Mit Xcode und Künstlicher Intelligenz könnte das Entwickeln von Apps bald deutlich einfacher werden. Eine Apple-Präsentation zeigt, wie weitreichend das agentische Programmieren in Xcode 27 integriert ist.
Auf der WWDC 2026 lag viel Aufmerksamkeit auf der neuen Siri-KI, deren Funktionen eigentlich schon vor zwei Jahren erscheinen sollten. Parallel dazu hat Apple jedoch auch KI-zentrierte Werkzeuge für Entwickler:innen vorgestellt. Das Spiele-Portierungswerkzeug „Game Porting Toolkit 4“ unterstützt agentisches Programmieren, und dasselbe gilt für Xcode 27.
In einem knapp 90-minütigen Video aus dem Steve-Jobs-Theater erläutert Apple die Funktionen von Xcode 27 und die KI-Integration. In einer Zeit, in der selbst Apple-Führungskräfte die Sorge ansprechen, durch Künstliche Intelligenz ersetzt zu werden, positioniert Apple das agentische Programmieren in Xcode als kraftvolle Erweiterung menschlicher Arbeit.
Die Präsentation stellt klar: Die agentische KI-Unterstützung in Xcode 27 soll Entwickler:innen während des gesamten Programmierprozesses sinnvoll unterstützen, mit einer KI, die Swift versteht und in Swift „denkt“. Apple betont, dass die KI nicht einfach als Zusatzschicht aufgesetzt wurde, sondern nun einen zentralen Bestandteil der Entwicklungsumgebung bildet.
Mit dem neuen „Core-AI“-Framework können Entwickler:innen KI-Modelle direkt auf dem Gerät nutzen. Laut Apple gelingt das über eine moderne Swift-Programmierschnittstelle mit hoher Leistung. Gleichzeitig erhält das quelloffene MLX-Framework Verbesserungen, damit ihr KI-Modelle leichter ausprobieren und feinjustieren könnt.
Ein einzelner Befehl genügt, damit Xcode 27 Änderungen im gesamten Quellcode-Projekt vornimmt und bei Bedarf mehrere Dateien gleichzeitig anpasst. Zudem gibt es Unterstützung für KI-Modelle von Drittanbietern, darunter Anbieter wie Anthropic, OpenAI und Google.
Ihr könnt die KI in Xcode 27 direkt aus der Symbolleiste heraus ansprechen. Die Oberfläche erinnert an die neue, überarbeitete Siri-KI, und mehrere KI-Unterhaltungen lassen sich parallel führen.
Xcode 27 ermöglicht euch Unterhaltungen mit KI-Agenten. Apples KI-Agent kann auf Basis von Eingaben und bereitgestellten Materialien wie Symbolen Ideen für Apps und App-Designs vorschlagen. Damit greift Apple das Konzept des „Vibe Coding“ auf und hat in der Präsentation sogar eine KI-generierte App gezeigt.
Auch nachdem eine App erstellt wurde, könnt ihr mit Hilfe der KI Änderungen vornehmen. Hintergründe, Effekte, Animationen, Funktionen und Übersetzungen lassen sich über Gespräche mit den KI-Agenten ergänzen.
Plugins im Format von Anthropic können ebenfalls eingebunden werden. Zusätzlich können Entwickler:innen Siri- und App-Intents für ihre Apps nutzen. So greifen Anwendungen auf Siris Verständnis natürlicher Sprache, die Websuche und Funktionen der visuellen Intelligenz zu.
Die Siri-KI wird in der Lage sein, Aktionen in Apps von Drittanbietern auszuführen, etwa Timer und Wecker zu stellen. Damit eröffnen sich theoretisch sehr viele neue Einsatzmöglichkeiten.
Die KI-Erweiterungen in Xcode 27 wirken so, als würden sie die App-Entwicklung deutlich vereinfachen. Gleichzeitig passt das auf der Bühne komplett per „Vibe Coding“ erzeugte Beispiel allerdings nur bedingt zu Craig Federighis Aussagen, dass KI kein Ersatz für menschliche Interaktion sei.
Nun bleibt abzuwarten, wie schnell Entwickler:innen die neuen Möglichkeiten annehmen – und wie viele „Vibe Coding“-Apps letztlich im App Store landen.
Auch mit Xcode 26 war und ist Vibe Coding möglich. Der Unterschied hier ist die Verwendung von externen Anbietern wie OpenAI’s Codex oder Anthropic’s Claude. Auch hier kann man im „Gespräch“ mit der KI Apps erstellen, ohne eine Zeile Code selber schreiben zu müssen. Beispiel ist das Spiel „Space Verwenders“ von Michael.
Gelegentlich „vergisst“ Xcode den teilweise langen Chat zur Erstellung der App. Das ist nicht weiter schlimm. Dann muss die KI in einem neuen Chat den Quellcode zunächst analysieren. Hier hat es geholfen, der KI zu sagen, dass sie während der Entwicklung auch immer eine umfangreiche technische Dokumentation mitschreiben soll. Neue Chats können dann darauf aufbauen.
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