Japan fordert Änderungen am App-Ökosystem von Apple. Nutzer:innen in Japan könnten ab Dezember erstmals alternative Browser-Engines auf dem iPhone erleben, wenn die neuen Vorgaben umgesetzt werden.
Japanische Regulierungsbehörde macht Vorgaben für Apple
Die japanische Regierung arbeitet an einem Gesetz, das als „Smartphone Act“ bekannt ist, und adressiert damit die Browser-Engines auf iOS-Geräten. Bislang setzt Apple auf iPhones voraus, dass alle Browser zwingend die eigene WebKit-Engine verwenden. Andere Browser wie Chrome oder Firefox müssen deshalb auf iOS ebenfalls WebKit als Grundlage nutzen, obwohl sie auf anderen Plattformen eigene Engines besitzen. Die nun veröffentlichten Richtlinien der Regulierungsbehörde setzen Apple eine Frist bis Dezember 2024. Bis dahin muss der Konzern es Entwickler:innen ermöglichen, alternative Browser-Engines anzubieten. Die Vorgaben verbieten ausdrücklich, dass Apple technische Hürden schafft oder finanzielle Belastungen einführt, um die Nutzung anderer Engines unattraktiv zu machen.
Neue Wahlfreiheit für Nutzer:innen und Entwickler:innen
Die Regulierungsstelle stellt klar: Apple darf Entwickler:innen nicht daran hindern, Browser mit eigenen Engines auf iPhones bereitzustellen. Zudem dürfen keine Gebühren erhoben oder Maßnahmen ergriffen werden, die Entwickler:innen benachteiligen, wenn sie keine Apple-Technologien nutzen. Auch ein aktives Abhalten der Nutzer:innen von der Verwendung alternativer Browser ist untersagt. Das heißt, dass Apple seine Marktstellung in Bezug auf die WebKit-Engine künftig nicht ausnutzen darf, um seinen eigenen Browser Safari zu bevorzugen. Entwickler:innen und Nutzer:innen gewinnen dadurch eine größere Auswahl.
Vergleich mit der Situation in der EU und Ausblick
In der EU ist das Thema bereits in Bewegung, allerdings setzt Apple die Vorgaben bislang nicht vollständig um. In Europa sind alternative Browser-Engines zwar angekündigt, doch bisher hat Apple sie mit Zusatzanforderungen zurückgehalten. Die japanische Regelung unterscheidet sich, denn sie enthält klare Verbote gegen technische oder wirtschaftliche Diskriminierung. Damit könnten neue Browser wie Chrome mit eigener Engine erstmals vollständig auf das iPhone kommen, sofern Apple die Richtlinien wie vorgeschrieben umsetzt. Nutzer:innen in Japan dürften spätestens ab Dezember 2024 zwischen verschiedenen vollständigen Browsern wählen, was langfristig den Wettbewerb auf iPhones stärken kann.
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Titelbild: KI
