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Apple Fitness+: Live-Kurse nach Peloton-Vorbild oder nur „wie live“?

Apple arbeitet offenbar an einem größeren Umbau von Fitness+. Eine neue Jobanzeige deutet auf Live-Inhalte hin, während der Dienst insgesamt weiter auf dem Prüfstand steht.

Jobanzeige rückt Live-Produktion in den Fokus

Eine Stellenausschreibung für eine Studio-Producer-Position bei Apple Fitness+ sorgt derzeit für Spekulationen. Gesucht wird eine Person mit „starker Basis in Live- oder Live-to-Tape-Mehrkamera-Produktion“ und „echter Neugier, wohin sich Live-Inhalte entwickeln“. In der Anzeige wird der Begriff „Live“ mehrfach erwähnt, zudem ist von einem dynamischen Produktionsumfeld und dem „Neudefinieren von Live-Produktion bei Apple“ die Rede. Gleichzeitig nennt Apple Qualifikationen wie Erfahrung sowohl in Live-Produktion als auch in Postproduktion sowie Routine im Regieraum und auf einem Live-Set.

Bemerkenswert ist auch der Hinweis, dass nur „gelegentlich“ Abend- und Wochenendarbeit nötig sei. Für einen massiven Ausbau echter Live-Sendungen wäre eigentlich mit deutlich mehr Einsätzen in zuschauerfreundlichen Zeiten zu rechnen. Daher sehen Beobachter:innen in der expliziten Erwähnung von „Live-to-Tape“ einen möglichen Hinweis: Inhalte könnten in einem Rutsch aufgezeichnet, nur minimal nachbearbeitet und anschließend als einmalige Events ausgespielt werden, um das Gefühl einer Live-Sendung zu erzeugen, ohne alle Risiken echter Live-Produktionen einzugehen.

Live-Workouts als mögliche Antwort auf Peloton und Spotify

Fitness+ wurde 2020 als Plattform für vorab aufgezeichnete Trainingsvideos gestartet, eng verzahnt mit der Apple Watch und ergänzt um Meditationen. Bislang gibt es dort keine Live-Workouts mit Echtzeit-Ranglisten wie bei Peloton, dessen Live-Kurse als zentraler Mehrwert des Angebots gelten. In den vergangenen Jahren verlor Fitness+ jedoch an Zugkraft; laut früheren Berichten steht der Dienst intern „unter Überprüfung“. Diskutiert wurde unter anderem eine mögliche Zusammenlegung mit der Gesundheits-App zu einem kombinierten Abo. Laut Mark Gurman von Bloomberg ist derzeit offen, wie es mit Fitness+ weitergeht.

Parallel wächst der Druck durch neue Konkurrenz: Spotify hat kürzlich einen eigenen Fitness-Bereich gestartet. Der Fitness-Hub bündelt kuratierte Lauf-Playlists sowie voraufgezeichnete Workout-Guides von Trainer:innen aus dem Peloton-Umfeld und ist im bestehenden Premium-Abo enthalten – zusätzlich zu Musik, Hörbüchern und Podcasts, ohne Aufpreis für Fitness-Inhalte. Apple trennt dagegen Fitness+ und Musik noch in eigenständige Angebote. Während Spotify bisher keine eigenen Live-Workouts anbietet, könnte Apple diese Lücke theoretisch nutzen und Fitness+ mit Live- oder „wie live“ inszenierten Formaten gegenüber Spotify und Peloton profilieren.

Zwischen Risiko, Imagepflege und nötigem Neustart

Live-Formate bringen jedoch auch Risiken mit sich: Versprecher, Zeitüberziehungen oder sogar Verletzungen von Trainer:innen lassen sich nicht so kontrollieren wie in geschnittenen Produktionen. Beobachter:innen verweisen darauf, dass Apple auch seine Produktpräsentationen seit der Pandemie weitgehend vorproduziert, um den eigenen, stark kontrollierten Markenauftritt zu sichern. Entsprechend wird bezweifelt, dass Fitness+ in großem Stil auf echte Live-Sessions umstellt. Wahrscheinlicher erscheint ein Ausbau von Inhalten, die wie Live-Events wirken, aber vorab in einem Take produziert wurden, inklusive kleinerer Unsauberkeiten, um mehr Dynamik und Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen.

Fest steht: Fitness+ gilt intern als unter den Erwartungen geblieben und wird von Apple-Management überprüft. Irgendeine Form von Neustart scheint nötig, um den Dienst wieder relevanter zu machen. Ob dies über echte Live-Workouts, Live-to-Tape-Formate oder andere Experimente mit Live-Inszenierungen geschieht, bleibt vorerst offen. Mögliche Ankündigungen könnten im Rahmen des anstehenden Apple-Herbst-Events erfolgen, bestätigt ist das jedoch nicht.

Via: www.techradar.com · www.macworld.com · 9to5mac.com

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Michael Reimann

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