Tim Cook hat am Donnerstag seine letzte Apple-Quartalskonferenz als Vorstandschef geleitet, bevor John Ternus am 1. September übernimmt. Zeit für einen Blick darauf, wie sich Apple in seinen 15 Jahren an der Spitze verändert hat.
Umsatz: Vom Jahresergebnis zum Quartalswert
Cook übernahm den Posten des Vorstandschefs am 24. August 2011, nachdem Steve Jobs zurückgetreten war. Beim gestrigen Gespräch zu den Quartalszahlen wies Bank-of-America-Analyst Wamsi Mohan auf einen markanten Vergleich hin: Im gesamten Jahr 2011 erzielte Apple einen Umsatz von 108 Milliarden US‑Dollar (rund 99 Milliarden Euro).
Im dritten Quartal 2026 meldete Apple nun 109,4 Milliarden US‑Dollar (rund 100 Milliarden Euro) – also mehr als das damalige Jahresergebnis in nur drei Monaten. Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2026 liegen noch nicht vor, 2025 lag der Umsatz bei 416 Milliarden US‑Dollar (rund 379 Milliarden Euro).
Auch beim iPhone zeigt sich das Wachstum deutlich: 2011 setzte Apple damit 47 Milliarden US‑Dollar (rund 43 Milliarden Euro) um, im aktuellen Quartal waren es 54,3 Milliarden US‑Dollar (rund 49 Milliarden Euro).
Bewertung, Gerätebasis und Dienste im Vergleich
An der Börse geriet die Aktie unter Druck, nachdem Cook für das laufende Quartal mit Lieferengpässen und Speicherknappheit rechnet. Erst in der vergangenen Woche hatte Apple jedoch kurzzeitig eine Börsenbewertung von über 5 Billionen US‑Dollar (rund 4,6 Billionen Euro) erreicht. Aktuell liegt der Börsenwert bei rund 4,5 Billionen US‑Dollar (rund 4,1 Billionen Euro), damit liegt Apple wieder hinter Nvidia.
Apple war im August 2018 das erste Unternehmen, das die Marke von 1 Billion US‑Dollar (rund 910 Milliarden Euro) knackte, im August 2020 folgte die Schwelle von 2 Billionen US‑Dollar (rund 1,8 Billionen Euro), im Januar 2022 dann 3 Billionen US‑Dollar (rund 2,7 Billionen Euro). Im Oktober 2025 erreichte Apple als drittes Unternehmen 4 Billionen US‑Dollar (rund 3,6 Billionen Euro) und wurde später das zweite Unternehmen mit 5 Billionen US‑Dollar (rund 4,6 Billionen Euro) Börsenwert.
Einen Tag nach Cooks Amtsantritt lag der Aktienkurs bei 13,35 US‑Dollar (rund 12,15 Euro), splitbereinigt. Freitag eröffnete die Aktie bei 304,81 US‑Dollar (rund 277 Euro), was etwa dem 23‑Fachen entspricht. In Cooks Zeit als Vorstandschef gab es einen Aktiensplit im Verhältnis 7:1 im Jahr 2014 und einen 4:1‑Split im Jahr 2020.
Bei der installierten Basis meldet Apple inzwischen über 2,5 Milliarden aktive Geräte. Konkrete Angaben dazu gibt es erst seit 2016, damals lag die Zahl bei 1 Milliarde aktiven Geräten.
Besonders stark gewachsen ist der Bereich Dienste. 2011 lag der Umsatz hier bei 9,4 Milliarden US‑Dollar (rund 8,6 Milliarden Euro), im dritten Quartal 2026 waren es 30,7 Milliarden US‑Dollar (rund 27,9 Milliarden Euro). Im Geschäftsjahr 2025 brachten die Dienste 109 Milliarden US‑Dollar (rund 99 Milliarden Euro) ein.
Apple gab außerdem bekannt, mittlerweile 1,5 Milliarden Abonnements zu verzeichnen. Unter Cook starteten zahlreiche Angebote wie Apple Pay, Apple Pay Cash, Apple Card, Apple Musik, Apple Nachrichten, Apple TV+, Apple Arcade, Apple Fitness+, iCloud+, Suchanzeigen im App Store und Werbung in Karten. 2011 beschränkte sich das Service‑Portfolio im Wesentlichen auf AppleCare, iTunes und den App Store.
Produkte, Kapitalrückflüsse und Führungswechsel
Unter Cook brachte Apple zahlreiche neue Produktkategorien auf den Markt, darunter die Apple Watch, die AirPods, hauseigene Apple‑Silicon‑Chips, Vision Pro, das iPhone Air, das iPhone X, HomePod und HomePod mini sowie das MacBook Neo.
Finanziell setzte Cook auf regelmäßige Ausschüttungen: 2012 führte Apple eine vierteljährliche Dividende ein und startete ein laufendes Aktienrückkaufprogramm. Seitdem hat das Unternehmen mehr als 1 Billion US‑Dollar (rund 910 Milliarden Euro) an Aktionär:innen zurückgegeben.
Den anstehenden Führungswechsel zu John Ternus beschrieb Cook gestern als „völlig reibungslos“. Ternus wird am 1. September Vorstandschef, noch vor der Vorstellung der neuen iPhone‑Modelle. Cook bleibt als geschäftsführender Vorsitzender im Unternehmen, wird mit politischen Entscheidungsträger:innen sprechen und Apple bei regulatorischen Themen unterstützen.
Im April hatte Cook erklärt, er wolle Apple noch jahrelang erhalten bleiben. Er betonte, er sei gesund, voller Energie und plane, diese Rolle lange auszuüben. Ternus werde er in jeder erforderlichen Form unterstützen und weiterhin Wissen und Erfahrung einbringen. Apple bleibe seine höchste Priorität.
Cook bezeichnete Ternus als beste Wahl für die Unternehmensführung und zeigte sich sehr zuversichtlich, was dessen Rolle und die Zukunft des Unternehmens angeht. Ternus arbeitet seit 2001 bei Apple, zunächst im Produktdesign. 2013 wurde er Vizepräsident für Hardware‑Entwicklung mit Fokus auf AirPods, Mac und iPad, 2020 kam das iPhone hinzu, 2021 stieg er zum Senior Vice President für Hardware‑Entwicklung auf.
