dass Apple seine Beschichtungsprozesse weiter verfeinern möchte. Verbesserte Simulationen können dabei helfen, die Gleichmäßigkeit von Beschichtungen zu optimieren, die Effizienz in der Fertigung zu steigern und Ausschuss in der Produktion zu verringern. Durch digitale Zwillinge lassen sich Parameter im Vorfeld anpassen, ohne reale Anlagen umbauen zu müssen.

Kleines Team, typische Apple-Strategie

PlasmaSolve war ein kleines Team aus Brünn mit Berichten zufolge zwischen zwei und zehn Beschäftigten. Zu den frühen Anwender:innen der MatSight-Software gehörten Kolzer, Von Ardenne und das Dänische Technologische Institut. Die Website von MatSight wurde seit der Übernahme durch Apple abgeschaltet.

Apple kauft regelmäßig kleinere Technologieunternehmen zu, kommuniziert diese Schritte aber selten aktiv. In der Regel werden Zukäufe nur bekannt, wenn regulatorische Vorgaben dies erfordern, etwa durch Veröffentlichungen auf europäischen Webseiten. Zuletzt wurden so auch die Übernahmen des Datenmanagement-Start-ups SigScalr und der Farbkorrektur-App Color.io bekannt.

Während viele von Apples jüngsten Übernahmen einen klaren Bezug zu künstlicher Intelligenz haben, konzentriert sich PlasmaSolve auf Fertigungstechnologien für Apples Hardware. Der Zukauf stärkt damit vor allem den Bereich der Produktionsprozesse und Materialbearbeitung im Hintergrund, nicht sichtbare KI-Funktionen für Endbenutzer:innen.

Via: https://www.iClarified.com
Titelbild: Plasmasolve

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Tags: Materialforschung, Fertigungstechnologie, SigScalr, Apple, Color.io, Übernahme, Europäische Kommission, PlasmaSolve, MatSight, PVD, PECVD

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