Im App Store setzt Apple auf weitreichendes Tracking, ohne dass Ihr dem ausdrücklich widersprechen könnt. Das wirft Fragen nach Transparenz, Kontrolle und künftiger Regulierung auf.
Sicherheitsforscher von Mysk berichten, dass Apple im App Store jede Suchanfrage und jeden Fingertipp mit präzisem Zeitstempel protokolliert. Laut einem Bericht von iClarified zeigen Daten aus Apples eigener Exportfunktion für „App Store Klickaktivität“, wie detailliert diese Erfassung ist. Erfasst werden demnach einzelne Tastenanschläge und Taps, die mit den jeweiligen Suchvorgängen verknüpft sind. Diese Informationen nutzt Apple nach Angaben der Forscher für die Funktion „Personalisierte Sammlungen“ im App Store. Nutzer:innen können dieses Tracking derzeit nicht deaktivieren, eine Opt-out-Option existiert nach derzeitigem Stand nicht. Apple hat zu den konkreten Vorwürfen in den vorliegenden Berichten keine weitergehenden technischen Details veröffentlicht.
Der App Store ist für Apple ein zentrales Element der eigenen Plattform. Die hier anfallenden Daten unterscheiden sich von typischem Web- oder Social-Media-Tracking. Laut den vorliegenden Berichten protokolliert Apple vor allem Interaktionen innerhalb des App Stores, also Suchbegriffe, Taps und deren zeitlichen Ablauf. Das unterscheidet sich von vielen Angeboten von Google oder sozialen Netzwerken, die in großem Umfang Aktivitäten über verschiedene Webseiten und Apps hinweg erfassen. Während Google und Social-Media-Dienste häufig auf Tracking-Techniken setzen, die Nutzer:innen über mehrere Plattformen und Domains begleiten, konzentriert sich das hier beschriebene Apple-Tracking auf das eigene Ökosystem und den App Store selbst. Zugleich nutzt Apple diese Daten gezielt, um Inhalte im App Store zu personalisieren, etwa in Form der „Personalisierten Sammlungen“. Auch wenn der technische Ansatz und der Umfang der Datenerfassung sich unterscheiden, bleibt die zentrale Gemeinsamkeit: Es geht um die Auswertung von Nutzungsverhalten zur Anpassung von Inhalten und Empfehlungen.
In den Berichten wird betont, dass es für das konkrete App-Store-Tracking rund um Suchanfragen, Taps und Zeitstempel keine eigene Abschaltmöglichkeit gibt. Ihr könnt also diese Datenerfassung für „Personalisierte Sammlungen“ derzeit nicht gezielt deaktivieren. Allgemeine Datenschutz- und Personalisierungseinstellungen in Apple-Systemen bleiben Euch zwar erhalten, ändern aber nach Darstellung der Sicherheitsforscher nichts an der beschriebenen Protokollierung im App Store. Als Workaround bleibt vor allem, die eigene Nutzung des App Stores möglichst bewusst zu gestalten und sich über mögliche Datenflüsse zu informieren. Konkrete technische Alternativen innerhalb von iOS oder iPadOS werden in den bisherigen Berichten nicht genannt.
Parallel nimmt der regulatorische Druck auf große Plattformanbieter zu. In der Europäischen Union setzt der Digitale Märkte Akt bereits Rahmenbedingungen für zentrale Dienste großer Konzerne. Auch in den USA wird über strengere Vorgaben für Datenerhebung und Transparenz diskutiert. Die aktuelle Praxis im App Store könnte dadurch in Zukunft stärker in den Fokus von Behörden geraten. Möglich wären etwa Anforderungen an klarere Opt-out-Optionen oder detailliertere Hinweise auf Art und Umfang des Trackings. Wie sich kommende Regelungen in EU und USA konkret auf Apples App-Store-Strategie auswirken, ist derzeit offen. Klar ist aber, dass der Umgang mit Nutzungsdaten im Zentrum der Debatte um Vertrauen und Kontrolle bleibt.
Via: www.iClarified.com
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