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Apple geht gegen Apps für intime Bilder ohne Einwilligung vor

Apple verschärft seine App-Review-Regeln: Apps, die intime Bilder ohne Einwilligung erzeugen oder mit irreführenden Funktionen werben, geraten stärker ins Visier. Der Schritt wirft die Frage auf, wie Plattformen, Entwickler:innen und Nutzer:innen Verantwortung für generative KI tragen.

Neue Regeln gegen „Nudify“-Apps

Apple hat am 16. Oktober 2026 Änderungen an seinen App-Review-Richtlinien bekannt gegeben. Das Unternehmen will damit gegen Apps vorgehen, die nicht einvernehmliche intime Bilder erstellen, sowie gegen Angebote mit irreführenden Funktionen. Die Regeln sollen dazu beitragen, dass Apps im App Store klaren Standards entsprechen und diese verlässlich durchgesetzt werden.

Besonders im Fokus stehen sogenannte „Nudify“-Apps. Sie nutzen künstliche Intelligenz, um Personen auf Bildern scheinbar zu entkleiden oder sexualisierte Darstellungen zu erzeugen. Betroffene können dadurch ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung in intime Bilder hineingezogen werden. Apple bezeichnet pornografische Inhalte in seinen Richtlinien bereits seit Langem als unzulässig. Die aktualisierten Vorgaben richten sich nun ausdrücklich auch gegen Apps, die solche Bildmanipulationen ermöglichen.

Die Änderungen betreffen außerdem Apps, die Nutzer:innen mit einer irreführenden Darstellung ihrer Funktionen anlocken. Damit geht es nicht allein um den erzeugten Inhalt, sondern auch darum, ob eine App ehrlich vermittelt, was sie tatsächlich tut. Wie Apple die neuen Regeln im Einzelnen prüft und durchsetzt, ist für die praktische Wirkung entscheidend.

Verantwortung entlang der Plattform

Generative KI macht die Zuständigkeit für problematische Inhalte schwieriger einzuordnen. Eine App kann ein Werkzeug bereitstellen, während Nutzer:innen damit Bilder erzeugen oder verbreiten. Zugleich entscheidet die Plattform, welche Anwendungen sie in ihrem Store zulässt. Apples neue Vorgaben setzen deshalb an der Verteilung von Apps an: Entwickler:innen müssen die Richtlinien einhalten, und Apple prüft deren Angebote.

Für Betroffene stellt sich auch die Frage, wie sie gegen eine App oder deren Inhalte vorgehen können. Die vorliegenden Angaben zu Apples Ankündigung nennen jedoch keinen konkreten Einspruchsweg. Ebenso bleibt offen, welche einzelnen Anwendungen betroffen sein werden und wie ein Prüfverfahren im jeweiligen Fall abläuft. Aus den neuen Regeln allein lässt sich daher noch nicht ableiten, welche Folgen sie für konkrete Apps haben.

Auch KI-Geräte können Unbeteiligte betreffen

Die Debatte beschränkt sich nicht auf den App Store. Ein Bericht von GeekWire weist auf mögliche Datenschutzprobleme bei Amazons neuen Bee-KI-Geräten hin. Demnach sieht ein ehemaliger Sicherheitsingenieur von Amazon Web Services ein Problem für unbeteiligte Personen. Die Geräte werfen damit eine verwandte Frage auf: Wie lassen sich Menschen schützen, die von KI-Technik erfasst werden, ohne selbst deren Nutzer:innen zu sein?

Die Fälle unterscheiden sich: Apples Richtlinien betreffen Apps, die intime Bilder ohne Zustimmung erzeugen oder ihre Funktionen irreführend darstellen. Bei den Bee-Geräten geht es laut dem Bericht um mögliche Auswirkungen auf Umstehende. Gemeinsam ist beiden Themen die Frage nach Schutz und Verantwortung, wenn KI Menschen betrifft, die dem Einsatz nicht zugestimmt haben. Apples Regeländerung markiert einen Schritt bei der Kontrolle von App-Angeboten. Wie wirksam dieser Schritt ist, hängt davon ab, wie konsequent Apple die Vorgaben anwendet.

Via: developer.apple.com · www.geekwire.com · www.theverge.com

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Michael Reimann

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