Trotz der erfolgreichen Umgehung der US-Strafzölle durch Apple sind Preiserhöhungen für iPhones in Sicht. Analyst:innen erwarten für die kommende Gerätegeneration höhere Preise, obwohl Tim Cook vieles getan hat, um Zölle abzufedern.
Apple-CEO Tim Cook überreichte im vergangenen Monat US-Präsident Donald Trump eine goldene und gläserne Plakette, um die positive Beziehung zum Weißen Haus zu betonen. Die Wall Street lobte Cook für sein Geschick, die Auswirkungen der Strafzölle auf Apple zu minimieren. Im Gegenzug für ein zusätzliches Investitionsversprechen von 100 Milliarden US-Dollar (ca. 92 Milliarden Euro) gab Trump bekannt, dass Apple von kommenden Zöllen auf bestimmte Halbleiterprodukte ausgenommen wird. Trotz dieser Bemühungen könnten die tatsächlichen Kosten der Zölle für Apple-Kund:innen mit der angekündigten neuen iPhone-Generation sichtbar werden. Analyst:innen sehen darin einen Anlass, mit Preisanstiegen bei iPhones zu rechnen, obwohl bisher vor allem andere Elektronikprodukte, etwa Spielkonsolen, im Preis gestiegen sind.
Die Präsentation der iPhone-17-Serie wird für diesen Monat erwartet. Analyst:innen rechnen mit vier neuen Modellen. Im vergangenen Jahr kostete das Einstiegsmodell iPhone 16 in den USA 829 US-Dollar (ca. 760 Euro), das iPhone 16 Plus lag bei 899 US-Dollar (ca. 825 Euro), das iPhone 16 Pro kostete 999 US-Dollar (ca. 915 Euro) und das Pro Max kam auf 1.199 US-Dollar (ca. 1.100 Euro). Für dieses Jahr wird erwartet, dass Apple das Plus-Modell durch ein schlankeres Basismodell ersetzt. Laut Prognosen könnte dieses neue Gerät rund 899 US-Dollar (ca. 825 Euro) kosten, wobei Preiserhöhungen nicht ausgeschlossen werden. Analyst:innen von Goldman Sachs weisen darauf hin, dass Apple den durchschnittlichen Verkaufspreis seiner Geräte durch einen Mix aus teureren Modellen stetig anhebt. Ein Schritt, den auch andere Analyst:innen wie Edison Lee von Jeffries antizipieren. Ein Preisaufschlag von etwa 50 US-Dollar (ca. 45 Euro) pro Gerät ist in den Schätzungen bereits enthalten.
Apple bestätigt die Gerüchte um Preisanpassungen nicht. Cook betonte gegenüber Investor:innen, dass das Unternehmen seine Lieferketten optimiert habe und iPhones mittlerweile auch verstärkt aus Indien in die USA importiert. Das brachte Einsparungen, denn Indien ist weniger von US-Zöllen betroffen als China. Dennoch musste Apple im Juni-Quartal 800 Millionen US-Dollar (ca. 730 Millionen Euro) an Zollkosten zahlen und rechnet im laufenden Quartal mit 1,1 Milliarden US-Dollar (ca. 1 Milliarde Euro).
Apple geht traditionell vorsichtig bei Preissteigerungen vor. Beispielsweise blieb der Preis für das Pro-Modell seit 2017 stabil bei 999 US-Dollar. Dennoch gab es Anpassungen: Der Preis für das Standard-Modell stieg 2020 von 699 US-Dollar (ca. 640 Euro) auf 829 US-Dollar (ca. 760 Euro), das Plus-Modell ersetzte 2022 das günstigere Mini und stieg auf 899 US-Dollar. Das Pro Max verteuerte sich 2023 auf 1.199 US-Dollar. Kommt es zu einer Preiserhöhung, wird Apple dies voraussichtlich nicht mit den Zöllen begründen. Die Kosten für Bauteile, etwa Kameras und Chips, steigen weltweit, was die durchschnittlichen Smartphone-Preise generell nach oben treibt. Analyst:innen gehen davon aus, dass Apple eher auf neue Features und technische Verbesserungen hinweist, statt Preiserhöhungen offen zu kommunizieren.
Eine Möglichkeit besteht darin, das Einstiegsmodell mit geringer Speichergröße aus dem Angebot zu nehmen und Kund:innen zu höheren Kapazitäten und damit höheren Preisen zu bewegen. Dies hat Apple bereits beim Pro Max erfolgreich umgesetzt. Welche Preise und Speichergrößen Apple dieses Jahr konkret bekannt gibt, bleibt bis zum Event abzuwarten. Tim Cook erklärte zuletzt, man habe keinerlei Ankündigungen zu Preiserhöhungen zu machen und die operative Seite habe die Lieferketten bestmöglich optimiert.
Zusammengefasst scheinen Preisanpassungen für die kommende iPhone-Generation wahrscheinlich, auch wenn diese offiziell nicht mit den US-Strafzöllen in Verbindung gebracht werden.
(Anmerkung der Redaktion: Die Euro-Preise sind Umrechnungen des Dollars in Euro, sie berücksichtigen nicht ev. Steuern und Abgaben)
Via: https://www.cnbc.com
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