Apple untersucht, wie sich automatische Türschlösser sicherer machen lassen. Ein neuer Patentantrag beschreibt, wie Bewegungsrichtung, Tempo und frühere Aufenthaltsorte ungewolltes Öffnen verhindern könnten.
Wer ein smartes Türschloss nutzt, verlässt sich oft darauf, dass es sich öffnet, sobald sich ein autorisiertes iPhone nähert. Apple hält dieses Prinzip offenbar für verbesserungswürdig: Eine Person könnte sich der Haustür nähern, obwohl sie gerade weggeht. Unter bestimmten Umständen könnte ein Schloss dann öffnen, bevor es erkennt, dass das iPhone den Erkennungsbereich verlässt.
Ein nun veröffentlichter Patentantrag beschreibt Apples Ansatz unter dem Namen „Annäherungsbasierte Schlosssteuerung“. Die Technik soll versehentliches Entriegeln verhindern, wenn ein Schloss automatisch und berührungslos auf ein autorisiertes Gerät reagiert.
Dafür könnte das Schloss neben der Nähe des iPhones weitere Faktoren berücksichtigen. Es würde sich beispielsweise nur öffnen, wenn sich das Gerät aus bestimmten Richtungen und mit einer festgelegten Mindestgeschwindigkeit nähert. Auch die Regelmäßigkeit der Bewegung und bestimmte Wege könnten eine Rolle spielen.
So bliebe die Tür verriegelt, wenn Ihr am Eingang vorbeigeht oder Euch vom Haus entfernt. Auch wer sich im Haus bewegt und dabei nahe genug an der Haustür vorbeikommt, sollte das Schloss nicht automatisch auslösen.
Apple erwägt laut Patentantrag, die Bewegung einer Person über einen längeren Zeitraum zu berücksichtigen. Wer vor zehn Minuten durch die Haustür gekommen ist und sich noch im Haus befindet, sollte das Schloss nicht allein durch die Nähe erneut öffnen.
Eine genauere Erkennung könnte außerdem zwischen unterschiedlichen Bewegungen im Haus unterscheiden. Wer sich auf den Ausgang zubewegt, könnte die Tür entriegeln. Wer dagegen in Richtung Wohnzimmer abbiegt, würde sie geschlossen lassen.
Die Patentschrift beschreibt damit nicht nur eine Prüfung der Entfernung zum Schloss. Sie skizziert ein System, das Bewegungsmuster und den vermuteten Aufenthaltsort einbezieht. Ob Apple diese Technik tatsächlich in ein Produkt einbaut, geht aus dem Patentantrag nicht hervor.
Als mögliche Einsatzorte nennt Apple neben Wohnungen auch Fahrzeuge, Fitnessstudios, Schwimmbadbereiche und andere zugangsbeschränkte Gebäude. Das könnte darauf hindeuten, dass die Idee ursprünglich für ein anderes Projekt entstand. Patentanträge formulieren mögliche Anwendungen jedoch häufig möglichst breit.
Entsprechend nennt Apple auch kleinere Behältnisse als denkbare Einsatzgebiete, darunter Schränke, Spinde und Safes. Der Antrag führt Zachary A. Rosen als Erfinder auf. Zu seinen früheren Arbeiten bei Apple zählt die Entwicklung von Verfahren zur Sicherung gespeicherter Daten, auf die mehrere Benutzer:innen zugreifen müssen.
Der Patentantrag zeigt, dass Apple an zusätzlichen Schutzmechanismen für automatische Schlösser arbeitet. Eine konkrete Ankündigung für ein Produkt oder einen Veröffentlichungstermin enthält er nicht.
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