Feature

macOS-Bildschirmfreigabe: Kritische Sicherheitslücke wird aktiv ausgenutzt – jetzt updaten

Eine schwere Schwachstelle in der macOS-Bildschirmfreigabe wird seit wenigen Tagen aktiv angegriffen. Angreifer verschaffen sich damit Root-Zugriff und installieren heimlich Kryptowährungs-Miner auf verwundbaren Macs.

Apple hat bereits Anfang August Patches für aktuelle macOS-Versionen veröffentlicht, doch laut Behörden und Sicherheitsforschenden sind zahlreiche Systeme noch ungepatcht und direkt aus dem Internet angreifbar.

Was hinter CVE‑2026‑65400 steckt

Die Lücke CVE‑2026‑65400 steckt in der integrierten Bildschirmfreigabe von macOS, einem VNC-basierten Fernzugriffs-Dienst, der über TCP-Port 5900 arbeitet. Die Funktion erlaubt es, einen entfernten Mac zu sehen und Tastatur sowie Maus zu steuern, etwa für Support oder Remote-Arbeit.

Der Fehler liegt in der Authentifizierung: Ältere macOS-Versionen prüfen Anmeldeversuche nicht korrekt. Laut Apple kann sich dadurch eine:n Angreifer:in im Netzwerk ohne gültige Zugangsdaten an der Bildschirmfreigabe anmelden, den Bildschirm einsehen und Eingaben übernehmen. Apple beschreibt die Behebung als „verbessertes Zustandsmanagement“ während der Authentifizierung.

Die Schwachstelle wurde unter der Kennung CVE‑2026‑65400 in der US-amerikanischen National Vulnerability Database erfasst. Zunächst erhielt sie einen CVSS-Score von 7,1, die US-Cybersicherheitsbehörde CISA stufte sie kurz darauf jedoch auf 9,8 (kritisch) herauf und bewertet den Angriff inzwischen als automatisierbar.

Aktive Angriffe über Port 5900 und Monero-Mining

Die Niederländische Nationale Cyber-Sicherheitsbehörde (NCSC-NL) meldete am 12. August, dass die Lücke aktiv ausgenutzt wird. Betroffen sind Systeme, bei denen Port 5900 aus dem Internet erreichbar ist, typischerweise über eine Portweiterleitung im Router, sobald Bildschirmfreigabe aktiviert ist.

In allen gemeldeten Fällen verschafften sich Angreifer Root-Zugriff auf den jeweiligen Mac und installierten einen Miner für die Kryptowährung Monero. Root-Rechte erlauben nahezu vollständige Kontrolle, inklusive Datenzugriff und der Möglichkeit, weitere Schadsoftware nachzuladen.

Öffentlich verfügbare Proof-of-Concept-Codes zeigen, wie der Angriff funktioniert. Details zur Schwachstelle wurden auf der Sicherheitskonferenz Black Hat präsentiert, inklusive eines Videobeispiels. Fachberichte verweisen darauf, dass das beobachtete Kontrollniveau dem Root-Zugriff entspricht, den Forschende zuvor in einer Demonstration erreicht hatten.

Apple veröffentlichte den Patch am 6. August als außerplanmäßiges Update – ein Hinweis auf die Schwere der Lücke. NCSC-NL warnte bereits am 7. August Organisationen, sofort zu aktualisieren, und ergänzte später die Hinweise um die bestätigte aktive Ausnutzung.

Welche macOS-Versionen betroffen sind – und wie Ihr Euch schützt

Apple hat die Schwachstelle in folgenden Versionen geschlossen: macOS Tahoe 26.6.1, macOS Sequoia 15.7.9 und macOS Sonoma 14.8.9. Wer eine dieser Versionen nutzt und noch nicht aktualisiert hat, sollte das umgehend nachholen. Macs mit älteren Builds bleiben anfällig.

Ihr könnt das Update direkt über die Systemeinstellungen installieren: Geht zu „Systemeinstellungen > Allgemein > Softwareupdate“ und folgt den Anweisungen. Für Nutzer:innen, die lieber manuell installieren oder Installations- beziehungsweise Wiederherstellungsdateien benötigen, stehen separate Downloadseiten für macOS Tahoe, Sequoia und Sonoma zur Verfügung.

Bis zum Einspielen des Updates – oder wenn ein Update kurzfristig nicht möglich ist – solltet Ihr die Bildschirmfreigabe deaktivieren. Das geht unter „Systemeinstellungen > Allgemein > Teilen“, dort schaltet Ihr den Schalter für Bildschirmfreigabe aus. Die Funktion sollte nur aktiv sein, wenn Ihr sie wirklich nutzt, und anschließend wieder deaktiviert werden.

Da der Angriff Port 5900 voraussetzt, reduziert es das Risiko zusätzlich, diesen Port nicht aus dem Internet erreichbar zu machen. Wer dauerhaft Remote-Zugriff benötigt, sollte statt direkter Freigabe aus dem Internet eine VPN-Verbindung einsetzen, um die Angriffsfläche zu verkleinern.

Via: www.techradar.com · www.iClarified.com · www.cultofmac.com · 9to5mac.com · www.tomshardware.com

Den Beitrag in unserem Forum kommentieren

Michael Reimann

Neueste Artikel

iOS 27.3 bringt neue Siri-Funktionen und eine überarbeitete Health-App

Apple hat mit dem Test von iOS 27.3 begonnen. Das Update ergänzt neue Funktionen für Safari, Siri und die Health-App…

4. November 2026

Fitness-KI erstellt Trainingspläne – was sie leisten kann und wo ihre Grenzen liegen

Apple Fitness+ soll mit Gym Strength individuelle Kraftpläne fürs Fitnessstudio anbieten. Zugleich zeigen Gesundheitsberichte, dass gezielte Gewichtsabnahme das Risiko für…

4. November 2026

Siri wird zur Entwicklerplattform – Apple Watch sorgt für Datenschutzfragen

Apple öffnet Siri AI für Entwickler:innen. Zugleich rücken neue KI-Funktionen für die Apple Watch in den Blick, weil sie auf…

4. November 2026

Apple Angebote des Tages – 04.11.2026

Die 10 stärksten Apple-Angebote am 04.11.2026 im Überblick — darunter 3 neue Bestpreise.

4. November 2026

WhatsApp schlägt auf Android und iOS aktuelle Medien vor

WhatsApp führt eine Funktion ein, die Euch beim Öffnen eines Chats aktuelle Fotos und Videos aus der Galerie vorschlägt. Der…

4. November 2026

Apple Fitness+ erweitert das Angebot um personalisierte Krafttrainingspläne fürs Fitnessstudio

Mit Gym Strength bringt Apple Fitness+ ein neues Krafttrainingserlebnis ins Fitnessstudio. Die Funktion ist derzeit als Beta verfügbar und erstellt…

4. November 2026

Diese Website benutzt Cookies um Ihr Nutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.

Mehr lesen