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Apple stoppt Updates für KI‑„Vibe‑Coding“-Apps im App Store

Apple blockiert derzeit Updates für mehrere KI‑gestützte „Vibe‑Coding“-Apps wie Replit und Vibecode im App Store. Die Entwickler:innen müssen ihre Apps an bestehende Richtlinien anpassen, bevor neue Versionen zugelassen werden.

Was hinter den gesperrten Updates steckt

Laut übereinstimmenden Berichten hat Apple still und leise verhindert, dass Apps wie Replit und Vibecode Updates für ihre mobilen Anwendungen veröffentlichen. Die betroffenen Apps nutzen sogenannte „Vibe‑Coding“-Funktionen: Nutzer:innen mit wenig oder keiner Programmiererfahrung können damit Apps oder Webseiten per natürlicher Spracheingabe erstellen. Diese niedrige Einstiegshürde hat die Verbreitung sowohl bei Entwickler:innen als auch bei nicht‑technischen Anwender:innen beschleunigt.

Apple verweist gegenüber den Medien auf lang bestehende App‑Store‑Regeln. Demnach dürfen Apps keinen Code ausführen, der nachträglich die eigene Funktionalität oder die anderer Apps verändert. Konkret nennt Apple die App‑Store‑Richtlinie 2.5.2, die fordert, dass Apps in sich geschlossen sind und keinen Code herunterladen, installieren oder ausführen dürfen, der neue Funktionen einführt oder bestehende verändert. Ausnahmen gelten nur in engen Grenzen für Bildungsapps, die ausführbaren Code zum Lernen bereitstellen, sofern dieser vollständig einsehbar und editierbar ist.

Konkrete Auflagen für Replit und Vibecode

Nach Informationen aus Entwicklerkreisen stehen Apple und die Anbieter der betroffenen Apps im direkten Austausch. Apple habe signalisiert, Updates für Replit und Vibecode zu genehmigen, wenn bestimmte Anpassungen umgesetzt werden. Bei Replit geht es vor allem darum, wie generierte Apps auf dem iPhone dargestellt werden. Bisher werden diese innerhalb der App in einer eingebetteten Webansicht angezeigt. Apple störe sich an diesem Ansatz und erwarte, dass generierte Anwendungen künftig in einem externen Browser geöffnet werden, statt in einer In‑App‑Webansicht.

Im Fall von Vibecode soll die Prüfungsabteilung laut einem Insider in Aussicht gestellt haben, Updates zu genehmigen, wenn die App die Möglichkeit entfernt, Software speziell für Apple‑Geräte zu erzeugen. Einige dieser Werkzeuge unterstützen bisher explizit den Bau von Apps, die anschließend auf Apple‑Plattformen eingereicht werden können. Das könnte zu einem Anstieg neuer App‑Store‑Einreichungen und teilweise längeren Prüfzeiten beigetragen haben, so Einschätzungen aus dem Entwicklerumfeld.

Apple betont, dass sich die Maßnahmen nicht gezielt gegen „Vibe‑Coding“-Apps richten. Neben den App‑Store‑Richtlinien verweist das Unternehmen auch auf Abschnitt 3.3.1(B) der Lizenzvereinbarung für Entwickler:innen. Demnach darf interpretierter Code zwar in eine Anwendung heruntergeladen werden, solange er den primären Zweck der App nicht verändert und keine Funktionen bereitstellt, die nicht mit dem beworbenen Einsatzzweck vereinbar sind.

Entwickler: Replit
Preis: Kostenlos+
Entwickler: Software Composer
Preis: Kostenlos+

Folgen für die Apps und Apples Doppelrolle

Die Einschränkungen bleiben für die betroffenen Dienste nicht ohne Folgen. So ist die Replit‑App seit ihrem letzten Update im Januar im Ranking der kostenlosen Entwicklerwerkzeuge im App Store von Platz eins auf Platz drei zurückgefallen. Das Unternehmen führt diesen Rückgang teilweise darauf zurück, dass es keine neuen Versionen veröffentlichen konnte.

Gleichzeitig setzen „Vibe‑Coding“-Apps Apple an mehreren Stellen unter Druck. Sie erleichtern die Erstellung von Webapps, die außerhalb des App‑Store‑Ökosystems laufen, und konkurrieren damit auch mit Apples eigener Entwicklungsumgebung Xcode. Manche Entwickler:innen vermuten, dass Apple Anreize hat, sie stärker an die hauseigenen Werkzeuge zu binden und so den Wechsel auf alternative Plattformen zu erschweren. Zugleich integriert Apple ähnliche KI‑Technologien bereits in Xcode, etwa durch die Unterstützung von Agenten‑Werkzeugen der Anbieter OpenAI und Anthropic. Offiziell verweist Apple jedoch ausschließlich auf die Einhaltung bestehender Richtlinien und hebt hervor, man habe mit den betroffenen Entwickler:innen über Wochen hinweg kontinuierlich kommuniziert und Wege zur Regelkonformität aufgezeigt.

Via: appleinsider.com · www.macrumors.com · 9to5mac.com

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Michael Reimann

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