Apple stellt Entwickler:innen vor die Wahl: Im Mac App Store können sie Intel-Macs ausklammern, parallel passt Apple Karten auf Druck aus Washington an. Beides hat direkte Folgen für Nutzer:innen.
Apple hat Entwickler:innen informiert, dass universelle macOS-Apps im Mac App Store, die macOS 13 oder neuer voraussetzen, künftig auf Unterstützung von Intel-basierten Macs verzichten dürfen. Die betroffenen Apps können damit ausschließlich auf Apple-Silicon-Macs abzielen, was laut Apple die Entwicklung vereinfacht und Download- sowie On-Device-Größen optimiert. Bislang war es nicht erlaubt, bei einmal unterstützten Intel-Macs den Support in Mac-App-Store-Apps wieder zu streichen.
Entscheiden sich Entwickler:innen nun gegen Intel-Support, erhalten Intel-Macs keine weiteren Updates dieser Apps mehr. Nutzer:innen mit Intel-Rechnern können jedoch weiterhin die letzte kompatible Version verwenden, die bereits installiert ist oder ihnen bereitgestellt wurde. Parallel dazu läuft die Betriebssystem-Unterstützung aus: macOS Tahoe ist die letzte macOS-Version, die auf Intel-basierten Macs läuft, während das Nachfolge-System macOS Golden Gate nur noch auf Apple-Silicon-Rechnern mit M1-Chip oder neuer ausgeführt werden kann.
Gleichzeitig baut Apple Rosetta 2 ab, die Übersetzungsschicht, über die Intel-basierte Apps auf Apple-Silicon-Macs laufen. Nach macOS Golden Gate arbeitet Rosetta für die meisten Apps nicht mehr, entsprechende Programme lassen sich dann nicht mehr starten. Apple macht lediglich für einige ältere, nicht mehr gepflegte Spiele eine Ausnahme, die auf Intel-basierte Frameworks angewiesen sind.
Apple Karten ist zudem Teil eines politischen Konflikts rund um die Umbenennung des Ontariosees. Nach einem entsprechenden Erlass von US-Präsident Donald Trump hat Apple begonnen, den Namen des Sees in den USA von Lake Ontario auf „Lake America“ umzustellen. Zuvor hatte bereits Google Karten den neuen Namen übernommen, nachdem die Umbenennung im US-amerikanischen Geografischen Namensinformationssystem vermerkt wurde.
In den USA sehen Apple-Maps-Nutzer:innen künftig überwiegend Lake America, während der Name Lake Ontario auf kanadischen Geräten bestehen bleibt. Nutzer:innen in anderen Ländern erhalten beide Bezeichnungen angezeigt, je nach Region und Plattform mit unterschiedlicher Gewichtung. In der Einführungsphase kam es zu Übergangszuständen, in denen Suchen nach Lake America zwar Lake Ontario auf der Karte, aber Lake America in den Suchergebnissen zeigten.
Trumps Erlass vom 27. August verpflichtet das Innenministerium, die Bezeichnung innerhalb von 30 Tagen in den offiziellen US-Datenbanken zu aktualisieren. Trump drängte Apple laut US-Innenminister Doug Burgum persönlich zu der Anpassung. Der Schritt verschärft die ohnehin belasteten Handelsbeziehungen zwischen den USA und Kanada, die bereits zuvor unter Druck standen. Ähnlich war Apple 2025 beim Golf von Mexiko vorgegangen, der in US-Diensten als „Golf von Amerika“ erscheint, während andere Regionen weiterhin den ursprünglichen Namen oder eine Kombination aus beiden sehen.
Nicht alle Kartendienste folgen der US-Regierungslinie. MapQuest kündigte an, die Bezeichnung Lake Ontario beizubehalten und hatte bereits die Umbenennung des Golfs von Mexiko zum Golf von Amerika abgelehnt. Diese Abweichung von Apple und Google sorgt für deutlich mehr Aufmerksamkeit: Die MapQuest-App stieg in den USA in den Navigations-Charts des iOS App Store auf Platz eins und überholte dort zeitweise auch ChatGPT. Im Google-Play-Store kletterte MapQuest bis auf Rang sechs über alle Apps und Spiele hinweg. Das Unternehmen bekräftigte seine Haltung in mehreren Beiträgen auf X und präsentierte die Downloadzahlen als Bestätigung der eigenen Strategie.
Via: www.macrumors.com · appleinsider.com · www.engadget.com · techcrunch.com
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